Wien/APA. Kein ambulanter Alkoholentzug mehr in Wien: Für Aufsehen sorgte am Dienstag die Nachricht, dass Europas größte Suchtklinik, das Anton-Proksch-Institut (API), im April aus finanziellen Gründen die ambulante Entzugsbehandlung für Alkoholkranke in Wien Wieden einstellen musste („Die Presse“ berichtete bereits im April). Das bedeutet das „Aus“ für eine frühzeitige Therapie von jährlich rund 2000 Patienten.
„Wir haben den ambulanten Alkoholentzug immer querfinanziert. Das können wir jetzt nicht mehr“, sagt Michael Musalek, Ärztlicher Direktor des API. Und: „Das Problem ist allen Verantwortlichen bekannt.“ Kritik an der Einstellung kommt von Wiens Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres: „Es trifft die arme Bevölkerung, die sich Medizin privat nicht zukaufen kann. Die Folgekosten betragen ein Vielfaches.“ Szekeres und auch VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger verweisen auf die geplante Gesundheitsreform, von der gerade eine Verbesserung der ambulanten Versorgung zu fordern sei.
32,87 Euro pro Patient
Tatsächlich gehen die Reformbestrebungen vor allem dahin, das im internationalen Vergleich hohe Angebot an stationären Leistungen (Spitalsbetten) zugunsten mehr ambulanter Leistungen umzubauen.
Das API erhielt für die ambulante Behandlung pro Patient und Quartal 32,87 Euro von der Wiener Gebietskrankenkasse überwiesen. Das sei entschieden zu wenig gewesen, heißt es aus dem Institut. Im API-Vorstand ist übrigens auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) vertreten.
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