Das Gebäude ist marode, das Grundstück in Vösendorf kontaminiert - seit geraumer Zeit ist der Wiener Tierschutzverein auf der Suche nach einem neuen Standort. Die Stadt hat Anfang des Jahres ein alternatives Areal - ebenfalls in der niederösterreichischen Gemeinde gelegen - angeboten, das aus Sicht von Obfrau Madeleine Petrovic allerdings zahlreiche Nachteile aufweist. Da nach wie vor keine Einigung in Sicht ist, will der Verein nun mit Hilfe der Gewerkschaft den Druck auf das Rathaus deutlich erhöhen.
Betriebsratsvorsitzende Karin Rosegger, die die knapp 100 Mitarbeiter des Tierschutzvereins vertritt, hat vor kurzem mit der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) Kontakt aufgenommen. "Wenn das Haus fällt, fallen auch die Jobs", zeigte sie sich besorgt.
Das Mitte der 1990er Jahre errichtete Haus befindet sich auf einem kontaminierten Gelände der früheren Raffinerie in Vösendorf. Teerverseuchtes Erdreich, überflutete Kollektorgänge, Schimmelbefall und technische Gebrechen setzten der Liegenschaft zusehends zu. Die Arbeitsbedingungen für das Personal seien mittlerweile "gesundheitlich ein Wahnsinn", beklagte Rosegger. Wegen des miserablen Zustand des Gebäudes könne es jederzeit passieren, dass das Tierschutzhaus von einem Tag auf den anderen gesperrt werden müsse.
Mithilfe der Gewerkschaft hofft man nun, sich deutlich mehr Gehör bei der zuständigen Wiener Stadträtin Ulli Sima (S) verschaffen zu können. Diese hatte zu Jahresbeginn angeboten, dem Verein ein stadteigenes Grundstück unweit des jetzigen Areals zu überlassen.
Die Liegenschaft sei durch ihre Dreiecksform sowie der Nähe zu Wohngebieten und dadurch erwartbaren Beschwerden nicht geeignet, kritisierte Obfrau Madeleine Petrovic. Mit etwa drei Hektar sei die Liegenschaft außerdem generell zu klein. "Es werden nun mehrere Optionen im Vorstand überlegt", so Petrovic. Eine davon ist, Teile jenes Areals dazuzunehmen, welches an das von der Stadt angebotene Grundstück angrenzt. Die Nachbarflächen sind laut Obfrau nämlich ebenfalls in Stadtbesitz. Hier wäre man auch bereit, Pacht zu zahlen, wurde versichert. "Wir sind derzeit noch in keinen substanziellen Verhandlungen", die Stadträtin sei jedoch aufgefordert, sich die aktuelle Situation einmal persönlich anzuschauen. Geht es nach dem Verein, sollen heuer noch die "Grundsatzplanungen" für den Neubau beginnen.
(APA)
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