Nordsee: Greenpeace sieht Anzeichen für "großen Unfall"

02.04.2012 | 17:55 |   (DiePresse.com)

Der Energiekonzern Total will im Kampf gegen das Gasleck in den nächsten Tagen ein Expertenteam auf die Nordsee-Plattform "Elgin" schicken.

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Der Energiekonzern Total will im Kampf gegen das Gasleck in der Nordsee die Kontrolle über seine Förderplattform zurückgewinnen und ein Expertenteam dorthin schicken. Fachleute von Total und von der Fachfirma Wild Well Control, die auch im Kampf gegen das Ölleck an der explodierten US-Plattform "Deepwater Horizon" im Einsatz war, sollen in den nächsten Tagen auf die Plattform gebracht werden. Das sagte ein Total-Sprecherin am Montag in Aberdeen. Es fehle jedoch noch grünes Licht von den britischen Sicherheitsbehörden.

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Es wären die ersten Menschen, die die Plattform betreten, seit sie am Sonntag vor einer Woche evakuiert worden war. 238 Arbeiter wurden mit Hubschraubern in Sicherheit geflogen. Seitdem herrscht dort wegen des austretenden Gases Explosionsgefahr. Das Erlöschen einer Flamme, mit der überschüssiges Gas aus den Rohrleitungen der Plattform abgefackelt wurde, hat die Gefahr nach Einschätzung von Experten nur geringfügig verkleinert.

Warten auf ruhigere See

Total stehe in Kontakt mit den Sicherheitsbehörden und diskutiere mit ihnen, unter welchen Umständen die Arbeit auf der Förderplattform für die Betroffenen sicher stattfinden könne. Ob die Experten bereits mit der Abdichtung des Lecks beginnen können, oder sich erst ein Überblick verschaffen, sei noch nicht klar.

Total habe bereits ein Schiff und einen schwimmenden Bohrturm gechartert, von wo aus die leckgeschlagene Bohrung mit Schlamm verfüllt werden soll. Zudem habe das Unternehmen Bohrausrüstung von zwei anderen Plattformen in der Nordsee geordert, um Entlastungsbohrungen durchzuführen. Mit Unterwassertechnik, die auf zwei Schiffen am Rande der Drei-Meilen-Sicherheitszone bereitsteht, solle nach dem besten Ort für diese Entlastungsbohrungen im Meeresboden Ausschau gehalten werden. Um die Technik einsetzen zu können müsse aber erst eine ruhigere See abgewartet werden.

Hintergrund: Die ''Elgin''-Plattform in der Nordsee

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Leck liegt über dem Meeresspiegel

Nach Angaben der Betreiberfirma strömen von dem Leck etwa 25 Meter über dem Meeresspiegel täglich rund 200.000 Kubikmeter Gas aus - etwa der Jahresverbrauch von 1000 Einfamilienhäusern.

Laut Greenpeace könnte der Wert möglicherweise höher sein. Die Umweltschutzorganisation, die mit einem Forschungsschiff am Rand der Drei-Meilen-Sperrzone vor der Plattform operiert, ortet Umweltgefahren weniger für im Wasser lebende Organismen, sondern eher für das Klima. Das austretende Methangas ist 20 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid.

Greenpeace: Anzeichen für "großen Unfall"

Wegen der noch nicht gebannten Explosionsgefahr konnte sich das Greenpeace-Schiff der Plattform nur auf drei Seemeilen nähern. Trotz der großen Entfernung entdeckten die Aktivisten eine lange Ölspur, die sich als dünner Film von der Bohrinsel in südliche Richtung zog. "Wenn wir das hier schon deutlich wahrnehmen, ist es für mich ein Indikator, dass es ein großer Unfall ist", sagte Christian Bussau, der die fünftägige Fahrt mit dem Forschungsschiff leitet. Mit der Katastrophe auf der 2010 in Brand geratenen Ölplattform "Deepwater Horizon" sei der Unfall in der Nordsee aber nicht vergleichbar.

Die Greenpeace-Aktivisten nahmen am Montag Boden- und Luftproben. Sie sollen in einem Hamburger Labor untersucht werden. Der Film aus dem ölähnlichen Gaskondensat und der Gasgeruch sei in der Gegend deutlich wahrnehmbar gewesen, berichteten Greenpeace-Mitarbeiter. Auch Aufnahmen mit Spezialkameras, von denen Aussagen zur Gaskonzentration erwartet werden, wurden gemacht.

(Ag.)

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15 Kommentare

Die Panikmacher von Greenpeace

200.000 m³ Methan entweichen also täglich.

Laut Römpp-Chemielexikon beträgt die weltweite Methan-Emmission ca. 600 Mio t. Methan hat eine Dichte von 0,72 kg/m³. 200.000 x 0,72 = 144 t am Tag.
Selbst wenn das Leck ein Jahr vorhanden wäre, würde das lediglich 52.560t also nicht einmal 0,01% der Weltemmission ausmachen.
Greenpeace betreibt wieder einmal billigste Panikmache und was den Ölfilm anbelangt, wenn den schon Greenpeace als "dünn" bezeichnet, dann kann man sich schon vorstellen wie wenig das ist.

Re: Die Panikmacher von Greenpeace

Der Mistverein braucht schließlich PR, um Spendengelder zu kassieren.

Gast: Altkater1
03.04.2012 02:03
5

Wie war das mit dem zu billigen Sprit?

Dort schaukelns mit ihrem Schifferl herum, bei uns wollens, daß der Sprit teurer wird?

Irgendwie scheinheilige Brüder!

Antworten Gast: Matador
03.04.2012 11:06
1

Re: Wie war das mit dem zu billigen Sprit?

Ihr gedanklicher Aktionsradius reicht auch nur vom wirtn zum Würstelstand...

Antworten Antworten Gast: Altkater1
03.04.2012 13:04
2

Re: Re: Wie war das mit dem zu billigen Sprit?

Na, immerhin ist das weiter, als wie ihrer bis zum geistig indoktrinierten Tellerrand!

Gast: Lachereer
03.04.2012 00:46
6

Wen interessiert Greenpiss

Die werden ja nur finanziert um die Demokratie auszuhebeln.

Tut's euch doch bitte das ewige Klimageheul dort hinstecken tun,

wo auch Greepeaceniks Methangas produzieren.

Danke ganz lieb.

Gast: Wunderer2
02.04.2012 19:17
0

Leck 25m über dem Meeresspiegel

Dann ist dieses Leck ja weithin sichtbar und unmittelbar erreichbar.
Es ist relativ leicht zugänglich und kann wohl auch abgedichtet werden.
Warum dann die ganze Aufregung?

Re: Leck 25m über dem Meeresspiegel

Ein Leck ist ein Loch. Ein Loch sieht man nicht und das Gas, das herauskommt, erst recht nicht. Darum ist es auch 25m über dem Meeresspiegel so schwierig, es abzudichten - keine sieht es.

Wo sie den Stoppel auch hintun, er fällt runter, weil das Loch doch nicht dort war.

Gast: Restrisiko
02.04.2012 14:33
0

Das könnte sechs Monate in Anspruch nehmen und Milliarden kosten.

Macht nix, die Kostenwahrheit trägt immer der Verbraucher.

Nordsee-Plattform: "Man kann das Gasgemisch riechen"

...und wieder eine Rauchfreie Zone...

Bio-Gas-Anlage

vergiftet einen Bach in Deutschland!

Heute in achgut.com.

Warum ist das keine Schlagzeile wert?

Antworten Gast: überlegen sie mal
02.04.2012 11:12
5

Re: Bio-Gas-Anlage

na weil "bio" draufsteht und man ungern bio im zusammenhang mit etwas schlechten bringen will. lassens das "bio" weg und sie kriegen ihre schlagzeile...^^

Re: Re: Bio-Gas-Anlage

Auch

Erdgas

wurde über Millionen Jahre biologisch produziert.

Aber das haben die Grüninnen in der Schule nie gelernt ?

Waren vermutlich damals in ihrer Unterrichtszeit auf einer Greenpeace-Demo für Wale,Eisbärli und Robben oder doch?

Alfie und Co, bitte melden oder rot stricheln!

Antworten Antworten Antworten Gast: zetto
03.04.2012 11:07
0

Re: Re: Re: Bio-Gas-Anlage

Hölle...am Berg der Freude herrscht wieder akuter FADGAS-Austritt...

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