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Hitze macht Badestränden der Wiener zu schaffen

04.07.2012 | 21:41 |  Von Christine Imlinger und Karin Schuhs (DiePresse.com)

Am Neusiedler See verdunsten täglich zwei Millionen Kubikmeter Wasser. In der Alten Donau ist das Wasser zwar trüb und warm wie gewöhnlich erst im August, die Pegel sinken durch die Hitze aber nicht.

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WIEN. Das kühle Nass hat derzeit einen Haken. Denn wenn sich bei Temperaturen um die 36 Grad alle genau danach sehnen, mag das zwar verständlich sein. Das Wasser hat dann aber nicht nur mit der kühlenden Wirkung ein Problem, sondern auch mit der Qualität beziehungsweise dem Bestand.

Während sich die Alte Donau zwar auf 28 Grad aufgeheizt hat, es aber keine Probleme mit dem Pegel gibt, sieht das weiter südlich, am Neusiedler See, anders aus. Dort lässt die Hitze einen Teil des Sees verdunsten. Was, gäbe es ausreichend Niederschlag, auch kein Problem wäre. Allerdings lässt letzterer – zumindest in größerem Ausmaß – schon länger auf sich warten. „80 Prozent des Inputs des Sees kommt vom Regen, 90 Prozent des Outputs ist Verdunstung. Fällt ein Glied aus, kommt es zu einem Minus-Wasserstand“, sagt Helmut Rojacz, Leiter des Hauptreferats Wassermengenwirtschaft im Burgenland.

Neusiedler See verdunstet

Derzeit liegt der Wasserstand bei 115,45 Meter über Adria. Das ist um sieben bis acht Zentimeter tiefer als 2011. Bedenklich für das Ökosystem oder die Benutzer des Sees (vor allem Segler) ist der Wasserstand (noch) nicht. Für letztere wird es erst bei einem um 20 Zentimeter tieferen Pegel problematisch. Dennoch verdunstet bei diesen Temperaturen täglich eine beachtliche Menge Wasser. „Man kann derzeit dem Wasserstand zuschauen, wie er sinkt. Bei 32, 33 Grad verdunsten etwa sechs bis sieben Millimeter pro Tag, das entspricht zwei Millionen Kubikmeter“, so Rojacz.

Für das Mikroklima der Region ist das nicht unbedingt schlecht, die Weinbauern freut das sogar. Pro Jahr verdunsten allerdings an die 200 Millionen Kubikmeter Wasser. „Auf den Niederschlag und die Verdunstung hat der Mensch zum Glück keinen Einfluss“, sagt Rojacz. Klimamodelle haben jedoch gezeigt, dass die Verdunstung in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Beeinflussen kann das der Mensch kaum. Lediglich durch eine künstliche Wasserregulierung in Ungarn kann „etwas länger mehr Wasser im See zurückgehalten werden“, so Rojacz, der – da sich Niederschläge immer schwieriger voraussagen lassen – nicht ausschließen kann, dass der Neusiedler See wieder austrocknet. Zuletzt war das 1864 bis 1870 der Fall.

Während man beim Neusiedler See im Falle des Austrocknens nur auf Regen hoffen kann, wird im wesentlich kleinere Zicksee bereits etwas nachgeholfen. Seit einem Monat wird dort Wasser zugepumpt. „Das ist eine Erste Hilfe-Maßnahme. Wir arbeiten an einem wissenschaftlichen Projekt, bei dem wir uns die Wasserbilanz der Umgebung genau ansehen.“ Noch trockener sieht es bei der Langen Lacke aus, die derzeit kaum noch Wasser beinhaltet. Sie trägt aber ihren Namen nicht von ungefähr, denn, so Rojacz: „Es braucht nur zwei, drei Tage regnen, dann ist die Wasserfläche wieder da.“

In Wiens Badegewässern herrschen heuer schon Verhältnisse wie gewöhnlich erst im August. Die Angst, an der Alten Donau sinke der Wasserstand, dürfte aber unbegründet sein. Der Pegel, erklärt Martin Kollar von der MA 45 (Wiener Gewässer) schwanke jährlich um plus/minus zehn Zentimeter, heuer wurde ein Tiefststand im Mai erreicht, aktuell steht der Pegel zehn Zentimeter darüber und steigt. Die Hitze hat darauf keinen Einfluss. Alte und Neue Donau werden aus dem Grundwasser gespeist, der Abfluss wird gesteuert. Verdunstet mehr, wird weniger abgelassen. Der Grundwasserstand hänge vom Regen im Herbst, Winter und Frühling ab, nicht vom Wetter im Sommer.

Pflanzen trüben die Donau

Auch die Anrainer bestätigen das. Nur trüb sei die Donau, wie sonst im August, heißt es in einem Bootsverleih. Wegen der Pflanzen, die stärker wachsen. Die Qualität habe sich in wenigen Jahren aber klar verbessert. Dieser Tage leidet die Qualität vor allem an den Bakterien, die Badende ins Wasser tragen, erklärt man in der Prüfanstalt (MA 39). Die Hitzewelle müsse aber Wochen, gar Monate dauern, bevor man die Donau sperren muss. Noch sind die Grenzwerten in weiter Ferne: Im Strandbad Alte Donau wurde am Montag bei 28 Grad Wassertemperatur eine Konzentration des Darmbakteriums E.Coli von 30 MPN (ein statistischer Wert zur Erfassung von Mikroorganismen) pro 100 Milliliter festgestellt. Der Grenzwert liegt bei 1000 MPN.

Für das Wasser in den künstlichen Becken seien Hitze und Menschenmassen kein Problem, sagt Martin Kotinsky von den Wiener Bädern. Springt man ins Becken, verdrängt man 100 bis 150 Liter Wasser, das durch Filter läuft, mit Frischwasser und Chlorgas angereichert wird und zurück gepumpt wird. Das gesamte Wasser werde so täglich etwa viermal gereinigt. Springen mehr Gäste ins Wasser, läuft der Kreislauf schneller.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 5. Juli 2012)

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19 Kommentare
Gast: hans archy
05.07.2012 09:13
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donau mega kanal zum neussee

hi, der neussee trocknet aus -
habe ein mega bauprojekt auf lager - bei 20% arbeitslosen und milliarden auf der kante
macht doch das:
den donaukanal von cunovo-donau
bis neussee -neusidl und abfluß zurück zur donau bei ca ungarn nach ungarn -donau...
bei google maps sind das so 35 km bis 50km
was ist das schon bei 100km
autobahn neubau pro jahr...
hoch lebe der donaukanal zum neusiedlersee
da kann die SK-U-ost eu mal zeigen das auch was zurückkommt!

Re: donau mega kanal zum neussee

tut mir leid für ihre idee - aber diese liegt fix und fertig in den tischladen der burgl. u. nö- landesregierung. netter kleiner see auf der parndorfer-platte wäre geplant

Re: donau mega kanal zum neussee

Sie Lustiger mit Ihrem "neussee". Schlimmer geht's nimmer.

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Die beiden Verfasserinnen sollten den Artikel nochmal überfliegen.

Hab da so einige Fehler gefunden.

Antworten Gast: gimo
05.07.2012 15:17
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Re: Die beiden Verfasserinnen sollten den Artikel nochmal überfliegen.

also,die brauchen den artikel gar nicht überpfliegen. die beide haben es gut geschrieben, besondres die Frau Imliger, sie ist immer toll:)

Gast: Hammvieh
04.07.2012 23:31
4 0

80% vom Regen

Und wieviel ist von den Leuten, die reinpinkeln?

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Was interessiert es mich als Niederösterreicher, wenn das Meer der Wiener austrocknet? Außerdem was will uns dieser Artikel suggerieren? "Im Laufe der Jahrhunderte stieg und fiel der Seespiegel ständig, was auch das Leben rund um den See beeinflusste. Der Wasserstand des Neusiedler Sees war in der Vergangenheit starken Schwankungen ausgesetzt: 1740, 1773, 1811–13 und 1864–70 trocknete der See (fast) völlig aus, andererseits wies dieser 1741/42, 1786, 1797–1801, 1838 und 1941 die größten Ausdehnungen auf." - Also, irgendwie erinnert mich das an die Weinbauern in unserer Umgebung. Immer am raunzen: Zu viel Regen, zu wenig Regen, zu Heiß und dann noch der böse Hagel. Na ja, und trotzdem gibt's jedes Jahr am Großheurigen ein gutes Tröpferl. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man unseren EU-Subventionierten-Bauern so zu hört.

Re: für neandertaler reich eh' das freibad in bruck!


Re: 'ist der sommer trocken+warm,derbauer jammert gotterbarm-ist er aber kalt+nass,macht's jammern ihm gleich noch mehr spass'


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MPN

Das heisst ein -> ein MPN von 30 <- und nicht 30 MPN.
MPN ist keine Einheit!!!

Die Seen dort sind ohnehin viel zu dreckig zum schwimmen

Im OÖ-Seengebiet hat das Wasser Trinkwasserqualität!

Antworten Gast: vanillasky
05.07.2012 07:36
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Re: Die Seen dort sind ohnehin viel zu dreckig zum schwimmen

Die OÖ pinkeln auch hinein. Weil das Wasser weniger Sedimente aufweist, muss es nicht sauberer sein

Eins ist klar

wenn du das Wasser trinken kannst, dann ist es sauber.

Bitte trink mal ein Glas aus dem Traunsee und eines aus dem Neusiedlersee. Ersteres ist besser als das Trinkwasser aus der Leitung, bei zweiterem musst du kotzen.

Re: Re: Die Seen dort sind ohnehin viel zu dreckig zum schwimmen

Nein, Oberösterreicher tun das nicht! Ich hab einige gefragt, jeder hat das entrüstet von sich gewiesen! Also dann....

einser kanal

aber einser kanal ist weiterhin offen - also was soll das gesudere - der neusiedlersee ist eine badewanne mit offenen stöpsel.

Antworten Gast: sanktlaurent
04.07.2012 22:21
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Re: Re: einser kanal

weil es so ist - hab ich selbst vor einigen tagen überprüft

Antworten Antworten Antworten Gast: Sanktlaurent
05.07.2012 22:36
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Re: Re: Re: einser kanal

Sehr schlüssige Argumentation, tolle Belege.

Wasser im Kanal is nicht gleich offene Schleuse.
Wenn ich im Garten ( ca. 5km LL vom See) ein 2m tiefes Loch grabe, läuft desswegen auch nicht der See aus, obwohl dann Wasser drin steht.

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hauptreferent

Für was?
Wassermengenwirtschaft...
Mit einem zollstock?
Da pinkle ich ja gleich in den see!