Der Vorschlag von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), über Nummerntafeln für Fahrräder nachzudenken, sorgt weiter für Debatten. Und anders als die Rathaus-ÖVP kann die schwarze Bezirksvorsteherin der Wiener City, Ursula Stenzel, der Idee viel abgewinnen. Sie begrüße den Vorstoß, betonte sie am Freitag in einer Aussendung.
Sie habe schon vor Jahren Kennzeichen für Fahrräder verlangt, da es immer wieder zu Unfällen "mit zu rasch und rücksichtslos fahrenden Radfahrern" gekommen sei. Fußgänger seien "Fahrrad-Rowdys" bisher hilflos ausgeliefert. Stenzel berichtete von Bitten an die Bezirksvorsteherin, sich doch für Radler-Nummerntafeln einzusetzen.
"Aggressive Radpolitik der Grünen"
Denn oft komme es zu Fahrerflucht oder auch zu "Fast-Unfällen". Mangels Kennzeichen könnten die Radfahrer nicht ausfindig gemacht werden, beklagte Stenzel. Die aggressive Radpolitik der Grünen habe nun offensichtlich dazu geführt, dass Bürgermeister Häupl entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zum Schutz der Fußgänger prüfen lassen wolle.
Ein großer Aufwand soll laut Stenzel vermieden werden: "Es muss natürlich eine Lösung gefunden werden, die beispielsweise in Kombination zum Beispiel mit einer Haftpflichtversicherung unkompliziert und administrativ schlank umgesetzt werden kann."
Juraczka gegen Fahrrad-Nummernschilder
Genau das befürchtet aber Stenzels Stadtparteichef, Manfred Juraczka. Er glaubt , dass durch die Einführung von Nummernschildern für Fahrräder ein "enormer Verwaltungsaufwand und Kosten für die Wienerinnen und Wiener" zukommen würde. Was man wirklich brauche, seien mehr Schwerpunktaktionen und Kontrollen, eine Aufstockung der Fahrradpolizisten und eine verpflichtende Haftpflichversicherung für alle Fahrradfahrer.
(APA/Red.)
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