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Anschlag auf italienische Schule: Zweifel an Mafia-Theorie

20.05.2012 | 10:05 |   (DiePresse.com)

Nach dem Attentat in Brindisi glauben die Ermittler nicht an eine Mafia-Urheberschaft. Indes werden die Anti-Terrorismus-Maßnahmen verschärft.

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Nach dem Bombenanschlag auf eine Berufsschule im süditalienischen Brindisi, bei dem eine 16-jährige Schülerin ums Leben gekommen ist und weitere vier Jugendliche verletzt wurden, sind in der Nacht auf Sonntag zwei Personen vernommen worden. Dabei handelt es sich um einen Ex-Soldaten und um eine weitere Person, deren Identität nicht bekanntgegeben wurde, berichtete die Webseite BrindisiReport.it. Die beiden Personen wurden mit Hilfe von Videoanlagen identifiziert. Ihre Wohnungen wurden durchsucht, die beiden Personen wurden allerdings nicht festgenommen.

Der Name der Schule erinnert an die Symbolfigur des Kampfes gegen die organisierte Kriminalität: Sie heißt „Morvillo Falcone" - wie die Ehefrau des Anti-Mafia-Richters Giovanni Falcone. Die beiden starben vor fast genau 20 Jahren, am 23. Mai 1992, durch eine Autobombe der Mafia auf Sizilien. Inzwischen werden aber immer mehr Zweifel an der Theorie laut, dass die Mafia hinter dem Anschlag stecken könnte. Das Attentat trägt nach Überzeugung der Ermittler nicht die Handschrift der Mafia. Ein Phantombild des Täters wurde aufgrund von Bildern angefertigt, die von Videoanlagen unweit der Schule aufgenommen wurden.

Zweifel an der Mafia-Theorie

Bei der Bombe sei Benzin und nicht - wie bei der Mafia üblich - Dynamit verwendet worden, begründete Anti-Mafia-Staatsanwalt Cataldo Motta seine Zweifel. Auch der nationale Polizeichef Antonio Manganelli bezweifelte öffentlich die Mafia-Theorie. Die Ermittler vermuten immer mehr, dass der Bombenanschlag auf Terroristen zurückzuführen sei.

Nach Angaben von Sicherheitskräften explodierte der Sprengsatz aus drei miteinander verbundenen Gasflaschen gegen 07.45 Uhr (MESZ), als die Schüler zum Unterricht strömten. Vermutlich waren sie in Rucksäcken versteckt, die auf einer kleinen Mauer vor der Schule abgestellt wurden.

"Brindisi weint mit den Opfern"

In mehreren Städten Italiens gingen am Samstagabend Menschen auf die Straße gegangen, um damit ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen und der getöteten Schülerin zu gedenken. In Rom versammelte sich eine Menschenmenge vor dem Pantheon. Unter den Demonstranten waren viele Studenten und Schüler, manche hatten Tränen in den Augen. "Wir haben keine Angst" und "Man darf nicht in der Schule sterben", war auf Transparenten zu lesen.

Auch in Brindisi kamen zahlreiche Menschen zusammen. "Brindisi weint mit den Opfern", hieß es auf Spruchbändern, die sich auch gegen die Mafia richteten. Die Fahnen an öffentlichen Gebäuden in Italien wurden für die nächsten Tage auf halbmast gesetzt.

Anti-Terrorismus-Maßnahmen verschärft

Nach dem Bombenanschlag sind in ganz Italien die Anti-Terrorismus-Maßnahmen verschärft worden. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um mutmaßlich gefährdete Einrichtungen und Personen wurden verstärkt. Über 20.000 Sicherheitskräfte und Soldaten seien im Einsatz, berichteten italienischen Medien am Sonntag.

Auch in Brindisi wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Innenministerin Annamaria Cancellieri berichtete, dass 200 Polizisten und Carabinieri im Einsatz seien, um die Ermittlungen zu führen und die Gegend zu kontrollieren.

Terroralarm in Italien

Seit Tagen herrscht in Italien Terroralarm. Vergangene Woche war der Geschäftsführer der Atomfirma Ansaldo Nucleare, Roberto Adinolfi in Genua auf offener Straße angeschossen worden. Der Manager wurde am Bein operiert. Die italienische Untergrundorganisation "Informelle Anarchistische Föderation" (FAI) hatte sich zu dem Anschlag bekannt. Daraufhin waren die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden.

Personenschutz wurde unter anderem dem Geschäftsführer des italienischen Rüstungskonzerns Finmeccanica, Giuseppe Orsi, gewährt. Die anarchistische Untergrundorganisation FAI hatte vergangene Woche Anschläge gegen Finmeccanica angekündigt. Auch für Manager der Finmeccanica-Atomtochter Ansaldo Nucleare wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

(APA)

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5 Kommentare

Nichts für ungut

aber wiso wird der Mafia nicht endlich mal ein für alle mal der Gar aus gemacht?

Mit hilfe von Überwachung, Drohnen und eine leichte Division von Infantariesoldaten könnte man über Süditalien einen Ausnahmezustand verhängen und alle Mafiafamilien gleichzeitig (und alles was danach riecht) inhaftieren. Jede einzelne Person wird überprüft und sollte er/sie mit ihnen zusammenarbeiten oder dinn stecken naja dann ab ins Knast mit ihnen.

Ist doch lächerlich. Gegen "Kaugummidelikte" geht man mit voller härte vor aber gegen das Organisierte Verbrechen stellt sich der Staat halbtot. Ich verstehe die Motive. Politiker, Polizisten usw.. haben auch Familien aber wenn alle gemeinsam im Verbund einmal zusammen helfen könnte man "das Problem" beseitigen.

Und sollte der dahinter stecken dann sollte man endlich mal die Grenzen dicht machen. Tore einbauen und nur jene durchlassen die mit dem Westen einverstanden sind wie er ist und niemanden durchlassen die unsere Lebensart hassen und entschlossen sind ihn zu bekämpfen.

Gast: netter gast
20.05.2012 12:21
3 0

Das übliche Motiv ?

Da wäre auch schon das Motiv :
"Anti-Terrorismus-Maßnahmen verschärft"

Re: Das übliche Motiv ?

Na war ja klar. Aber wenn Leute wie sie immer so schnell über alle "Motive" bescheid wissen frage ich mich wiso sie uns nicht schon vorher davor warnen?

Oder posten sie gar nur irgend welche Schauergeschichten um sich auf ekelhafte weise zu profilieren?

Wer solls denn gewesen sein? War es die CIA? NSA? die Freimaurer? Illuminati? oder doch meine Schwiegermutter? Einfach ekelhaft.

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"Cui bono?"

Den größten Schaden von dem Anschlag haben die Mafiafamilien -daher scheiden sie als Täter schon in der ersten Runde aus.

Es geht bei den Anschlägen darum die ursprünglich von den USA aufoktroyierten Anti-Terrorismus-Maßnahmen weiter zu verschärfen um die Bürgerrechte einzuschränken - in Erwartung von bürgerkriegsähnlichen Entwicklungen in gesamt Europa sobald sich der € in das auflöst was er ist:

Ein mäßig bunter Papierzettel


Hmmm

Fürchten sich Monti und seinen Goldmann Kumpanen vor italienischer Widerständigkeit? War das eine False Flag Aktion nach altbewährtem Gladio Muster? Möglich wärs´s angesichts der Brutalität mit der die Italiener im Moment von den Bütteln des Staates geplündert werden, damit die oberen 10.000 nicht um ihre "Investments" umfallen.