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Steinhofgründe: Bürgerinitiative will Weltkulturerbe

31.07.2012 | 17:08 |  von Karin Schuh (Die Presse)

Am Mittwoch legt die Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ eine Vergleichs- und Machbarkeitsstudie vor, die die Tauglichkeit des Areals zum Weltkulturerbe belegen soll. Das Mediationsverfahren endet im August.

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Wien. Das Mediationsverfahren läuft noch bis Ende August – doch die Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ prescht bereits jetzt mit weiteren Ideen für das östliche Areal beim Otto-Wagner-Spital in Wien-Penzing vor. Ginge es nämlich nach den Kritikern der Bebauungsideen, würde das Areal zum Welterbe erklärt werden. Heute, Mittwoch, präsentiert die Bürgerinitiative eine Vergleichs- und Machbarkeitsstudie von Christian Schuhböck (Sachverständige für Nationalparks und Welterbestätten), die die Tauglichkeit des Areals zum Weltkulturerbe belegen soll.

„Es sind alle Kriterien erfüllt, die die Unesco an ein Weltkulturerbe stellt“, sagt Gerhard Hadinger, Sprecher der Bürgerinitiative,  zur „Presse“. Er weist allerdings auch auf die Problematik der Sache hin: „Den Antrag für ein Welterbe bei der Unesco müsste die Stadt Wien stellen. Es gab aber in letzter Zeit drei Anträge von ÖVP und FPÖ im Gemeinderat zu dem Thema, die jeweils von Rot-Grün abgeschmettert wurden. Absurderweise haben die Grünen 2006 selbst einen Antrag im Gemeinderat für das Weltkulturerbe gestellt. Heute sind wohl wirtschaftliche Interessen wichtiger.“ Im Büro der zuständigen Stadträtin Maria Vassilakou (Grüne) weist man lediglich auf das Mediationsverfahren hin. Es laufe noch bis Ende August und sei nach wie vor ergebnisoffen, weshalb man etwaige Ideen noch nicht kommentieren will.

Konkrete Lösung bis Ende August

Laut Mediator Johannes Gotsmy, der gemeinsam mit Alexander Neumann das Mediationsverfahren leitet, laufen die Gespräche derzeit gut. „Besser als bei der Vor-Mediation, das ist aber nicht untypisch für solche Verfahren“, so Gotsmy. Derzeit werden bereits konkrete Lösungsvorschläge diskutiert. Einige davon drehen sich um die Themen Medizinische Nutzung, Bildung, betreutes Wohnen oder Gesundheit.

Zu den Teilnehmern zählen Vertreter der Stadtregierung, der Wiener Stadtentwicklungsgesellschaft (WSE), der Gesiba (die die umstrittenen Wohnungsprojekte geplant hatte) und der Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“. In beratender Funktion sind die für Stadtentwicklung zuständige MA 21a sowie die Vamed, die am Areal ein Orthopädisches Reha-Zentrum baut, bei den wöchentlichen Sitzungen vertreten. Die Initiative Denkmalschutz ist, nachdem mit Ende August ein Zeitlimit gesetzt wurde, ausgestiegen. Auch bei der Bürgerinitiative ist man über das zeitliche Limit nicht gerade froh. „Ich frage mich, wie sich das ausgehen soll. Herr Kirschner von der Gesiba hat gesagt, er schaut sich das noch bis Ende August an, dann will er wissen, wie es weitergeht“, so Hadinger. Gotsmy bestätigt das, allerdings sei der Termin deshalb festgelegt worden, weil „KAV und Gesiba aus rein rechtlichen Gründen bald ein Ergebnis vorlegen müssen.“

Auch wenn sich die Wut und Ablehnung der Bürgerinitiative durch die Mediation gelegt hat, bleibt diese skeptisch. „Vassilakou hat ja selbst verkündet, dass der KAV auf alle Fälle Gewinn lukrieren muss. Das heißt ja, das gebaut wird“, so Hadinger.

Bürger fürchten weiteren Verkauf

Er befürchtet gar, dass, sollten die von ihm kritisierten Wohnungsprojekte der Gesiba nicht umgesetzt werden, letztere von dem Recht Gebrauch macht, die Grundstücke zurückzugeben. „Ich habe den Herrn Kirschner von der Gesiba gefragt, ob dann die Grundstücke zurückgegeben und an die Vamed verkauft würden, die dann erst recht baut. Er hat das nicht verneint, also ist es für mich so.“ Bei der Vamed will man davon nichts wissen. „Wir führen konstruktive Gespräche und bringen uns als Experten ein“, sagt Vamed-Sprecher Ludwig Bichler. „Eine Erweiterung ist für uns derzeit kein Thema.“ Der Bau des Orthopädischen Rehabilitationszentrums, das nicht Thema der Mediation ist, läuft derzeit gut voran. Man sei „in Plan“, die Eröffnung im Sommer 2013 dürfte eingehalten werden.

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13 Kommentare


Gast: Aufmerksam und wachsam
02.08.2012 16:22
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Der riesige VAMed-Wellneßhotel-Komplex vernichtet den Wilhelminenberg, Steinhof und das berühmte Otto-Wagner-Jugendstilensemble!


Und was geschieht jetzt WIRKLICH mit dem Jugendstiljuwel Otto-Wagner-Spitalsareal/Steinhof?

Bgm. Häupl hat Ende Oktober großartig und unter Getöse verkündet: „Zurück an den Start – ergebnisoffen!“

Aber die VAMED baut bereits ein scheußliches Monster von Wellnesstempel mitten ins denkmalgeschützte Jugendstilensemble, und die gemeindeeigene Gesiba plant bereits – unter tätiger Mithilfe der GRÜNEN Wendehälse in der Rathauskoalition – einen Politgünstlings-Wohnpark, eine Bonzensiedlung wie Troize-Lykowo bei Moskau, eine "Gated Community" für Privatisierungsgewinnler und Neureiche samt Wellness Oase und Freizeitpark!

http://www.petitiononline.at/petition/rettet-die-jugendstilanlage-am-steinhof/177

Vielleicht sollte sich der Bürgermeister von Wien selbst einmal um Steinhof kümmern und nicht diese Fr. Vassilakou fuhrwerken lassen!

Man darf gespannt sein, was das Wort des Bürgermeisters von Wien noch gilt in dieser Stadt!


stimmt nicht,

im projektbezogenen teil am ostrand des riesigen areals standen früher nur verfallene und herabgekommene nebenobjekte. so häßlich wie diese vergammelten wirtschaftsgebäude damals waren, könnte man neubauten gar nicht planen.
die projektgegner manipulieren und verfälschen - sie zeigen beharrlich immer nur die glänzende goldkuppel mit den engeln und die jugendstilpavillons, als ob diese vom abbruch bedroht wären.
die kritiker wohnen dort oben in exklusiver luxuslage und wollen halt den wienblick mit niemanden teilen.

Antworten Antworten Gast: Kein Radlfahrer
04.08.2012 16:07
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Hier sind die richtigen Bilder für alle Neider und BrandstifterN

ohne goldene Kuppel und Engel, s.g. Hr, Biedermann.

Und das paßt in den Osten? Zu den Otto-Wagner Pavillons, zu dem gesamten DENKMALGESCHÜTZTEN Jugendstilensemble?

http://www.steinhof-erhalten.at/Bilder/Vamed-Areal/DSC_2808-Bearbeitet.jpg

Und der einzige, der "dort oben in exklusiver Luxuslage" wohnt, ist der Herr Bürgermeister Häupl in der Starchantgasse ..Nr. bekannt samt Frau und bald auch sein S ... in der neuen Luxuswohnalage in der Liebhartstalstraße "ganz oben".

Rundherum sonst Kleingärten und sehr schlichte Häuser.


Re: Hier sind die richtigen Bilder für alle Neider und BrandstifterN

und wie sahen die abgerissenen alten gebäude auf dem jetzigen baugelände aus?

Re: Re: Hier sind die richtigen Bilder für alle Neider und BrandstifterN

Da waren einstöckige Gebäude wie z.B.: die Wagenremise die aus Holz errichtet waren und schon Verwitterungsspuren aufwiesen wie es nach so langer Zeit nicht zu verhindern ist. Auch das Schwesternheim war vom Ausmaß weit schlanker als der Neubau von der VAMED, wenngleich ebenso häßlich. All diese Gebäude dienten dem medizinisch-sozialen Zweck und nicht als Wohn- bzw. Spekulationsmöglichkeit für Vermögende.

Gast: Wittgensteins Neffe
02.08.2012 14:44
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Petition Weltkulturerbe für dieses einmalige Areal

Das sensationelle Jugendstilensemble Otto-Wagner-Spitalsareal Steinhof, gekrönt von der berühmten (noch) weithin sichtbaren goldenen Kuppel der einzigartigen Kirche muß Weltkulturerbe werden, um den geschützen Unesco-Status zu erhalten!

Hier ist der Link zur Petition, bitte unterschreiben und weiterleiten!

http://www.avaaz.org/de/petition/Die_Otto_Wagner_Kirche_und_das_gesamte_Areal_des_OWS_Otto_Wagner_Spital_in_Wien_sollen_zum_Weltkulturerbe_werden/?sbc

Diese damalige soziale und medizinische Großtat und eine architektonische Sensation darf nicht der Gier und dem Unverstand geopfert werden, auch die Nachwelt hat ein Recht auf Erhalt unserer Kulturgüter und identitätsstiftenden Orte.

Solche Errungenschaften sind ideologiefrei, sie dürfen keiner kleinlichen parteipolitischen Bewertung zum Opfer fallen.

Gast: Skorpio
02.08.2012 11:55
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Es gibt noch etwas ......


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Häupl, machen Sie diesem unwürdigen Katz&Maus-Spiel ein Ende!
Lassen Sie Ihren Worten im Gemeinderat „Steinhof muß nicht gerettet werden, Steinhof IST gerettet“, endlich auch Taten folgen.

Sprechen Sie ein Machtwort!!
Sie können NUR GEWINNEN!
Wählerstimmen und Sympathie

Ob und was Sie allerdings verlieren könnten, weiß ich nicht.

http://www.petitiononline.at/petition/rettet-die-jugendstilanlage-am-steinhof/177


Gast: Mieses Karma
02.08.2012 11:51
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Unesco-Welterbeschutz


Leider wird genau hier ein wahrhaft frivoles Spiel mit dem kulturellen und sozialen Erbe von Wien gespielt!
Statt auf dieses Juwel stolz zu sein und ihm den Weltkulturerbe-Status zu verschaffen, wird gepokert und der Verlust „eingepreist“!

http://www.steinhof-erhalten.at

http://www.aktion21.at/themen/index.html?menu=183

Stattdessen schleppt sich als Feigenblatt der Rathauskoalition die Farce einer Mediation dahin!


Gast: bergziege
01.08.2012 01:26
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Ein sehr netter Bericht über eine äußerst unangenehme Sache

Für mich klingt diese Information über die Mediation wie mit Fewa Wolle gewaschen. So harmonisch wie geschildert, läuft es nicht. Warten wir ab, was nach der Präsentation der Studie für Steinhof als Weltkulturerbe passieren wird. Alle, die auf diesem Areal Profit machen wollen - die VAMED inklusive - sind offensichtlich an ideellen Werten, Schutz des Grünraums und Kenntnis der jüngeren Geschichte wenig interessiert.
Wem Steinhof wichtig ist, der hat eine weitere Möglichkeit mitzuhelfen, dass dieses wunderschöne Ensemble und sein Umfeld nicht noch weiter verbaut werden: http://www.avaaz.org/de/petition/Die_Otto_Wagner_Kirche_und_das_gesamte_Areal_des_OWS_Otto_Wagner_Spital_in_Wien_sollen_zum_Weltkulturerbe_werden/?sbc

Gast: Enteignung des öffentlichen Raumes
31.07.2012 22:34
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Das vielgepriesene Mediationsverfahren wird nur im Urlaubsmonat August - also bloß 4 Wochen lang - abgehalten!! Das zur Häupelschen Scheindemokratie! Das stolze Honorar der angeblich neutralen Mediatoren darf dann der Steuerzahler über weitere Gebührenerhöhungen berappen!

Könnte "Die Presse" mehr über die von der BI gewünschte Nutzung berichten?

Antworten Gast: BraS
01.08.2012 15:16
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Re: Das vielgepriesene Mediationsverfahren wird nur im Urlaubsmonat August - also bloß 4 Wochen lang - abgehalten!! Das zur Häupelschen Scheindemokratie! Das stolze Honorar der angeblich neutralen Mediatoren darf dann der Steuerzahler über weitere Gebührenerhöhungen berappen!

Warum nicht im August?

Das ist ohnehin keine Veranstaltung für jedermann, sondern für ausgewählte Vertreter der Beteiligten.