Die Geiselnahme in einer Bank der südfranzösischen Stadt Toulouse ist beendet. Der Täter, der sich als Mitglied des Terrornetzwerkes al-Qaida bezeichnete, wurde am Mittwochnachmittag überwältigt. Die beiden letzten Geiseln blieben unverletzt. Der Geiselnehmer selbst wurde am Bauch verletzt und musste an Ort und Stelle von Rettungskräften behandelt werden. Zur Schwere der Verletzungen lagen zunächst keine Angaben vor.
Der bewaffnete Mann hatte sich am Vormittag in einer Bank im Stadtzentrum mit seinen Geiseln, darunter der Bankdirektor, verschanzt. Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab. Die Eltern einer benachbarten Schule wurden aufgefordert, ihre Kinder abzuholen.
Der rund 30-jährige Geiselnehmer ist laut Polizei psychisch krank und polizeibekannt. Der Mann habe seine Behandlung unterbrochen, hieß es am Mittwoch in Ermittlerkreisen. Die Schwester des Täters sagte der Nachrichtenagentur AFP telefonisch, dass ihr 26-jähriger Bruder schon als Kind in der Obhut des Gesundheitsamtes gewesen sei.
Einen Schuss abgefeuert
Der Täter drang gegen 10.10 Uhr in die Bank CIC ein, verlangte Geld und nahm vier Geiseln, als die Angestellten ihn nicht ernst nahmen. Zudem feuerte er laut Polizei einen Schuss ab. Verletzt wurde niemand. Der Geiselnehmer forderte danach, dass die Elitepolizei RAID vor Ort kommen solle.
Diese Einheit hatte am 22. März den Serienattentäter von Toulouse, Mohamed Merah, nach mehr als 30-stündiger Belagerung in dessen Wohnung erschossen, die nur rund 500 Meter vom Ort der Geiselnahme entfernt liegt. Auch Merah, der insgesamt sieben Menschen erschoss, hatte sich als al-Qaida-Mitglied ausgegeben. Ob er tatsächlich zu dem Terror-Netzwerk gehörte, ist bis heute ungeklärt.
Merahs Vater hatte erst vergangene Woche Klage wegen "Ermordung" seines Sohnes eingereicht. Er wirft der Eliteeinheit RAID vor, seinen Sohn absichtlich erschossen zu haben. Sie hätten ihn nach stundenlanger Belagerung lebend fassen müssen.
(Ag.)

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