Hungerkatastrophe in der Sahelzone: "Man stirbt leise"

27.04.2012 | 10:28 |   (DiePresse.com)

Mehr als 13 Millionen Menschen sind in der Sahelzone von einer Dürre- und Hungerkatastrophe betroffen. "Die Hölle auf Erden", so Caritas-Direktor Küberl.

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Es sei eine Situation, die "der Hölle auf Erden" gleicht, meinte Caritas-Präsident Franz Küberl. Mehr als 13 Millionen Menschen sind bereits von der Dürre- und Hungerkatastrophe in der Sahelzone betroffen. Das Krisengebiet umfasst eine Fläche von deutlich mehr als zwei Millionen Quadratkilometern. Die Katastrophe in Afrika dürfe nicht überhört werden, so Küberl: "Hunger macht apathisch, man stirbt leise."   

Besonders in Mali scheint sich die Lage zuzuspitzen: "Als wäre eine Dürre-Katastrophe nicht genug, leiden die Menschen dort auch unter einer politischen Katastrophe." Derzeit sei im vom Bürgerkrieg gebeutelten Norden des Landes Hilfe fast nicht möglich. "Es wäre wahnsinnig wichtig, einen Hilfskorridor zu öffnen", so Küberl.

Eine "Entsetzlichkeitsmultiplikation"

Hinzu kommen für Opfer und Helfer die enormen Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln und Treibstoff. Küberl: "Auch die Versorgung mit Wasser wird immer schwieriger. Das ganze ist eine Entsetzlichkeitsmultiplikation." Die Dürre reicht mittlerweile bis in den Senegal, wo von Norden die Wüste auf das Land mit Meereszugang "drückt". "Wir hoffen dennoch, dass sich die Krise nicht ausweitet."

"Wir bemühen uns, alles, was nur irgendwie geht, in den betroffenen Ländern besorgen. Es gibt eine Menge von sehr handfesten Programmen. Die Caritas Österreich wird im nächsten halben Jahr mithelfen, 30.000 Menschen vom Hunger zu bewahren", so Küberl. Dafür wurden 435.000 Euro aus dem Katastrophenfonds locker gemacht, was aber nur ein Anfang sein kann. Insgesamt erreicht die Hilfe des internationalen Caritas-Netzwerks in den nächsten Monaten über eine halbe Million Menschen. (c) APA

(c) APA

Österreich steuert 1,5 Millionen Euro bei

Die Republik Österreich steuert zur Katastrophenhilfe 1,5 Millionen Euro bei. "Das ist ein erster Schritt, und ich stehe nicht an, Außenstaatssekretär Wolfgang Waldner dafür zu danken. Ein zweiter Schritt sollte aber schon noch folgen", so Küberl. "Es geht hier nicht um Summen, die die Welt an den Rand des finanziellen Abgrunds bringen. Aber die Staaten lassen sich halt sehr lange bitten."

Das Drama dabei ist, dass gerade im aktuellen Fall der Sahelzone Zeit ein ganz entscheidender Faktor sein kann. "Mangelernährung hinterlässt Spuren oft ein ganzes Leben lang, das ist eine Art Zusatzverelendung", so der Caritas-Direktor, der diesbezüglich Kritik übt: "Man hat weltweit immer noch zu wenig klare Strategien, wie man in Entwicklungs- und Katastrophenhilfe zusammenarbeitet."

(APA)

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20 Kommentare
Gast: biersauer
28.04.2012 05:50
0 0

Es lockt das süße Leben in EUropa,..

die Menschen "flüchten" aus dem befreiten Libyen nach EUropa und die dortigen Getreidefelder bleiben brachliegend.
Dafür liefern wir Spendengelder obwohl Europa bereits verarmt. Schuld sind diiese Umvolker, welche diese Überzüchtung dort betreiben und dann diese Menschenmassen zum Umzug verleiten.

Gast: Lecter
28.04.2012 01:37
2 0

Sahelzohne

Die Sahelzohne ist wie viele Regionen der Erde einfach überbevölkert -streichen siezb . Ägypten die Lebenmittelimporte und die Leute hungern. Eine Trggödie für die armen Menschen-aber die Bevölkerungsexplosion müssen sie selbst in den Griff bekommen.

Antworten Gast: Gast0815
28.04.2012 18:25
1 0

Re: Sahelzohne

Korrekt.

Man sieht die Bevölkerungsexplosion ganz deutlich am Beispiel Somalia. Dort ist die Bevölkerung in den letzten 50 Jahren um 400% explodiert.

Durch die globale Klima-Abkühlung

wird die Sahel-Zone eben wieder trockener,wie vor 40 Jahren.

Antworten Gast: Messalina-X
28.04.2012 11:17
1 2

Re: Durch die globale Klima-Abkühlung

sorry, aber das ist ein Topfen, was sie da von sich geben

Gast: Karl Max
27.04.2012 21:24
0 1

Kampf dem Elend

es wäre zu schön m wahr zu sein:
die heile Welt wo alle genug zu essen und Trinkwasser und ein Dach über dem Kopf haben...
wir brachen nur die Ami(Weltpolizisten) rufen..und schon geht es los
was dann übrig bleibt nennt man Kollateralschäden an der Zivilbevölkerung
natürlich: unter dem Deckmantel der Befreiung,der Schaffung von Recht und Ordnung,der Belehrung nd Bekehrung
....
diese Art von Paradies schaffen die ach so intelligenten Erdenbewohner nicht mal in 1000 Jahren


Afrika

bestimmt seit 1962 über sich selbst ...

Gast: handlefair
27.04.2012 16:41
3 1

Keine Spekulation mit Lebensmitteln

Während Spekulanten, Banken und Investmentgesellschaften mit Lebensmitteln Kasse machen, steigt die Zahl der Hungernden weltweit! Dagegen protestiert die Initiative handle-fair.de!

Gast: Pensador
27.04.2012 14:48
6 0

Auch gegen Dürrekatastrophen kann man vorsorgen

Schon die alten Ägypter legten für dürre Jahre Getreidevorräte an, die Chinesen legen seit tausenden Jahren Bewässerungsterrassen an.
Dass irgend sowas in Schwarzafrika geschieht, hört man nie.
Die Opfer sind die einfachen Leute, meist analphabetisch, die es halt nicht besser wissen, als immer so weiterzumachen, wie seit
jeher. Ihren Hunger zu lindern ist gut, aber was tun Küberl und vorallem die korrupten einheimischen Führer dazu, um dafür zu sorgen, dass es in Zukunft nicht zu solchen Katastrophe kommt? Auch gegen Dürre kann man was machen, aber es muss rechtzeitig geschehen.

Antworten Gast: Manuel Mendez Leyva
27.04.2012 15:11
3 0

Re: Auch gegen Dürrekatastrophen kann man vorsorgen

Wenn man sich ansieht, was vergangene Kulturen (Ägypter, Maya usw.) der Erde mit vergleichsweise einfachen Mitteln abgetrotzt haben - man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Und das soll im 21Jhdt nicht möglich sein? Technisch sehr wohl, doch politisch wirds vereitelt.

Gast: Herman Tan
27.04.2012 14:39
3 3

Aber wir tanken Lebensmittel

ins Auto.

Antworten Gast: nina blum
27.04.2012 16:31
3 2

Re: Aber wir tanken Lebensmittel

Interessante Technik, die Sie da haben. Ich stelle die Lebensmittel nach dem Einkauf auf den Rücksitz. Tanken tu ich Super 95.

Gast: backpack
27.04.2012 14:26
2 1

d

Wen wundert es. Libyen (Gaddafi-Regime) war der wichtigste Handelspartner dieser Region. Jetzt hat die NATO das Land systematisch zerstört, es herrscht politisches Chaos und dann bricht natürlich die Wirtschaft in der ganzen Region zusammen und die Menschen müssen verhungern.

Gast: b754
27.04.2012 12:35
2 7

die neoliberalen verbrecher leisten ganze arbeit


Antworten Gast: Hanibal L.
27.04.2012 14:53
4 1

Re: die neoliberalen verbrecher leisten ganze arbeit

sie muessen mal nachschlagen was neoliberal bedeutet, wuerd ich ihnen raten, denn worte zu gebrauchen ohne ihren sinn/bedeutung verstanden zu haben, blamiert.

Antworten Antworten Gast: b754
27.04.2012 15:19
1 2

Re: Re: die neoliberalen verbrecher leisten ganze arbeit

da muss ich doch nur den schellhorn fragen unseren neolioberalen fundamentalisten

Gast: Gegen globale Ausbeutung
27.04.2012 12:25
3 0

Diverse US-Konzerne machen doch super Gewinne in Afrika

Alle spitze sozusagen.

Antworten Gast: Pensador
27.04.2012 14:54
4 1

Re: Diverse US-Konzerne machen doch super Gewinne in Afrika

Ja, wie schön war die Welt in Afrika doch, bevor es böse Kolonialisten und US-Konzerne gab!
Da verhungerten zwar die Leute hie und da genauso, aber man wusste wenigstens, dass die bösen Geister dran schuld waren.
Die Häuptlinge hatten 100 Frauen und eine Menge Sklaven und hie und da wurden halt, wenns zu lange trocken blieb, ein paar Kinder oder Jungfrauen für den Regengott geopfert.

Antworten Gast: Hanibal L.
27.04.2012 14:50
2 0

Re: Diverse US-Konzerne machen doch super Gewinne in Afrika

afrika in chinesischer hand.

Und uns hängt die Wampe

runter. Traurig ist das, dass die Güter so ungleich verteilt sind auf dieser Welt.
Die vielen armen Kinder. Es ist ein Jammer.

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