940 Millionen Euro gegen den Hunger in der Sahelzone

18.06.2012 | 16:40 |   (DiePresse.com)

Die EU-Kommission stockte ihren Anteil an den Hilfgeldern auf, dennoch fehlen noch rund 360 Millionen Euro, um die Lage längefristig zu beruhigen.

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Die EU und andere wohlhabende Staaten haben am Montag rund 940 Millionen Euro im Kampf gegen eine neue Hungersnot in der Sahelzone Afrikas versprochen. Damit solle versucht werden, 18 Millionen Menschen zu ernähren, sagte die für Katastrophenhilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa nach einer Konferenz in Brüssel, fügte jedoch hinzu: "Das ist eine gute Nachricht für die Menschen des Sahel, aber es reicht nicht aus."

(c) EPA (OLIVIER HOSLET) EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa.

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Die trockene Sahelzone zwischen der Sahara und dem nördlichen Rand des afrikanischen Regenwaldes werde in sieben Jahren bereits zum dritten Mal von einer Hungerkatastrophe bedroht. Ausbleibender Regen, schlechte Ernten und ein Ausfall von 2,5 Millionen Tonnen Nahrungsproduktion seien für die Lage verantwortlich - ebenso wie Rückkehrer aus Libyen, Unsicherheit in Mali und Flüchtlingsströme. "Wir stehen vor einer wirklichen menschlichen Tragödie", sagte Georgiewa.

Kommission erhöht Hilfsaktion-Beitrag

Die EU-Kommission erhöhte ihren Beitrag zur internationalen Hilfsaktion um 40 auf 337 Millionen Euro. Die 940 Millionen Euro werden zudem von den EU-Staaten sowie anderen Ländern wie Norwegen, Japan, Australien und den USA aufgebracht. Insgesamt würden jedoch etwa 1,3 Milliarden Euro gebraucht.

Georgiewa betonte, neben der Nothilfe müsse auch eine "starke und dauerhafte Widerstandsfähigkeit gegen Dürre und Hunger" aufgebaut werden. "Wir müssen uns auch um die Ursachen des Problems kümmern", sagte Hadjibou Soumare, Generalsekretär der westafrikanischen Wirtschaftsunion. "Wir brauchen beispielsweise Unterstützung in der Agrar-Strukturpolitik." EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs sagte, die Entwicklungspolitik müsse eng mit der humanitären Hilfe verbunden werden.

Die Hilfsorganisationen Save the Children, Oxfam, World Vision und Action Contre la Faim mahnten zur Eile bei der Hungerhilfe. "Die Familien brauchen dringend Hilfe, und die Geldgeber reagieren viel zu langsam", erklärte die Chefin von Save the Children, Jasmine Whitbread. Marius Wanders von World Vision wies darauf hin, dass Dürre in Afrika südlich der Sahara keine Seltenheit mehr sei: Nötig seien langfristige Investitionen in eine bessere wirtschaftliche Entwicklung.

(APA)

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10 Kommentare
Gast: whoCares
19.06.2012 04:10
4 0

. . . nötig seien langfristige Investitionen in eine bessere wirtschaftliche Entwicklung.

Die EU müsste Friedenstruppen zur Unterstützung von Demokratien zum Aufbau von Schulen, Verwaltung, der Landwirtschaft mit den notwendigen Gewerbebetrieben in ärmste Länder senden.
Europa mit seinen ausgebildeten jungen Fachkräften sollte in der Sahelzone erst die Versorgung gewährleisten, damit die Hilfe auch die Menschen erreicht und Aufbaupläne veranschlagt werden.
Dies wäre eine Chance für junge Rekruten die Welt kennenzulernen, zu verstehen und zu helfen.

Gast: isafjoerdur
18.06.2012 18:47
2 3

Gutmenschen

Seit diese Gutmenschen-Weiber in der EU am werkeln sind (Malmström, Georgiewa etc.), geht's immer weiter bergab. Aber wer für's Geld nicht arbeiten muss, hat keinen Bezug dazu.

Es muss schon ein ziemlicher Bl0edmensch sein, der ...

... den Zusammenhang zwischen humanitärer Katastrophe und Flüchtlingsbewegungen (auch Richtung Europa) nicht gneisst.

Gast: Get
18.06.2012 18:43
4 2

Die sollten lieber Kondome schicken.

Würde dem Problem eher ebeikommen...

Re: Die sollten lieber Kondome schicken.

Ach ja bevor ich es vergesse.
Auch in Afrika gibt es Kondome.
Zum Essen haben sie nichts.

Re: Die sollten lieber Kondome schicken.

Zynismus pur

Antworten Gast: roter wolf
18.06.2012 19:16
0 4

Re: Die sollten lieber Kondome schicken.

Da hätten nicht alle Missionare eine Freude.

Gast: vor dem arlberg
18.06.2012 17:32
2 2

Wir müssen es ja übrig haben

nach jahrzehntelangem Spenden schon wieder 940 Millionen zu verpulvern. Wie wäre es, wenn man den Leuten dort unten erklären würde, dass jeder seines Glückes Schmied ist und sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen. Wo sind denn all die Brunnen etc., die seit Jahrzehnten spendiert und gebaut wurden. Offensichtlich unfähig und unwillig, die Infrastruktur intakt zu halten. Von mir gäbe es nichts, wäre ich nicht durch meine Steuern "Zwangsspender" !

Jeder seines Glückes Schmied.

Jaja. "Alle haben die gleiche Ausgangssituation und eine ordentliche Portion Fleiß reicht zum um aus dem Sumpf heraus zu kommen."

Ich würd sagen, Du bist entweder ein V0lldill0 oder ein zynisches Ar$chl0ch.

2 1

Re: Jeder seines Glückes Schmied.

ist beschimpfen ploetzlich modern oder haben Sie blos freude an den
"$0nd€rzeichen"?

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