Asuncion/Apa/Afp. Fernando Lugos „Familie“ könnte bald größer werden: Ein Berufungsgericht beschied Paraguays Präsidenten, dass er sich einem Vaterschaftstest unterziehen müsse. Eine heute 29-jährige Frau gibt an, dass Lugo der Vater ihres heute neunjährigen Sohnes ist. Das pikante daran: Zum „Tatzeitpunkt“ war Lugo noch Bischof – so wie auch im Fall der zwei von ihm bereits anerkannten Vaterschaften.
Der ehemalige Armenbischof wurde im April 2008 zum Präsidenten gewählt und daraufhin vom Vatikan in den Laienstand versetzt. Nur ein Jahr später musste er erstmals öffentlich zugeben, Vater eines Kindes zu sein. Mittlerweile hat er eine zweite Vaterschaft zugegeben, ein von der politischen Aktivistin Hortensia Moran angestrengter Test verlief hingegen im August 2010 negativ.
Im jüngsten Fall handelt es sich um Benigna Leguizamon, eine ehemalige Putzfrau der Diözese San Pedro, wo Lugo bis 2005 Bischof war. Vor drei Jahren bereits hatte sie ihre Geschichte im Frühstücksfernsehen publik gemacht und behauptet, Lugo habe ihr nach der Geburt ihres Sohnes Lucas Fernando lediglich zwei Jahre lang die Miete bezahlt, sie dann aber ihrem Schicksal überlassen.
Ein ehemaliger Bischofs-Kollege Lugos rechnete schon vor Jahren damit, dass noch weitere Fälle an die Öffentlichkeit kommen könnten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2012)
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