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Historische Stationen: Vorerst aus für Großbaustellen

30.07.2012 | 18:11 |  CHRISTINE IMLINGER (Die Presse)

Die großen Projekte sind bald abgeschlossen, früher oder später müssen aber sämtliche Jugendstil-Stationen renoviert werden. Der Hofpavillon an der U4, zuletzt dem Verfall preisgegeben, soll ab 2013 an die Reihe kommen.

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Wien. Sie sind teilweise mehr als 110 Jahre alt, und diese Zeit hat freilich ihre Spuren hinterlassen. Immer wieder musste der Verkehr auf der Strecke der alten Stadtbahn in den vergangenen Jahren eingeschränkt werden, erst im Sommer 2011 war die U6 Wochen nicht zwischen Westbahnhof und Alser Straße unterwegs, drei Jahre zuvor hielt die Linie acht Wochen lang nicht an der Station Gumpendorfer Straße. Die Stationen Gumpendorfer Straße, Währinger Straße Nussdorfer Straße oder Schönbrunner Straße wurden in den vergangenen Jahren bereits renoviert.

Ist das Gebäude an der Josefstädter Straße erst fertig, seien an den übrigen Otto-Wagner-Stationen vorerst aber keine Großprojekte mehr geplant, heißt es von den Wiener Linien. Nur kleinere Arbeiten seien laufend nötig, um die historischen Stationen zu erhalten. „Es gibt schon Pläne, auch die anderen Stationen verstärkt unter die Lupe zu nehmen“, sagt Wolfgang Salcher vom Bundesdenkmalamt. Schließlich sei das grundsätzliche Problem mit der Statik angesichts rostender Eisen-Konstruktionen in den alten Jugendstil-Gebäuden „immanent“.

Eine der nächsten Stationen, die angegangen werden könnte, sei laut Salcher jene im Stadtpark. Früher oder später würde man sämtliche der Jugendstil-Stationen renovieren müssen, wenn auch nicht im Ausmaß wie die Josefstädter Straße.

 

Pavillon: Arbeiten starten 2013

Das nächste größere Bauprojekt in einem der Jugendstilgebäude entlang der historischen Stadtbahn dürfte aber der Hofpavillon an der U4 sein. Gebaut wurde er 1898 von Otto Wagner, genutzt wurde er zunächst vom kaiserlichen Hof als Zugang zur Stadtbahn, später war der Pavillon Ort feierlicher Veranstaltungen, etwa von Hochzeiten. Nun wurde er aber seit Jahren nicht saniert, ein Gutachter des Kontrollamtes konstatierte voriges Jahr Gefahr in Verzug, das direkte Umfeld des Pavillons musste gesperrt werden.

Gescheitert ist eine Sanierung bisher daran, dass sich niemand zuständig fühlt. Bei den Wiener Linien verweist man noch heute auf die MA34 (Gebäudemanagement der Stadt) als zuständige Stelle, dort wiederum heißt es zum Hofpavillon: kein Kommentar. Grund für diese Zurückhaltung dürfte sein, dass die Verhandlungen über die Sanierung gerade in der finalen Phase stecken. Die Zuständigkeit sei mittlerweile geklärt, weiß man im Büro des Wohnbaustadtrates, Michael Ludwig. Der Pavillon falle demnach in die Zuständigkeit der Wiener Linien, da er diesen auch gehöre (wie übrigens auch sämtliche U-Bahn-Stationen).

Im September soll der Plan für eine umfassende Sanierung stehen. Finanzieren werde diese – die Kosten werden sich einem Gutachten nach auf voraussichtlich 1,4 Mio. Euro belaufen – trotzdem die Stadt. Die Arbeiten sollen 2013 starten und werden, da es sich angesichts der historischen Substanz und des Denkmalschutzes um eine komplizierte Angelegenheit handle, sicher einige Monate dauern. In welcher Form der Pavillon später, wenn er erst instand gesetzt ist, genutzt werden soll, stehe aber noch nicht fest.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2012)

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