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Therapie von Alkoholkranken: Abstinenz nicht als Ziel

26.07.2012 | 16:58 |   (Die Presse)

Der neue Verein „Alkohol ohne Schatten“ plädiert für mehr Anlaufstellen für Betroffene. Der ambulante Entzug des Anton-Proksch-Instituts in Wien wurde eingestellt. Neue Patienten werden nicht mehr aufgenommen.

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Wien/duö. „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“ – was der Arzt Paracelsus bereits im frühen 16. Jahrhundert festgestellt hat, gilt auch für die neuzeitliche Behandlung von Alkoholkranken. Demnach ist nicht die totale Abstinenz von Alkohol das Ziel für die Betroffenen, sondern die Rückkehr in ein „freudvolles Leben“, in der auch moderater Alkoholkonsum erlaubt ist (sofern nicht eine starke körperliche Abhängigkeit vorliegt).

Diesen neuen Forschungsansatz stellte Michael Musalek, ärztlicher Leiter der Anton-Proksch-Suchtklinik in Wien, am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Vorgestellt wurde der neue Verein „Alkohol ohne Schatten“, mit dem „Initiative gegen problematischen Alkoholkonsum“ gezeigt werden soll. Ziel des Vereins ist es, die Forschung zu beobachten, das Thema Alkoholkrankheit in der Öffentlichkeit zu enttabuisieren sowie eine (interdisziplinäre) Vernetzung von Ärzten, Psychiatern und anderen Beteiligten zu forcieren.
Gerade im Bereich der Forschung habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert, meint Musalek: Früher habe man nur das Spätstadium wahrgenommen und behandelt, heute gehe es in erster Linie um das Frühstadium, also die rechtzeitige Erkennung der Krankheit. Rund 340.000 Österreicher sind alkoholkrank, weitere 760.000 konsumieren regelmäßig Alkohol in großen Mengen, was ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Hausärzte als Beobachter

Um eine frühzeitige Erkennung gewährleisten zu können, wären unter anderem mehr ambulante Anlaufstellen nötig, heißt es. Allerdings: In Wien wurde die letzte ambulante Entzugsbehandlung des Anton-Proksch-Instituts (2000 Patienten jährlich) eingestellt. Patienten, die bereits in Behandlung waren, werden dort zwar weiter betreut, neue werden allerdings nicht mehr aufgenommen. Das Institut begründet das Aus mit finanziellen Problemen.

Im Gegensatz zur Behandlung von Drogenkranken gebe es nicht viele Anlaufstellen für Alkoholkranke, sagt Barbara Degn, Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und ebenfalls im Verein: „Wir würden viel mehr brauchen.“ Degn verweist auch auf die Funktion der Hausärzte: Oft seien sie die Ersten, die die Symptome erkennen – und oft würden sie auch das familiäre Umfeld des Patienten kennen. Erhärte sich der Verdacht, könnten die Patienten in einer „verständnisvollen Atmosphäre“ aufgeklärt werden. Aber auch hier sei das Problem, dass „das oft sehr zeitaufwendige ärztliche Gespräch mit alkoholkranken Patienten nicht entsprechend honoriert wird“.

Neben Musalek und Degn sind die Ärzte Bernhard Ludvik (Innere Medizin, Med-Uni, AKH), Sepp Leodolter (Frauenarzt, Med-Uni, AKH) sowie Andreas Klein (Evangelisch-Theologische Fakultät der Uni Wien), Georg Psota (Psychosozialer Dienst) und Wolfgang Maierhofer (Med-Media-Verlag) im Vorstand des Vereins. Die Finanzierung ihrer Arbeit soll durch Spenden erfolgen, sie selbst, so Musalek, seien ehrenamtlich aktiv.

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3 Kommentare
Gast: fugazi
27.07.2012 10:41
2 0

....

geh bitte!

jetz lass ma doch endlich die 340.000 alkoholkranken und tausenden von alkoholtoten in frieden, um die durchschnittlich 180 herointoten im jahr und die kiffer (0 tote) müss ma uns kümmern, die sind der feind!

Gast: Gast 11%
26.07.2012 20:08
2 1

Vorwand

Alkohol ist ist eine Droge. Ein bischen Heroin für den Genuss, Kokain in Maßen,"Rückkehr in ein „freudvolles Leben“, in der auch moderater Alkoholkonsum erlaubt ist" (Zitat aus obigem Artikel).
Nix da - Alkohol muss als Getränk von der Bildfläche verschwinden.
Die ständigen Versuche den Genuss mit Kultur und Lifstyle rechtzufertigen, hängen mir schon so zum Hals raus dass ich jetzt einen kräftigen Schluck brauche.

Re: Vorwand

Genuß - freilich, feine Sache.
Aber ob man besaufen incl. Kater als Genuß bezeichnen kann, das ist mehr als unwahrscheinlich.
Wer mag der genieße sein Achterl, sein Seidl, sein Glasl Prosecco - wer nicht mag der läßt es eben bleiben.