19.05.2013 20:44 Merkliste 0

Wiener Lueger-Ring heißt jetzt Universitätsring

04.07.2012 | 12:33 |   (DiePresse.com)

Die erste neue Straßentafel wurde enthüllt. In den nächsten Tagen werden nun Hausnummern und Öffi-Schilder ausgetauscht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Dr.-Karl-Lueger-Ring in Wien ist ab sofort Geschichte: Der prominente Straßenabschnitt zwischen Burgtheater und Schottengasse heißt nun Universitätsring. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) enthüllte am Mittwoch im Beisein von Uni-Rektor Heinz Engl die erste der neuen Straßentafeln. In den nächsten Tagen werden alle 18 Schilder und sechs Hausnummerntafeln entlang des 620 Meter langen Ring-Stücks ausgetauscht. Stadtpläne und Aufgangstafeln der Wiener Linien werden ebenfalls angepasst.

"Damit kommt eine lange Geschichte zu einem guten Ende", freute sich der Ressortchef. Mailath-Pokorny wies einmal mehr darauf hin, dass der frühere Wiener Bürgermeister Karl Lueger (1844-1910) zwar wichtige kommunalpolitische Verdienste erreicht, aber gleichzeitig den "populistischen Antisemitismus" eingeführt habe. Man wolle mit der Umbenennung ein Zeichen für ein differenziertes Lueger-Bild setzen. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei der ausdrückliche Wunsch der Universität gewesen, bis zu ihrem 650-Jahr-Jubiläum 2015 nicht mehr an dieser "unwürdigen" Adresse liegen zu wollen.

(c) APA

(c) APA

Parallele Adressen

Unter Rücksichtnahme auf die ansässigen Büros und Institutionen hat die Stadt mit der Post ausverhandelt, dass die alten und neuen Adressen für einen gewissen Zeitraum parallel gültig sind. Der Kulturstadtrat betonte heute, dass man die anfallenden Kosten für neue Meldezettel bzw. Hausnummern übernehme. Damit bleibe für die Betroffenen nur die Änderung von Drucksorten - also Visitenkarten oder Briefpapier.

Mailath-Pokorny betonte heute erneut, dass keine weiteren Namensänderungen in Wien angedacht seien. Ob dies in Einzelfällen doch passieren könnte, werde man nach Vorliegen des Berichts der von der Stadt eingesetzten Historikerkommission wissen. Diese prüft derzeit sämtliche namensbezogenen Bezeichnungen der Bundeshauptstadt auf etwaige geschichtliche Belastungen. Ein Ergebnis soll im Lauf des nächsten Jahres vorliegen. Für das umstrittene Lueger-Denkmal beim Stubentor könne er sich eine "Kontextualisierung" mit künstlerischen Mitteln bzw. Hinweistafeln vorstellen, betonte er einmal mehr.

Die nun erfolgte Umbenennung ist nicht die erste für den betroffenen Ring-Abschnitt. Das Teilstück wurde 1870 eröffnet und hieß zunächst Franzensring. Nach dem Ende der Monarchie wurde es 1919 in Ring des 12. November umbenannt, um an den Tag der Ausrufung der Republik zu erinnern. Als sich die politischen Verhältnisse in Österreich erneut änderten, wurde 1934 - in der Zeit des Ständestaates - die Straße in zwei Abschnitte geteilt. Der Bereich zwischen Burgtheater und Schottengasse hieß seitdem Dr.-Karl-Lueger-Ring. Dieser Name ist mit der Änderung auf Universitätsring nun ebenfalls Geschichte.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

47 Kommentare
 
12

Am linken Auge blind

In Analogie zur Begründung der Umbennung des Dr.-Karl-Lueger-Ringes:der frühere Wiener Bürgermeister Dr. Zilk hat zwar wichtige kommunalpolitische Verdienste erreicht, aber gleichzeitig durch seine Lieferung von österr. Internas an den tschechischen Geheimdienst Landesverrat begangen.
Eine Umbennenung des Zilk-Platzes ist daher angebracht.

Gast: ZARA
05.07.2012 11:30
0 4

Und wieder ein ...tsi-Name weniger in Wiens Strassen!

Der gute Herr "L." war ja ein ganz besonders schlimmer ...tsi.

Gast: biersauer
05.07.2012 10:25
2 0

Analog zur Töchter-Söhne-Hymne,..

dichte ich jetzt den Lueger-Universitäts-Ring.

Gast: biersauer
05.07.2012 10:22
2 1

>Denkmalschändung und Dekadenz.


Gast: Hier liegt Dr. Karl Universität, er tät noch leben, wenn er hier nicht liegen tät!
05.07.2012 00:04
3 1

Wiener Lueger-Ring heißt jetzt Universitätsring.........

....aber die Grabsteininschrift wird nicht verändert, oder???


Gast: Wallin25
04.07.2012 21:33
4 1

Der Herr der Ringe

Die wahre politisch korrekte Umbenennung lautet: "Dr. Helmut Zilk Spionagering"

kleine richtigstellung

dass Lueger ein antisemit war ist unbestritten - und er hat viel für die stadt gemacht - auch unbestritten - nur er hat die universität gehasst - also ist es nur konsequent, dass diese uni nicht den namen von Lueger in ihrer adresse führen will.

Re: kleine richtigstellung

Darum bleibt ihm der Platz während er den Ring verliert. Eigentlich nachvollziehbar.

Universitätsring

da denkt man doch eher an eine besondere Auszeichnung, die einem vom Rektor an den Finger gesteckt wird ....

Gerne würde ich die Wiener Sozen ...

... fragen, warum sie ihn nicht in Helmut-Zilk-Spionagering umbenannt haben. Tue ich aber nicht, weil ich an denen nicht einmal anstreifen möchte.

Antworten Gast: Ludwig Deutsch
06.07.2012 14:18
0 0

Re: Gerne würde ich die Wiener Sozen ...

Hier ermöglicht mir der Volksschullehrer "Pfefferstreuer" endlich eine Verbesserung:

"Tue ich aber nicht": Kindergartendeutsch
"Mache ich aber nicht": Deutsch.

Gast: Bademeisterin
04.07.2012 20:15
1 1

Die grösste Leistung des Herrn Stadtrates bis jetzt!

Sie ist auch vicht mehr zu überbieten, zumindest nicht von ihm...

Ein Sieg...

...für die politisch korrekten Gutmenschen und Geschichtsverweigerer, die aberwitzigerweise glauben, dass die Tilgung der Geschichte zu weniger Diskriminierung heute führt.

3 1

Re: Ein Sieg...

Heute werden die Österreicher in Österreich diskriminiert. Am schlimmsten in Kombination mit männlich und katholisch.

eine Schande!

dass der Lueger-Ring umbenannt wurde!

ein "liberaler" für lueger?


ist ja interessant. lueger war ja ein bekannter freund des liberalismus, ist er immer gewesen! sie liegen also ganz richtig in ihrer vorbildwahl!

Re: ein "liberaler" für lueger?

Lueger war kein Liberaler als er Bürgermeister war. Es geht hier nicht um Christlich-sozial oder liberal. Das beklemmende ist, die sozialdemokratische Ignoranz und Herrschaft zu brechen, hier müssen die beiden ideologiefreien Bewegungen der Liberalismus und der Konservativismus zusammenhalten.

das presse-forum trauert...

...um den dr. lueger, der ja so toll war!

schlage euch vor, dass ihr jedes jahr ein lueger-gedächtnisfeier vor der uni abhaltet, solange, bis der altehrwürdige name von a.h.'s vorbild wieder den ringabschnitt vor der uni ziert!


Gast: Der Herzmayr
04.07.2012 18:10
4 4

Tempora mutantur

Und 2014 wird er wieder Lueger-Ring heissen und das Renner-Denkmal, die Denkmäler der Mörder Che Guevara und Stalin werden über Nacht verschwinden und noch viele andere Maßnahmen fallen mir ein. Und Häupl und Genossen werden die Kosten der Umbenennung aus der eigenen Tasche bezahlen müssen

0 0

Re: Tempora mutantur

Sozialisten haben erst dann was in der eigenen Tasche, wenn es ihnen jemand vorher hineingegeben hat.

Was für ein ergreifendes Foto!Welch historischer Augenblick!

Gibt es denn noch in einer anderen Stadt einen Lueger-Ring? Die Presse berichtet vom Wiener -Lueger-Ring-----fänd ich gaaaanz schrecklich, würde z.B. der Linzer( St.Pöltner......)Lueger -Ring weiter den Namen eines solch schlechten Menschens tragen müssen!

Gast: sogehts garnicht
04.07.2012 17:45
8 2

die Linken haben nicht nur ein gestörtes Verhältnis zur Geschichte, sonderm ein ziemlich eineitige und selbstherrliche Geschichtsbetrachtung

Sie fragen nicht, wie demokratisch und rechtmäßig sich die Linken selbst in den letzten hundert Jahren verhalten haben. Wann ihre Gesinnungsgenossen selbst unrechtmäßig zu Waffen gegriffen haben oder gar die Verfassung gebrochen haben, immerhin gab es schon eine Verfassung, bevor es eine sozialdemokratische Arbeiterpartei gegeben hat (SDAP).

Sie sehen immer nur die Fehler der anderen, die eigenen scheinen sie nicht einmal zu kennen und wenn, dann nicht wahrzunehmen.

Jedenfalls kein Grund selbstgefällig zu sein und schon gar kein Grund, sich oberlehrerhsft über die anderen zu stellen und als Richter aufzutreten.

Re: die Linken haben nicht nur ein gestörtes Verhältnis zur Geschichte, sonderm ein ziemlich eineitige und selbstherrliche Geschichtsbetrachtung

Diese Linken sind und bleiben Ewiggestrige.

Wenn die Wiener Stadtverwaltung noch

ganz dicht ist, dann werden sehr rasch auch die anderen (aus heutiger Sicht) politisch unkorrekten Strassen- und Gemeindebaunamen entfernt: Renner, Tandler, Bauer, Marx,... entfernt.

Und gleich auch der Rotarmist am Schwarzenbergplatz (die Cholera, die uns von der Pest geheilt hat), die Che Guevara Büste, die Stalingedenktafel,.....

Oder zählt nicht, wer was gemacht hat, sondern nur ob er die richtigen diskriminiert oder getötet hat??

Gast: Ralfus
04.07.2012 17:13
4 1

Wir sollten doch froh sein,

dass er nicht in Che-Guevara-Ring umbenannt worden ist. Dem Cheffe ist doch alles zuzutrauen!

 
12