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Josefstädter Straße: Umbau kostet deutlich mehr

30.07.2012 | 18:12 |  KÖKSAL BALTACI (Die Presse)

Fassade, Dächer und Fenster: Bei der U-Bahn-Station Josefstädter Straße startet die zweite Bauphase. Im Herbst 2013 soll Sanierung beendet sein. Kosten stiegen von geplanten drei auf mittlerweile zehn Mio. Euro.

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Wien. Seit nunmehr einem Jahr ist die Station Josefstädter Straße der Wiener U-Bahn-Linie U6 eine Baustelle. Und das wird sie in absehbarer Zeit auch bleiben. Denn die Arbeiten an dem denkmalgeschützten Stationsgebäude werden noch bis in den Herbst 2013 dauern. Vergangene Woche hat die zweite Bauphase begonnen. Die Kosten liegen mittlerweile bei zehn Millionen Euro, veranschlagt waren ursprünglich nur drei Millionen.

Von der Sanierung ist nicht nur die U-Bahn-Haltestelle betroffen, auch das im Stationsgebäude befindliche Café Carina und die Obdachloseneinrichtung Josi mussten wegen des Umbaus schließen und werden erst im November dieses bzw. Frühjahr nächsten Jahres wiedereröffnet.

 

Außenfassade noch heuer fertig

Dringende Reparaturarbeiten des Otto-Wagner-Baus hatten im Juli 2011 kurzfristig eine Komplettsperre notwendig gemacht. Sechs Wochen lang hielten die Züge nicht zwischen Westbahnhof und Alser Straße. Seit 25.November 2011 ist die Station wieder für Fahrgäste geöffnet. Der provisorische Zugang erfolgte zunächst über Stiegen an den Außenseiten des Gebäudes. Seit Anfang Juni ist die Station wieder über die Eingangshalle zugänglich. Die Bahnsteige wurden nach dem Abbruch neu errichtet und mit einer Wärmedämmung und Feuchtigkeitsisolierung ausgestattet.

Im Zuge der Komplettsanierung wird das Gebäude auf den letzten Stand gebracht. Bis Ende 2012 bekommt die Außenfassade einen neuen Anstrich, die Bahnsteigdächer und Fenster werden erneuert. 2013 folgen die Innenfassade und Verfliesung der Bahnsteige. Die Arbeiten werden bei laufendem Betrieb durchgeführt.

Bereits im kommenden November soll das seit Juli 2011 geschlossene Café Carina wiedereröffnet werden. „Zwar haben wir in den vergangenen Monaten frühere Termine ins Auge gefasst und verworfen, aber der November ist realistisch“, sagt Geschäftsführer Thomas Ploner. „Das Konzept wird sich nicht verändern, wir werden weiter auf Livekonzerte von vorwiegend jungen Bands setzen.“

Die Schließung seines Cafés habe Ploner im vergangenen Sommer „sehr unvorbereitet“ getroffen. „Wir hatten nur zwei Tage Zeit, um dichtzumachen und die Einrichtung zu entfernen. In den beiden Monaten danach haben wir intensiv nach Möglichkeiten gesucht, die Einrichtung zwischenzulagern.“ Laut dem Gastronom hätte es nie so weit kommen dürfen, dass das Gebäude plötzlich einsturzgefährdet war. Das hätten die Wiener Linien zu verantworten. „Wir haben wiederholt gefragt, ob eine eventuelle Schließung bevorsteht, haben aber immer nur vage Antworten bekommen wie ,In diesem Jahr bestimmt nicht mehr‘ und dergleichen. Genaue Angaben konnte man nicht machen.“

Was die Neueröffnung und deren Kosten angeht, stünden gerade Verhandlungen an. „Einen Teil der Fixkosten haben die Wiener Linien übernommen, sonst hätten wir das vergangene Jahr nicht überstanden“, sagt Ploner. „Sobald wir eröffnen, müssen wir eine endgültige Abrechnung machen und erheben, wie viel uns die Schließung und Neueröffnung gekostet haben. Die Wiener Linien kommen uns zwar durchaus entgegen, schenken uns aber auch nichts.“ So oder so werde er „tief in die Tasche“ greifen müssen. Denn: „Rücklagen, um ein ganzes Jahr lang zu schließen, haben wir nie angelegt.“

Bis auch die Obdachloseneinrichtung Josi wieder in die Josefstädter Straße zurückkehrt, wird es wohl noch etwas länger dauern. Auch sie musste ihren Standort wegen der Bauarbeiten vorübergehend aufgeben. Der geplante Zeitraum für die Rücksiedlung ist laut Christine Berzsenyi vom Fonds Soziales Wien im Frühjahr 2013. Seit Juli 2011 befindet sich die Einrichtung in einem Ersatzquartier in der Koppreitergasse in Meidling.

 

Umbau im Obdachlosenquartier

Der neue Standort sei seit Oktober 2011 voll ausgelastet, das Angebot ist das gleiche wie in der Josefstädter Straße: Neben der Möglichkeit, mit Sozialarbeitern zu sprechen, bietet die Josi Gelegenheiten zur Körperpflege, Essenszubereitung und zum Wäschewaschen.

„Im Rahmen der Umbauarbeiten in der Josefstadt wird das Raumkonzept der Josi optimiert“, sagt Berzsenyi. „Beispielsweise wird es eine Portierloge, ein abgeschlossenes Raucherabteil sowie einen vergrößerten Koch- und Waschbereich geben.“

Auf einen Blick

Komplettsanierung. 20.000 Fahrgäste und 600 U-Bahn-Züge pro Tag haben über die vergangenen Jahrzehnte ihre Spuren an dem mehr als 100 Jahre alten Otto-Wagner-Bau hinterlassen. Stiegen und Foyer wurden bereits saniert. Auch die Technik und die Wasserleitungen sind erneuert. Jetzt bekommt die Außenfassade einen neuen Anstrich, die Bahnsteigdächer und die Fenster werden ausgetauscht. Diese Arbeiten sollen Ende 2012 abgeschlossen sein.

Baukosten. Bis Herbst nächsten Jahres werden die Fliesen und Beleuchtungen ersetzt. Die Baukosten liegen mittlerweile bei zehn Millionen Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2012)

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36 Kommentare
 
12

diese für das baugewerbe

bescheidene kostenerhöhung wird sicher dadurch
kompensiert, dass die ersten baumängel sicher nicht vor dem frühjahr 2013 auftreten.

Gast: bergziege
01.08.2012 01:40
2 0

Peanuts

Zehn Millionen Euro statt drei für die Sanierung der Josefstädterstraße? Regt sich jemand darüber auf? Im roten Wien - jetzt hilft Grün auch mit - geht es nicht anders. Kalkulieren ist nicht deren Sache. Die Stadt ist gut verwaltet. Heißt es. Kaum wird saniert sein, werden sehr bald wieder Schmierereien auftauchen. So gibt es immer wieder Arbeit. Wir Steuerzahler finanzieren alles. Und bei den nächsten Wahlen werden wieder von vielen gewohnheitsmäßig die Kreuzeln gemalt.

Gast: M. Wolf
31.07.2012 16:44
0 0

Im Herbst 2013 soll Sanierung beendet sein.

Da muss das Mähboot ran.

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
31.07.2012 13:29
6 0

Was erlauben Sie Sich?

Das ist doch eine absolute Frechheit, solche Tatsachen so ungeschönt zu veröffentlichen! Sie müssen immer bedenken, daß ursprünglich der Gewinn des mit der Padei befreundeten Unternehmens nicht in der Ausschreibung stand. Der muß noch nachträglich hinzugerechnet werden. Außerdem muß das Unternehmen ja einen Teil dieser Erträge wieder in die Padei und ihre Bonzen investieren. Das wurde ursprünglich etwas zu nieder veranschlagt, da man doch nicht wissen konnte, daß plötzlich noch eine andere Partei einen Platz am Futtertrog beanspruchen würde!

Gast: sdfsdfdf
31.07.2012 13:28
5 0

wozu ANBOTE und AUSSCHREIBUNGEN

eines verstehe ich nicht: bei aufträgen der privatwirtschaft hat der auftragnehmer einfach pech, wenn er zu niedrig kalkuliert hat, dadurch den auftrag bekommt und es sich danach nicht ausgeht.

in der politik anscheinend üblich und volllkommen egal wie niedrig jemand geboten hat damit er den auftrag bekommt (sind eh immer die gleichen firmen), wenn es sich nicht ausgeht wird einfach nachgesteckt.

warum dann überhaupt dieser kostenintensive aufgeblasene blödsinn mit ausschreibungen?

Gast: phj
31.07.2012 13:12
8 1

Kusch

wegschauen
weghören
wegsehen

....und dann wieder rot wählen.

Wie anders ist es zu erklären, daß die Roten noch immer so stark in Wien vertreten sind.


1 0

Re: Kusch

stimmt! die blauen würden das gaaaanz anders machen...wie in kärnten...oder wie war das? B-)

Antworten Gast: Hubert trink das.
31.07.2012 23:24
0 0

Alternativen?


Gast: Österreichischer Steuerzahler
31.07.2012 12:52
10 0

Die Sanierung der U-Bahnstation Josefstädter Straße kostet anstatt geplanter 3 Mille nun 10 Mille.


Ein Bauprojekt, dass unter dem Radar der Öffentlichkeit vor sich hinschrammt. Wie hunderte andere. Und dennoch kommt es zu einer Überschreitung von mehr als 200 %. 7 Mille sollten weh tun. Aber in der Politik ist es halt nur Steuergeld.

Als Steuerzahler fragt man sich: kamen erst bestimmte Bestbieter (hat denen wer die Summen der Konkurrenz eingesagt?) zum Zug? Und haben die dann sukzessive die Kosten erhöht? Und wenn ja, wieso arbeitet die Stadt Wien dann wieder mit solchen Firmen zusammen?

Hinterfragt niemand in der Politik, wieso wir solche Überschreitungen unentwegt haben? Weiß die Politik, wieso wir Überschreitungen haben? Ist das ev. sogar part of the game?

Läuft Kärnten jeden Tag in Wien? Anstatt lei, lei schmiere, schmiere?

Gast: Alter Specht
31.07.2012 11:17
8 0

Darfs ein bisserl mehr sein?

Umbau kostet in Ö immer das Vielfache des Geplanten. Das sind wir ja schon gewöhnt.


Re: Darfs ein bisserl mehr sein?

Anders kommt man ja auch zu keinen Aufträgen.

Antworten Antworten Gast: Baur4
31.07.2012 12:27
8 0

Re: Re: Darfs ein bisserl mehr sein?

100% richtig!!!

Bei der Vergabe kommt der Bestbieter zum Zug, alles andere ist später nebensächlich.

Gast: pfifikus
31.07.2012 11:11
1 6

..........

vielleicht sollte man das geld besser in die gebäude und technischen sicherheit der anlagen und züge stecken, anstatt sinnlos kameras an jedem ort (busse, strassenbahnen und stationen) einzubauen, die die menschen kriminalisieren und permanent aufzeichnen.

11 1

Ob für diese Kostenexplosion (+233 1/3%) ...

... die Vasillakou mit dem Hut herumgeht, oder den ESM anzapft?

Nachdem die Wiener Linen ohne öffentliche Mittel nicht einmal den Normalbetrieb aufrecht erhalten können, würde es mich sehr freuen zu wissen, wie die Stadt wirklich das zahlen möchte.

Dazu gesellt sich folgende Frage:
Wenn diese Renovierungsarbeiten in diesem Ausmaß notwendig werden, inwieweit war die Sicherheit der Fahrgäste vor dem Renovierungsbeginn (noch) gegeben?

Gast: Brummer
31.07.2012 09:43
16 0

So kommt die Anhäufung der Schulden zustande!

Wurde in Häupls rot-grünem Wien, das er sich nicht schlechtreden lassen will, schon irgendwann einmal der Kostenvoranschlag
zu einem öffentlichen Projekt n i c h t weit
überschritten?
Die Linken können und wollen einfach nicht richtig wirtschaften, das ist geradezu ein Teil ihres Parteiprogramms, ebenso wie die Ablehnung jeder Verantwortung. Das sieht man zur Zeit in ganz Europa , nicht nur in Wien.

Re: So kommt die Anhäufung der Schulden zustande!

NÖ mit Kim Yong Pröll und seinem Musiklehrer ist pleite, aber vor der Wahl darf das niemand erfahren.

Antworten Gast: Kurt Davinko
31.07.2012 23:25
0 0

Genau

und Kärnten ist reich.

Gast: ROTFRONT
31.07.2012 09:40
6 0

Jöööööööööh, was sehe ich denn da für "kompetente" Baufirmen? Alpine & Porr

Wow!
Da ist ja der kleinste Preis garantiert!!!
LOL!!!

Gast: ziwuiziwui
31.07.2012 08:41
9 0

Hab einen neuen claim für die Roten

"SPÖ - kostet mehr als geplant :-)"

14 0

4.000.000.000 schulden also ein paar millionen mehr oder weniger spielt schon keine rolle mehr!!! das problem ist das rote g'sindl und deren "freunderln" das keum wegzukriegen ist und nur an schulden-machen denkt!!! man erinnere sich bitte an den prater, die "gestaltung" der vorplatzes.... und WAS ist passiert? goar nix! rücktritte? verantwortung übernehmen? natürlich nicht!


Antworten Gast: Alter Specht
31.07.2012 11:19
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Re: 4.000.000.000 schulden also ein paar millionen mehr oder weniger spielt schon keine rolle mehr!!! das problem ist das rote g'sindl und deren "freunderln" das keum wegzukriegen ist und nur an schulden-machen denkt!!! man erinnere sich bitte an den prater, die "gestaltung" der vorplatzes.... und WAS ist passiert? goar nix! rücktritte? verantwortung übernehmen? natürlich nicht!

Warum regen Sie sich auf? Wer hat denn diese Leute gewählt? Wir waren es doch! Also, Mund halten und zahlen.

Re: Re: 4.000.000.000 schulden also ein paar millionen mehr oder weniger spielt schon keine rolle mehr!!! das problem ist das rote g'sindl und deren "freunderln" das keum wegzukriegen ist und nur an schulden-machen denkt!!! man erinnere sich bitte an den prater, die "gestaltung" der vorplatzes.... und WAS ist passiert? goar nix! rücktritte? verantwortung übernehmen? natürlich nicht!

Wir - also sie auch? Vielen Dank.
Ich habe die Ba**ge nicht gewählt, also bitte keine Verallgemeinerung und kein "wir" im Zusammenhang mit meinem Wahlverhalten!

Antworten Antworten Gast: Frontschwein (pic)
31.07.2012 12:12
7 0

Wer hat denn diese Leute gewählt? Wir waren es doch!

Dem halte ich mein Schild "Ich habe ihn nicht gewählt!" entgegen.

Gast: globetrotterneu
30.07.2012 23:31
15 0

zeit für gerechtigkeit

da werden wieder die roten freunde der porr und strabag kassieren nichts neues.

Re: zeit für gerechtigkeit

Die Baufirmen sind doch nicht deppad und füttern nur eine Partei. Da geht's in alle Richtungen, sonst kommst in Österreich zu keinen großen Projekten.

20 1

Liegt wohl im Bereich von Frau Brauner!

Das ist ja nichts neues und hätte man sicher Vorhersagen können. Gibt's etwas das Brauner ohne Minus abschließt ? Kann man sich nicht vorstellen.

 
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