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Familienzusammenführung für Türken erleichtert

24.04.2012 | 18:32 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Die Entscheidung der Gerichte erleichtert Türken die Familienzusammenführung. Für Türken, die als Arbeitnehmer neu nach Österreich einreisen wollen, wird das Urteil jedoch wenig bringen.

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Wien. Für Türken gelten alle seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 erfolgten Verschärfungen im Fremdenrecht nicht. Das zeigen Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Verwaltungsgerichtshofs. Davon dürfte aber nicht nur ein Türke im Anlassfall profitieren: Ein mit einer Österreicherin verheirateter Mann erreichte, dass er nicht in die Türkei zurück muss, um von dort einen Antrag auf Aufenthalt zu stellen.

Das Urteil habe auch Auswirkungen auf Türken ohne österreichischen Ehepartner, analysiert Experte Metin Akyürek, Rechtsanwaltsanwärter in der Wiener Kanzlei Jarolim Flitsch. Grund ist ein vor Jahrzehnten geschlossenes Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Türkei. Dieses legt fest, dass auch türkische Selbstständige sowie Arbeitnehmer (Letztere erst, wenn sie bereits legal in einem EU-Staat sind) fremdenrechtlich nicht schlechter behandelt dürfen, als es vor dem Abkommen der Fall war. Für das EU-Gründungsmitglied Deutschland gilt etwa, dass die Türken nicht schlechter behandelt werden dürfen als 1971. Für Österreich gilt das Jahr 1995, weil man in dem Jahr der EU beitrat. Hätte Österreich sich dem Abkommen mit der Türkei nicht anschließen wollen, hätte es das vor dem EU-Beitritt bekannt geben müssen. Nun aber geht das EU-Recht in diesem Punkt heimischen Gesetzen vor.

Für Türken, die als Arbeitnehmer neu nach Österreich einreisen wollen, werde das Urteil jedoch wenig bringen, meint Akyürek im Gespräch mit der „Presse“. Denn die Arbeitserlaubnis könne Österreich den Türken nach wie vor verweigern, und ohne Arbeitserlaubnis werde man das Land verlassen müssen. Profitieren werden aber Türken, die schon hier leben. Und auch für ihre Angehörigen gelten im Rahmen der Familienzusammenführung die älteren, leichteren Regeln. Selbst die dafür anfallenden Gebühren, die seit 1995 stark erhöht wurden, müssten nun verringert werden, sagt Akyürek.

Umgekehrt dürfen sich auch EU-Bürger, die in die Türkei einwandern wollen, auf ältere, weniger strenge Gesetze berufen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2012)

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21 Kommentare

Ist es ein Naturgesetz,

dass Familienzusammenführung IMMER bei uns geschehen muss? :-)

Antworten Gast: @kritikus
26.04.2012 22:29
1 0

Re: Ist es ein Naturgesetz,

der österreichische Sozialstaat ist jedenfalls kein Naturgesetz und wenn er nicht mehr finanzierbar ist, wird er zum -wohl Leidwesen der österreichischen Bevölkerung- schrittweise abgebaut werden müssen.

Gast: barney stinson
25.04.2012 11:48
13 0

wahlwerbung

das ist echt weltklasse: die blauen brauchen gar keine wahlwerbung machen. das erledigen die anderen parteien und die eu für sie. ich bin echt sprachlos. und dass ich jetzt als eu bürger leichter in die türkei auswandern kann, find ich eigentlich super, denn dort boomt die wirtschaft und die ganzen sozialleistungsempfänger kommen eh nach österreich (oder sind schon da).

Antworten Gast: brillant carreer
25.04.2012 12:43
3 0

auch wenn solche Artikel

noch so gerne weiter hinten versteckt werden, die FPÖ braucht die Themen nur aufgreifen - sie bekommt alles am Silbertablett serviert. Und wenn sie es noch schafft, einen seriösen Wahlkampf ohne Hetze und dämliche Plakate zu führen, sondern Sachthemen und Probleme vernünftig anspricht, steht ihrem Wahlsieg- den ICH nicht begrüße!- nicht allzuviel im Weg.

Gast: zweifeln oder verzweifeln
25.04.2012 11:16
8 0

Österreich würde also auch

ein nach kanadischem/australischem Vorbild strukturiertes, anspruchsvolles Zuwanderungssystem nichts nützen - solange das Assoziationsabkommen EU-TR nicht geändert oder gekündigt werden kann?

Und diesen EU-Vertrag werden unsere Regierungspolitiker nicht kritisieren, da sie Angst vor Liebesentzug aus Brüssel haben.
Angesichts bereits bestehener Integrations-/Sprachprobleme und manchen parallelgesellschaftlichen Tendenzen halte ich den erleichterten Familiennachzug aus der TR - ohne Voraussetzungen wie ein paar Brocken Deutschkenntnisse- nicht für der Weisheit letzten Schluss.

Hier kann man nur auf den brillanten Kommentar von Michael Ley im "Spectrum" von letzter Woche verweisen - der bringt die Zukunft bzw. die sich ankündigende Misere der westeuopäischen Zuwanderungsgesellschaften auf den Punkt.

Re: Österreich würde also auch

Diesen EU-Vertrag zu kritisieren bringt jetzt wenig, da wurde einfach 1995 gepennt.

Wobei die Anknüpfung an den Familiennachzug ein denkbar schlechter ist. Gute, qualifizierte Arbeiter SOLLEN ja nach Österreich und denen sollte man das durch übermäßig schwere Familiennachzugsbestimmungen nicht verleiden.

Das Problem ist, dass die ganzen integrationsunwilligen Wirtschaftsflüchtlinge und Sozialschmarotzer überhaupt kommen - mit oder ohne Anhang.

Umgekehrt dürfen sich auch EU-Bürger, die in die Türkei einwandern wollen, auf ältere, weniger strenge Gesetze berufen.

Darauf haben wir Österreicher schon sehnsüchtig gewartet.

Gast: Defender
25.04.2012 07:45
20 3

es bleibt unterm Strich

nur eine Wahl - auch wenn ich damit keine echte Freude hab - ich wähl HC.

Antworten Gast: Kibietz
25.04.2012 08:58
1 11

Re: es bleibt unterm Strich

Dass Sie natürlich auch ein Modern Talking - Fan waren, braucht uns nicht zu wundern, oder?

Gast: gast:1
25.04.2012 07:23
21 2

oder kurz:

Europa schafft sich ab.

Antworten Gast: wienerwienerwiener
25.04.2012 12:20
6 1

Re: oder kurz:

.. in manchen Stadtteilen Wiens ist das schon passiert...
SO schürt man Ressentiments !

Kein Kommentar

Kein Kommentar. Ösiland schafft sich ab.

Gast: fire1
25.04.2012 07:10
14 1

Familienzusammenführung für Türken erleichtert

Soll das ein Witz sein? Ich hab schon bessere gehört.

Antworten Gast: wienerwienerwiener
25.04.2012 12:21
4 0

Re: Familienzusammenführung für Türken erleichtert

.. klar doch ! - unser Sozialsystem alimentiert sie ja besser...

Gast: mir reichts
25.04.2012 06:56
17 1

ohne Arbeitserlaubnis werde man das Land verlassen müssen.

das war der witz des tages.

lügt nur immer schön weiter, ich sage nur 2013.

Gast: rest in peace
25.04.2012 06:45
16 1

Als Arbeitnehmer

kommt doch sowieso keiner von denen. Das Sozialsystem ist halt praktisch wenn man ausser Kinder fabrizieren nix tun muss.
Hoffentlich sind wir bald Bankrott dann hoert sich wenigstens der Spass auf und es kommen nicht noch mehr dieser Schafhirten.

Gast: gasti
24.04.2012 22:36
21 1

und täglich grüßt die extrawurst für die...


Gast: LegendIn
24.04.2012 21:34
39 2

Man wird praktisch dazu gezwungen, Strache zu wählen


Gast: ZARA
24.04.2012 21:30
17 2

Da freuen sich nun bestimmt 8 Mio Österreicher!

Und wenn nicht, dann sind halt dumm!

wer will das

ich nicht!

Gast: dazu mein kommentar
24.04.2012 20:51
35 1

Selbst die dafür anfallenden Gebühren, die seit 1995 stark erhöht wurden, müssten nun verringert werden, sagt Akyürek.

Das ist auch schon egal, bezahlt wird es sowieso von uns.