Indonesien: Russischer "Superjet" bei Demonstrationsflug verschollen

09.05.2012 | 16:33 |   (DiePresse.com)

Der neu entwickelte Suchoi Superjet 100 ist der Hoffnungsträger der russischen Luftfahrt-Industrie. Nun ist eine Maschine bei einer Vorführung in Indonesien vom Radar verschwunden.

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Jakarta/Moskau/Apa/dpa/som. Es hätte ein Demonstrationsflug werden sollen, bei dem die russischen Piloten die Qualitäten des „Suchoi Superjets 100“ unter Beweis stellen wollten. Statt dessen wird nun ein Unglück befürchtet. Am Mittwoch ist bei einem Probeflug in Indonesien ein hochmodernes russisches Mittelstreckenflugzeug mit mehr als 40 Menschen an Bord verschollen. An Bord der Maschine seien bis zu 48 Insassen gewesen, sagte der Chef der indonesischen Luftfahrtbehörde, Herry Bakti Singoyudha, in Jakarta. „Wir suchen noch danach“, ergänzte er. „Wir wissen nicht, was passiert ist.“

Das Flugzeug sei in der Gegend des rund 2200 Meter hohen Vulkans Salak nahe der Hauptstadt Jakarta vom Radarschirm verschwunden, ergänzte er. Kurz zuvor habe die Besatzung darum gebeten, die Flughöhe verringern zu dürfen. Womöglich ist das Flugzeug mit dem Berg kollidiert. Ein Sprecher des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK bestätigte in Moskau, dass auch die Funkverbindung mit der Maschine während des Tests in der Nähe von Jakarta abgerissen sei, berichtete die Agentur Interfax.

Ein russischer Luftfahrtexperte sagte, es gebe wenig Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang. Er sprach von 44 Insassen. An Bord seien acht Russen und 36 Vertreter indonesischer Fluggesellschaften gewesen. Nach Angaben aus Jakarta waren es 40 Indonesier und acht Russen. Am Flughafen in Jakarta versammelten sich Angehörige, Menschen, deren Familienmitglieder in dem Jet gesessen waren, erlebten bange Stunden. Der örtliche Fernsehsender Trans TV berichtete, an Bord seien auch einer ihrer Reporter sowie ein Kameramann gewesen. „Wir können sie nicht erreichen“, sagte Chefredakteur Gatot Triyanto.

„Sie haben zwei Demonstrationsflüge gemacht“, sagte Adang Surpiyadi, der Kommandant des Halim-Militärflughafens in Jakarta. Der Kontakt zu der Maschine sei nur rund zwölf Minuten nach dem Start zum zweiten Flug abgebrochen, gegen 14:35 Uhr Ortszeit. Die einsetzende Dunkelheit und Regen erschwerten gestern die Arbeit von Suchmannschaften.

Das Flugzeug befand sich auf einer Demonstrationstour durch sechs asiatische Länder. In Kasachstan, Pakistan und Burma hatte der Jet bereits im Rahmen der internationalen Werbetour „Wir begrüßen Asien“ Station gemacht; ein Weiterflug nach Laos und Vietnam stand bevor.

Superjet 100: Russlands modernster Jet

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Westliche Technik für Superjet


Der auch mit westlicher Technik ausgestattete Superjet 100 ist das erste Passagierflugzeug, das in Russland seit dem Zerfall der Sowjetunion entwickelt wurde. Moskau hat mit der Maschine ehrgeizige Pläne. So soll der in Kooperation mit Boeing sowie europäischen Unternehmen entwickelte Superjet auf dem Weltmarkt den Branchenriesen Bombardier (Kanada) und Embraer (Brasilien) Konkurrenz machen.

Erst vor kurzem hatte die Zivilsparte des Kampfjet-Herstellers Suchoi die offizielle Zulassung für die Europäische Union erhalten. Allerdings hatten Triebwerksprobleme die Auslieferung des Fliegers bislang verzögert. Beim Flug von Burma nach Indonesien hatte das Flugzeug erstmals den Äquator überflogen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10. Mai 2012)

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28 Kommentare
 
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Gast: Papa Schlumpf
09.05.2012 22:28
0

Und hat so eine kamikaze-Technik auch schon in der EU fliegen dürfen???

Kann ja wohl nicht wahr sein, dass ein derart unausgereiftes Ding fliegen darf!
Und dann noch mit Nichtcrew-Mitgliedern, die glauben, dass das Ding kein fliegender Sarg ist.
Wird schon einen Grund haben, warum sowas nur in Entwicklungsländern fliegen darf.

Leute.

Da sind wahrscheinlich gerade 46 Menschen gestorben. Sarkasmus

Im Flugzeug sassen Menschen

Ist Euch klar, dass es um das Schicksal von Menschen geht????

Gast: k.u.k Feldmarschall
09.05.2012 19:28
0

Der Flieger wird halt wie alle andere russischen Selbstmordvehikel ausschließlich den Russen vorbehalten bleiben und vielleicht ein paar armen Teufeln in Entwicklungsländern

So wie die Weisswurscht den Bayern, weil sich alle anderen bis übers G'nack anka....!

fliegen ist genau so sicher wie russische reaktorblocks


Antworten Gast: gegerewf
09.05.2012 20:14
0

Re: fliegen ist genau so sicher wie russische reaktorblocks

und gab, bzw. gibt es nuklearkatastrophen in russland?

Antworten Antworten Gast: Ivan Groznyj
10.05.2012 01:28
0

Re: Re: fliegen ist genau so sicher wie russische reaktorblocks

Sicherheit der Atomkraftwerke: Sellafield 1957. Wenn Sie es nicht kennen, dann goggeln Sie...

Antworten Antworten Gast: atom
10.05.2012 01:05
0

Re: Re: fliegen ist genau so sicher wie russische reaktorblocks

Ja< die gab es, aber es wird darueber nicht gesprochen.

Hat der Unterhosenbomber zugeschlagen ?

so ein Flugzeug kann doch nicht einfach so verschwinden ...

Solche Meldungen kann Putin jetzt überhaupt nicht gebrauchen

Da steht er nun auf dem Roten Platz und lässt paradieren - und dann das! Er wird wie jeder alte Kummerl reagieren: die Verantwortlichen ab in das Kellerverlies und markig verkünden, dass nur er so eine Sauerei künftig verhindern kann. Eine Endlosschleife in Russland.

Gast: Blankensteiner Husar
09.05.2012 17:23
0

Was "Superjet" heißt, wird auch "super jeten"

Befindet sich sicher in einer anderen Dimension und das, wo der Niki schnell ein neues Türl fürs Häusl braucht, das imhm am VIA rausgefetzt haben.


Gast: Radio Moskau
09.05.2012 16:51
4

Durch die neue revolutionäre russische Tarnkappen Technologie verschwindet eine Maschine nicht nur vom Radar

sie dematerialisiert sich auch noch zusätzlich.

It's not a bug, it's a feature

der Jet hat seine Stealthfähigkeiten bewiesen und taucht morgen nach drei Weltumrundungen ohne Auftanken wieder in Indonesien auf ;-)

Re: It's not a bug, it's a feature

Echt geschmacklos in Anbetracht dessen, dass so viele Menschen gestorben sind!

Antworten Gast: gast4562
09.05.2012 20:03
3

Re: It's not a bug, it's a feature

haha, ich lach mich tot... glauben sie, dass die angehörigen der 46 insassen ihren kommentar auch so witzig finden??? es ist ja wohl offensichtlich, dass da ein tragisches unglück passiert ist!!

Gast: LegendIn
09.05.2012 16:28
3

Bumerang

War einmal ein Bumerang;
War ein weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.

Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.

Gast: k.u.k Feldmarschall
09.05.2012 15:56
2

Schuster bleib' bei deinen Leisten!

Russland ist für viels berühmt aber sicher nicht für technische Erzeugnisse.
Bis heute haben sie weder Elektronik, Mechatronik oder Feinmechanik zusammengebracht.
Ja früher, als man noch mit Seilen die Steuerruder ansteuerte wie in den Antonows, das konnten sie.
Mit der Elektronik aus dem Hinterhof haut das nicht hin.
Sollens gleich beim Conrad kaufen; einfach übers Internet geliefert bis St.Hintertupfing in Sibierien.

Re: Schuster bleib' bei deinen Leisten!

Stimmt so nicht ganz, siehe bemannte Raumfahrt.

Das Problem scheint weniger das Können zu sein, sondern wohin echte Spezialisten abkommandiert werden. Und das ist nun mal Miltär und Raumfahrt.

Gast: (x) FPÖ
09.05.2012 14:40
1

Ausser die AK47 haben die Ruxxen nichts zusammengebracht, was nicht gleich nach 5 Minuten Gebrauch auseinanderfällt

Loser!

Antworten Gast: Gesichtschirurg
09.05.2012 20:34
1

Re: Ausser die AK47 haben die Ruxxen nichts zusammengebracht, was nicht gleich nach 5 Minuten Gebrauch auseinanderfällt

Sie verhöhnen nicht nur die Opfer eines möglichen Absturzes, Sie wissen anscheinend auch nicht, dass das AK 47 ein Nachbau des deutschen StG 44 (Hugo Schmeisser) ist.

Irrtum mein lieber...

Das Produkt Suchoj Superjet S-100 is so gut, dass es aus Neid während des Fluges von Ausserirdischen entführt wurde.

Antworten Gast: mario
09.05.2012 15:25
7

Re: Ausser die AK47 haben die Ruxxen nichts zusammengebracht, was nicht gleich nach 5 Minuten Gebrauch auseinanderfällt

Unterbelichtete kommentare bitte sein lassen!

Re: Ausser die AK47 haben die Ruxxen nichts zusammengebracht, was nicht gleich nach 5 Minuten Gebrauch auseinanderfällt

..und was hat (x) FPÖ zusammengebracht?

Antworten Antworten Gast: germanikus lulzikus
09.05.2012 16:13
1

Re: Re: ..und was hat (x) FPÖ zusammengebracht?

hypo!

lulzi

Antworten Antworten Antworten Gast: (x) FPÖ
09.05.2012 16:37
1

Re: Re: Re: ..und was hat (x) FPÖ zusammengebracht?

der (x) FPÖ hat sich den Rücken eingeölt und jetzt können Rot/Schwarz/Grün drauf runterrutschen!

(LOL!)

 
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