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New York: Volle Härte gegen Softdrinks

31.05.2012 | 18:21 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, politisch unabhängig, plant Verbot von zuckerhaltigen, übergroßen Limonaden in Restaurants. Er setzt sich an die Spitze im Kampf gegen die grassierende Fettleibigkeit.

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Washington. Im Feldzug gegen das Rauchen hat New York längst Schule gemacht. Mit Ausnahme von einer Handvoll Lokalen sind Zigaretten aus dem öffentlichen Raum verbannt, das Verbot erstreckt sich inzwischen selbst auf Parks. Eine ähnliche rigorose Kampagne kündigte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg jetzt in seiner Mission als Gesundheitsapostel an: Er sagt den übergroßen Softdrink-Bechern den Kampf an, die viele Amerikaner gewohnheitsmäßig in die Kinos und Sportarenen mitnehmen, um Eimer an Popcorn hinunterzuspülen.

Das Verbot von zuckerhaltiger Limonade in Getränken von mehr als 0,47 Litern (16 ounces) – von Cola über Energy-Drinks bis gesüßtem Eistee – soll im März nächsten Jahres in Kraft treten. Es betrifft Restaurants, Kinos, Sportstätten, mobile Verkaufsstände, nicht jedoch Supermärkte.

Die Verfechter individueller Freiheitsrechte und Weltkonzerne wie Coca-Cola oder Pepsi heulten auf, als Bloomberg seine Initiative vorstellte. Doch der 70-jährige Milliardär, politisch unabhängig und in seiner dritten und letzten Amtsperiode, muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Widerstand fürchtet er nicht, Kontroversen wie die Homosexuellen-Ehe beflügeln ihn eher. Er ist vom Ehrgeiz getrieben, als jener Bürgermeister in die Annalen einzugehen, der New York seinen Stempel aufgedrückt hat. Die Präsidentschaftskandidaten Obama, ein gelegentlicher Golfpartner, und Romney buhlen um seine Unterstützung.

 

Jeder dritte US-Bürger ist fett

Nun setzt sich Bloomberg an die Spitze im Kampf gegen die grassierende Fettsucht. Laut Untersuchungen gilt ein Drittel der US-Amerikaner als fett, ein weiteres Drittel als übergewichtig. Überproportional in Mitleidenschaft gezogen sind Minderheiten wie Afroamerikaner und Latinos, die sich in Fast-Food-Ketten gern mit einem „Refill“ bedienen – dem Gratisnachfüllen des Cola-Bechers. Fettleibigkeit ist paradoxerweise oft ein Symptom für Armut. Wohlhabende legen dagegen Wert auf gesunde Ernährung und Fitness, Softdrinks sind in ihren Haushalten vielfach verpönt.

Thomas Farley, New Yorks Gesundheitsstadtrat, macht Softdrinks als Hauptübel für den Anstieg der Fettsucht in den vergangenen 30 Jahren verantwortlich. Jeder dritte New Yorker trinke täglich zumindest eine Limonade. „Fettleibigkeit ist ein nationales Problem. Überall in den USA schlagen Gesundheitspolitiker die Hände über den Kopf zusammen: ,Oh, das ist fürcherlich.‘ New York ist anders, wir tun etwas“, sagte Bloomberg vollmundig in der „New York Times“.

Ganz so einfach liegen die Dinge indessen nicht. In vielen Schulbezirken, insbesondere in der von der Mittelschicht besiedelten Vorstädten, haben Elterninitiativen die Entfernung von Softdrinks aus den Getränkeautomaten der Schulen erreicht. Das Bewusstsein um die langfristigen Folgen der Fettsucht ist kontinuierlich gewachsen, und dies ist nicht zuletzt ein Verdient der First Lady.

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First Lady als „Vorturnerin“

Michelle Obama dürfte hellauf begeistert sein vom Vorstoß Bloombergs. Als Vorreiterin der „Let's-Move“-Bewegung, als „Vorturnerin“ der Nation, hat sie sich dem Kampf gegen die Fettleibigkeit verschrieben, unermüdlich macht sie in öffentlichen Auftritten darauf aufmerksam. Gerade erst brachte sie ein Buch über ihren Gemüsegarten im Weißen Haus heraus.

Auf einen Blick

Limo-Bann. Ab März 2013 will New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg in Restaurants, Kinos und Sportarenen ein Verbot von zuckerhaltige Limonaden im XL-Format (mehr als 0,47 Liter) einführen. New York würde damit landesweit ein Beispiel setzen. Manche Schulbezirke haben Softdrinks bereits verbannt. Ein Drittel der Amerikaner gilt als fettleibig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2012)

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20 Kommentare

Pervers

Pervers ist, dass es auf dieser Welt Leute gibt, die den Hals nicht vollbekommen und andererseits verhungern Menschen, obwohl wir genug Lebensmittel für alle hätten.Dies ist eine Schande und ein Verbrechen.

so ein Quatsch ...

typisch Amis, zuerst die Folgen aber nie die Ursachen bekämpfen

Re: so ein Quatsch ...

Es gibt in Europa und damit auch in Österreich genug Übergewichtige und die meisten Leute mit Übergewicht essen einfach zuviel.Das ist kein typisch amerikanisches Problem, sondern eines der westlichen Welt allgemein.Fakt ist, dass wir Lebensmittel wegwerfen, die absolut noch genießbar sind, aber wir mit unserer westlichen Überheblichlkeit kapieren das nicht.

Gast: E.T.
01.06.2012 09:53
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Verbote Verbote

Meiner Meinung nach sollte man als erstes den Mensch selbst verbieten.


Gast: fu hu
31.05.2012 20:30
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im vergleich zum rauchverbot ist das ausgesprochen halbherzig.

denn wer im kino mit 1 liter milchshake und 1 liter cappucino nicht genug hat kann sich ja 2 halbe liter cola dazunehmen. vielleicht erfindet wer so praktische tragebehälter wo man mehrere halbliterbecher hineinstellen kann.

ein volk vor sich selbst zu beschuetzen, hat noch nie funktioniert

gerade in usa ist das absurd. es gibt keine freiheit ohne verantwortung. das ist genauso abartig wie der governor in texas, rick perry, der einfach per verordnung hundertausende leute impfen laesst - weil er es fuer richtig erachtet.
vom land of the free ist nicht mehr viel uebrig - aber gott sei dank noch mehr als in europa, wo man wieder zum sozialismus tendiert.

Jetzt will man uns fit machen

Um für uns weniger auszugeben(Krankengeld) und uns noch effektiver arbeiten zu lassen ;D

Gast: africano
31.05.2012 19:42
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Dümmer geht es ja nimmer !!

Aspartam ist gesundheitsschädlich auch der BIG Mack und auch andere Fastfood-Produkte mit Geschmacksverstärker sollten verboten werden ,aber darüber schweigt man sich aus.

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mehr als ein halber

Liter Milchshake ist aber ok?!
Das ist echt krank. ziehen die sich sowas tatsächlich rein ?!?!?

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Re: mehr als ein halber

So einen 1-Liter-"Becher" Caffee-Latte stelle ich mir auch angenehm vor. Die spinnen komplett da drüben.

Mit Fruchtsäften werden ihnen die Zähne weggefressen. Das ist in solchen Mengen auch alles andere als gesund.

Gast: Konservativer
31.05.2012 18:15
4 0

Eine Schande für das Land der Freiheit.

Ob ich 0,5l oder 1,0l Limonade trinken will, bleibt mir überlassen.

Bleibt es mir nicht überlassen, befinde ich mich in einer linken Diktatur.


Antworten Gast: E.T.
01.06.2012 09:57
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Re: Eine Schande für das Land der Freiheit.

Das glauben nur Sie ! Bald wird ein Chip registrieren, was wir wann zu uns nehmen und entsprechende Strafbescheide werden dann ausgestellt.
Eine neue Einnahmequelle wäre erschlossen.

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Re: Eine Schande für das Land der Freiheit.

Die scheinen aber mittlerweile derart verblödet zu sein, dass es anders nicht mehr geht. Wie kleine Kinder, von denen manche auch alles in sich hineinstopfen, was ihnen in die Finger kommt.

Antworten Antworten Gast: Konservativer
31.05.2012 19:06
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Re: Re: Eine Schande für das Land der Freiheit.

Bin regelmäßig in Amerika, kann das nicht bestätigen. Das Gesundheits-Bewußtsein ist dort sichtbar stärker ausgeprägt als im Leberkäs-Land.

Wie oft waren Sie in Amerika?

Antworten Gast: 3w4
31.05.2012 18:45
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Re: Eine Schande für das Land der Freiheit.

Richtig!

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Zeit wirds.

Dass bei einem Medium McDonalds Menue 1l Cola dabei ist, ist einfach abnormal. Vielleicht sollte man sich auch ueberlegen in Fast Food Lokalen Wasser billiger als Softdrinks zu machen.

"Fruchtsäfte, Diät-Softdrinks und Getränke mit hohem Milchgehalt (also zum Beispiel Shakes oder Café Latte) sollen von der Regelung befreit werden." - mehr als einen 16oz Cafe Latte, na servas...

Wobei ich kaum glauben kann, dass 50% der New Yorker uebergewichtig sind. In Manhattan bekommt man das auf jeden Fall nicht mit. Wird wahrscheinlich in den umliegenden Stadtteilen so sein...

Gast: b754
31.05.2012 15:09
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amerika adipös dekadent degeneriert und eine doppelmoral wie nirgends sonst

man kann nur hoffen dass obama noch eine amtszeit hat

Antworten Gast: L.W.
31.05.2012 15:36
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man kann nur hoffen dass obama noch eine amtszeit hat

Weil er ...

- Guantanamo geschlossen hat
- aus Afghanistan abgezogen ist
- den Irak befriedet hat
- überhaupt ein Wunderwuzzi ist
- alle Wahlversprechen gehalten hat

??? Aha.

Gast: Maxx
31.05.2012 14:48
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Nanny Bloomberg

anscheinend brauchen sie aber eine Nanny

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Re: Nanny Bloomberg

Die USA sind wie ein riesiger Kindergarten - aber mit Kriegsspielzeug.

Denen ist es innerhalb von etwa 100 Jahren gelungen aus einem selbsbestimmten Volk deren Bevölkerung auf eigenen Beinen stehen kann ein Volk von unmündigen Idioten zu machen. Leute, die nicht einmal wissen müssen, dass man in Wasser ertrinken kann und sich mit heißem Kaffee verbrennen kann.