Gut vier Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" drängt der Betreiber des Luxusliners auf eine rasche Bergung des Wracks vor der toskanischen Insel Giglio. Die Gefahr sei, dass das Schiff sinken könnte, heißt es in einem Dossier, das auszugsweise von der toskanischen Tageszeitung "Il Tirreno" veröffentlicht wurde. Am Freitag gab die Reederei Costa Crociere Einzelheiten der Bergung bekannt. Zuerst soll eine Unterwasserplattform errichtet werden, die das Schiff stabilisiert. Auf der aus dem Wasser ragenden Seite des Schiffes sollen zwei riesige Wasserbehälter angebracht werden. Mit Hilfe von zwei an der Plattform angebrachten Kränen und den beiden Wasserbehältern soll die "Costa Concordia" in eine aufrechte Lage gehievt werden. Danach wird das Schiff in einen italienischen Hafen abtransportiert, der noch bestimmt werden soll, und anschließend der Meeresboden gesäubert.
"Wir haben die beste und sicherste Lösung zum Schutz der Insel und des Meeresraums gewählt. Wir starten mit einer, was die technische Komplexität betrifft, bisher noch nie unternommenen Bergungsaktion. Trotz der mit einem solchen Unternehmen verbundenen Risiken sind wir sicher, dass wir den richtigen Beschluss gefasst haben", kommentierte Gianni Onorato, Generaldirektor der Costa Crociere. Als "zyklopenhaftes Projekt" bezeichnete Onorato den Plan zur Bergung der Costa Concordia. "Bisher ist noch nie ein Schiff dieser Dimension geborgen worden. Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Plan unter den besten Sicherheitsbedingungen umsetzen und die Umwelt nicht belasten werden", erklärte Onorato.
Basis nicht auf Giglio
Costa Crociere habe sich für den Plan der US-Firma Titan Salvage entschieden, weil er alle Standards erfüllte, unter anderem die Bergung des gesamten Wracks und die geringste Umweltbelastung. "Wir freuen uns, dass wir für dieses unglaubliche Projekt ausgewählt wurden. Unsere Erfahrung hat uns ermöglicht, einen Plan vorzustellen, der den Erwartungen entspricht", kommentierte Richard Habib, Präsident von Titan Salvage. Die Firma Micoperi wird ihr Know-how beim Bau von Ölplattformen zur Verfügung stellen, um die Infrastrukturen für die Bergung des Schiffes zu errichten.
Der Plan sieht auch Initiativen zum Schutz des Tourismus auf der Insel Giglio vor. Die Anwesenheit des Personals, das sich an der Bergung des Schiffes beteiligt, soll die Insel nicht belasten. Die operative Basis von Titan wird nicht auf Giglio, sondern in der toskanischen Hafenstadt Piombino liegen. Hier werden auch die Materialien für die Bergung angesammelt.
(APA)
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