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USA: Blutbad in christlichem College

03.04.2012 | 18:20 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Sieben Tote und drei Verletzte bei Amoklauf in der kalifornischen Stadt Oakland. Der Täter, ein 43-jähriger Mann koreanischer Abstammung, hat sich gestellt. Sein Motiv scheint Rache gewesen zu sein..

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Washington. Notdürftig bedeckt mit Decken und Plastikplanen lagen die Toten, zumeist Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, aneinandergereiht auf dem Rasen vor der Oikos University. Rund um das winzige christliche College im Industriegebiet nahe dem Flughafen in Oakland herrschte am Montagvormittag Ausnahmezustand: Sirenen heulten, Sanitäter und Polizei hatten alle Hände voll zu tun, ein Sondereinsatzkommando durchkämmte das Areal. Ein paar Meilen vom Tatort entfernt, in einem Shoppingcenter der kalifornischen Hafenstadt, stellte sich derweil der Amokläufer, nach außen hin ganz ruhig, der Polizei.

Auf seiner Flucht hatte One Goh, ein 43-jähriger US-Amerikaner koreanischer Abstammung, einen Mann erschossen und war mit dessen Auto davongerast. Danach telefonierte er mit seinem Vater und berichtete ihm von dem Massaker, das er angerichtet hatte. Die Bilanz des Blutbads: sieben Tote, drei Verletzte. Es ist die schlimmste Tragödie in einem US-College, seit der aus Südkorea stammende Student Seung-Hui Cho vor fünf Jahren an der VA Tech University in Virginia 32 Menschen erschossen hat.

Monatelang war One Goh nicht zu dem Krankenpflegekurs an der privaten Oikos University erschienen. Das christliche College, eine Gründung der „Praise to God Korean Church“ mit kaum 100 Studenten, hat sich der Theologie, der Musik und der asiatischen Medizin verschrieben. Als Goh am Montag, dem Beginn der Karwoche, plötzlich wieder auftauchte, waren seine Kommilitonen erstaunt – und noch mehr, als er ihnen befahl, sich an einer Wand aufzustellen. Als er schließlich seine Waffe gegen sie richtete und das Feuer eröffnete, rannten sie um ihr Leben. Eine Frau streckte er mit einem Schuss in die Brust nieder. Inmitten des Chaos ging der Täter, Augenzeugen zufolge, systematisch vor. In einer Nebenklasse hatte eine Frau geistesgegenwärtig das Licht abgedreht und die Tür abgeschlossen. Das hinderte den Amokläufer jedoch nicht daran, durch den Fensterrahmen zu schießen.

(c) DiePresse

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Kritik an freizügiger Waffenpraxis

„Es wird noch Tage dauern, bis wir das Puzzle zusammengesetzt haben“, erklärte Oaklands Polizeichef Howard Jordan. Laut ersten Aussagen zeichnet sich jedoch Rache als Motiv für die Bluttat ab. Demnach zeigte sich Goh enttäuscht vom Kurs und schlecht behandelt von seinen Mitschülern, meist Angehörigen der koreanischen Minderheit. Goh hatte zuvor in Virginia an der Ostküste gelebt. Sein Bruder, ein Sergeant der US-Armee, ist dort im Vorjahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. One Goh hat Schulden angehäuft, die Steuerbehörde listete ihn als säumigen Zahler auf. Zuletzt wohnte er offenkundig bei seinem Vater.

Unterdessen flackerte – wie üblich nach derartigen Massakern – Kritik an der freizügigen Handhabe von Waffen auf. Joan Quan, die Bürgermeister von Oakland, erklärte, man müsse die Verfügbarkeit von Waffen infrage stellen. Larry Reid, der Vorsitzende des Stadtrats, stellte fest: „Es gibt einfach zu viele Waffen, und die Leute scheuen nicht davor zurück, sie zu verwenden.“

Die Diskussion über die Hintergründe des Amoklaufs wird die leidenschaftliche Kontroverse über Notwehr und Waffenrecht anhand des Todesfalls des schwarzen Teenagers Trayvon Martin in Florida weiter anfachen.

Hintergrund

Der zweite Verfassungszusatz (2nd Amendment) gewährt in den USA prinzipiell das Recht, Waffen zu tragen. Die Ausgestaltung der Waffengesetze kommt jedoch den Bundesstaaten zu. In Arizona etwa, wo es seit 2011 sogar eine offizielle „state gun“ gibt (den Colt „Peacemaker“), dürfen Handfeuerwaffen ganz offen getragen werden – auch auf einem Uni-Campus. Andere Bundesstaaten legen das Recht restriktiver aus. Die „Nationale Schusswaffenvereinigung“ NRA ist eine mächtige Lobbygruppe und steht den Republikanern nahe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.04.2012)

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15 Kommentare

Aufrüsten

wie die Amis
damit auch hier jeder um sich ballern kann
gibt ja eine Lobby im Land die das befürwortet

Antworten Gast: schengenland
03.04.2012 19:35
0 0

Re: Aufrüsten

kalaschnikows, handgranaten und mehr illegales sind schon längst im umlauf

0 0

Tragik

Was treibt einen 43-jährigen Mann in eine Universität zu gehen und sieben Menschen umzubringen? Tragisch, dass fünf Frauen und zwei Männer sterben mussten. Wie ansteckend ist Gewalt! Von wem ließ er sich anstecken? Was begehrte der ehemalige Student der Pflegewissenschaft, was machte er vor seinem Studium, mit wem war er in Rivalität verstrickt und wen imitierte er? Es ist noch vieles unklar.

Antworten Gast: Damdideldu
03.04.2012 17:19
2 0

Tragik

"Wie ansteckend ist Gewalt! Von wem ließ er sich anstecken?"
Was stimmt den mit dir nicht?

Warscheinlich sind "brutale Killerspiele" schuld ^^
Oder böse MetallMusik ^^
Oder er war ein Kiffer ^^
Oder er war bei al-quaida ^^

Oder er war einfach ein Verrückter!

Gast: pleampl
03.04.2012 13:17
1 0

@Rolfi

Wieder einmal eine willkommene Gelegenheit für die pc, auf die Christen einzudreschen.

1 0

Re: @Rolfi

Naja, so arg isses nicht. Was glauben Sie wie viele Kommentare es zu dem Thema gegeben hätte wenn der Täter einer anderen Religionsgemeinschaft angehört hätte?

In dem Fall war aber wahrscheinlich ohnehin kein explizit religiöser Hintergrund vorhanden also ist jegliches Schimpfen über irgendeine Glaubensrichtung sowieso unangebracht.

Re: Re: @Rolfi

Die "andere Religionsgemeinschaft" wäre sicher durch die Z..... noch viel besser geschützt, und die Berichte wären eher spärlich. Im Übrigen hört sich das eher nach einem nicht-religiösen Ausraster an.

2 1

Re: Re: Re: @Rolfi

Dass die "andere Religionsgemeinschaft", ich nehme an wir reden von der muslimischen, durch die Zensur geschützt wäre ist lächerlich. Schauen Sie sich einen x-beliebigen Artikel an, wo vom Islam die Rede ist, da steht mehr als genug an Kritik.

Aber lassen wir das, gehört nicht wirklich zum Thema hier...

Gast: Gesichtschirurg
03.04.2012 10:50
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Das Lernziel christliche Nächstenliebe ....

...wurde eindeutig verfehlt.

Gast: Rolf-KK
03.04.2012 10:36
4 12

Der Christliche Fundamentalismus

wird die Welt noch vor eine große Herausforderung stellen.

Antworten Gast: lol'z
03.04.2012 14:17
0 1

Re: Der Christliche Fundamentalismus

r u serious?

Re: Re: Der Christliche Fundamentalismus

z. B.... bitte ein bissl die Augen öffnen

http://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Prince#Verbindung_in_die_US-Politik_und_zur_christlichen_Rechten

Nix checken, aber cool schreiben wollen...



Re: Asiatisch?

Ich glaube, diesmal hat es sich wirklich um einen Asiaten - einen Koreaner - gehandelt.

Fuer Amerikas PC-Nachrichten kommen die 'Asians' ja mitunter aus dem orien******** Raum. Also Vorsicht mit solchen Uebersetzungen...