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Wiener Fahrschulen gehen die Schüler aus

06.08.2012 | 17:24 |  von Köksal Baltaci (Die Presse)

In der Bundeshauptstadt haben in den vergangenen Jahren immer weniger junge Leute den Führerschein gemacht. Nicht nur aus Kostengründen – vor allem in größeren Städten verliert das Auto seinen Wert als Statussymbol.

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Wien. Der Führerschein verliert für junge Leute in Wien an Bedeutung. Besonders stark zu spüren bekommen das die Fahrschulen, die zunehmend um ihr Geschäft bangen. „Die Zahl der Führerschein-Neulinge ist in den vergangenen zehn Jahren um mehr als ein Drittel gesunken, besonders deutlich war der Rückgang in den letzten fünf Jahren“, sagt Herbert Wiedermann, Fahrschulbesitzer und Fachgruppenobmann der Wiener Wirtschaftskammer.

„Wurden in Wien um die Jahrtausendwende pro Jahr rund 18.000 Neuanmeldungen verzeichnet, sind es mittlerweile nur noch etwa 12.000.“ Und der Rückgang halte an: „In den kommenden Jahren rechnen wir mit keiner nennenswerten Veränderung dieser Entwicklung.“

Ein Phänomen, das auch in anderen Ländern Europas und den USA zu erkennen ist. Während vor 30 Jahren acht von zehn 17- bis 19-jährigen US-Amerikanern den Führerschein besaßen, sind es heute nur sechs von zehn. Das zeigen Forscher der University of Michigan im Fachblatt „Traffic Injury Prevention“. In Deutschland machten von 2007 bis 2011 elf Prozent weniger Männer bis 24 Jahre die Pkw-Fahrerlaubnis. Bei den Frauen dieser Altersklasse lag der Rückgang dem Kraftfahrtbundesamt zufolge bei zehn Prozent.

Lieber Smartphone als Auto

Allerdings – dieser Trend weg vom Autofahren ist nicht überall gleich stark ausgeprägt. Wiedermann unterscheidet etwa zwischen Stadt und Land: „Auf dem Land hat der Führerschein immer noch einen ausgesprochen hohen Stellenwert und gilt als Eintrittskarte in die Freiheit.“ In der Stadt dagegen gebe es einen entgegengesetzten Trend. „Hier hat das Auto seine Bedeutung als Statussymbol verloren – außer bei Personen mit Migrationshintergrund.“ Auf sie übe der Führerschein nach wie vor eine enorme Faszination aus.

Besonders deutlich sei darüber hinaus zu beobachten, dass immer mehr Jugendliche den Führerschein aus Kostengründen nicht schon mit 17 oder 18 Jahren machen, „sondern erst Jahre später – nach Beendigung ihrer Ausbildung oder ihres Studiums“. Schließlich würden die doch recht hohen Kosten für den Führerschein mit denen für Mobiltelefon und Internetnutzung konkurrieren.

Geld für den Urlaub

„Die Prioritäten haben sich eindeutig verschoben“, bestätigt auch Walter Gerbautz, Fachgruppengeschäftsführer der Wirtschaftskammer Wien. „In größeren Städten verzichten viele junge Leute auf den scheinbaren Imagegewinn durch einen Führerschein und fahren mit dem bisschen Geld, das sie haben, lieber auf Urlaub.“

Darüber hinaus seien aber auch alternative Beförderungsmodelle wie private Fahrgemeinschaften auf dem Vormarsch, denn: „Irgendjemand aus dem Freundeskreis hat immer ein Auto. Daher verzichten viele auf ein eigenes.“ Hinzu komme, dass es durch den ständigen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel in größeren Städten weniger Bedarf an einem eigenen Wagen gebe. „Nicht zuletzt haben viele junge Leute eine neue Einstellung zum Leben, legen Wert auf eine ökologische Haltung, das kann man durchaus als positiven Trend sehen. Auch wenn die Fahrschulen natürlich darunter leiden.“

Harte Zeiten für Fahrschulen

Dass die Zeiten für Wiener Fahrschulen keine leichten sind, ist aber nicht nur auf die sinkende Zahl der Fahrschüler zurückzuführen. Laut Gerbautz machen den Fahrschulen vor allem die steigenden Energiekosten zu schaffen.

Daher fiel die aktuelle Bilanz aus dem Geschäftsbericht 2011 für die Fahrschulen auch nicht besonders erfreulich aus. „Die Ertragslage ist vor allem durch die starke Erhöhung bei den Energiekosten und den KFZ-Betriebskosten gegenüber dem Vorjahr 2010 gesunken“, heißt es etwa darin.

„In Wien macht den Fahrschulen auch die Parkplatzsituation zu schaffen“, sagt der Fachgruppengeschäftsführer. „Auf dem Land mag das kein Problem darstellen, aber die Kosten für Abstellplätze können in Städten zu einer enormen Belastung werden.“ Die Rede ist von der Parkraumbewirtschaftung, die im Herbst noch auf weitere Bezirke ausgedehnt wird. Allerdings: Zuletzt konnte man eine Sonderregelung erzielen – so dürfen Fahrschulen für jedes Auto, das nicht untergebracht werden kann, um ein Parkpickerl ansuchen.

Ein weiterer Faktor ist auch die ständig wachsende Konkurrenz. Gab es in Wien vor 15 Jahren noch 260 Fahrschulen, sind es heute bereits 384. „Einige von ihnen“, sagt Fachgruppenobmann Wiedermann, „werden in den nächsten Jahren hart zu kämpfen haben.“

Auf einen Blick
Kein Statussymbol. Der Autoführerschein verliert für junge Leute in Wien an Bedeutung. Gab es vor zehn Jahren noch rund 18.000 Erstanmeldungen, sind es mittlerweile nur noch etwa 12.000. Ein Trend, der auch in Ländern wie Deutschland und den USA zu beobachten ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2012)

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120 Kommentare
 
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Seltsam...

Laut Statistik Austria:

Führerscheinneulinge in Österreich:

2006: 81720
2008: 87529
2010: 91486

(Zahlen geben "Personen" und nicht Anzahl der Lenkerberechtigungen wieder).

Ein rückläufiger Trend sieht zumindest für diesen Zeitraum anders aus....


Gast: Gerld345
08.08.2012 12:17
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Bei den heutigen Fahrschulpreisen, würde ich auch keinen Schein mehr machen.


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Na wo bleiben denn die Lobbyisten??

Es wird doch noch ein paar "Strassers" geben, mit deren gutbezahlter Hilfe gesetzliche Regelungen durchgedrückt werden, dass der Schein alle paar Jahre neu gemacht werden müsse - und alle Probleme der Fahrschulen sind gelöst!

Gast: Inter-Rail
07.08.2012 20:32
1 0

Wozu die Auto-Lobby+SaudiWahabiten finanzieren und dann überfettet teuer die Pharmaindustrie finanzieren?


Gehen ist gesund.
Mit dem Ersparten läßt sich super Gewinn machen. Oder doch noch fröhlich leben oder reisen.

Die Mittelschicht ist bereits pleite. Abgezockt bis auf den nunmehr schon fehlenden Notgroschen.

Die Studenten werden mit teuren Studien- und Lebenshaltungskosten sowie bald mit Studiengebühren ausgesackelt.
Den Führerschein macht man deshalb um ein paar Dollars während Praktika oder Studien in Übersee. Dann wird nostrifiziert, wie es uns die Migranten-Studienkollegen lehren.

Nurmehr Schmieds Gesamtschul-Migranten brauchen für ihr Ego einen teuren Leasing-Porsche. Sie sind liquide und wissen nichts Gescheiteres mit ihrem Geld und Leben anzufangen. Ihr Vermögen halten sie außerhalb der EU. Und ihre Wohnung erhalten sie gratis und ihre Sozialhilfe zahlen ebenfalls wir düpierten Steuerzahler.

In diesen neuen Zeiten braucht man kaum mehr teure österr. Abzock-Fahrschulen.

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Mit Migrationshintergrund

verwendet man das bißchen Geld, das man verdient, für den Füherschein, den 3er BMW und wenn dann noch ein Rest bleibt, für eine Art von Wohnhöhle.

Antworten Gast: transzendator
08.08.2012 09:47
0 0

Re: Mit Migrationshintergrund

kein wunder,in kappadokien zb wohnt man in höhlen.diese lebensweise wird dann in urbanen westlichen lebensräumen nicht aufgegeben,sondern auf eine andere ebene transzendiert.
so nimmt die westliche wohnung eine art "höhlenstatus"ein.

Re: Mit Migrationshintergrund

die wohnung lässt man sich vom staat zahlen ... alles ins auto bzw ausland ..

viel zu teuer

eigentlich gehört ein gut, das -zumindest am land- fast überlebenswichtig ist wie der führerschein, nicht privaten firmen und deren gier überlassen. jeder kennt doch die tendenz, möglichst viele stunden aus den fahrschülern rauszupressen, damit die schule verdient. es wäre viel besser, staatliche schulen zu machen, die kosten würden fallen und den leuten mehr geld im börserl bleiben. und die fahrlehrer würden nicht jeden schüler mehr wie einen volltrottel behandeln, weil sie vom schulbesitzer die auflage haben, ihm mögllichst viele stunden reinzudrücken.

Gast: Grünologe
07.08.2012 15:30
3 1

A green dream come true

Das Problem Auto u. Autofahrer löst sich von selbst und die Grünen werden jubeln. Nur woher kommen dann die vielen Einnahmen aus NoVA, Versicherungssteuer, Parkpickerl, Strafmandate, MÖSt u.s.w.? Und die vielen Jobs die mit dem Auto zusammenhängen? Die Grünen werden sich noch wünschen wenn es mehr Autofahrer gäbe.

Antworten Gast: geldgeil
07.08.2012 20:38
0 1

Re: A green dream come true

na, was machen wohl die Bürger, die keine MöSt, keine Verischerungssteuer etc. mehr zahlen?

Richtig, sie geben es anderwertig aus und der Rubel rollt.

Einzig die Erdölexporteure müssen sich darauf einstellen, die Welt (und ihre Einwohner) nicht mehr in Geiselhaft nehmen zu können....

Antworten Gast: Halal Schweinsschnitzal
07.08.2012 17:05
2 0

Re: A green dream come true

Wenn die nichtprivilegierten Melkkühe weniger werden, dann müssen sie halt noch mehr zahlen. So einfach ist das.
Übrigens: Frau Glawischi braucht eine eigene Spur auf der Südautobahn, sie muss den Elektro-Opel doch voll ausnützen.

Gast: pas pas
07.08.2012 15:05
4 2

Milchmädchenrechnung:

Fahrschule + Auto + Steuer + Versicherung; oder 15 Jahre Jahreskarte und regelmäßig Taxi fahren. Kostet beides nämlich gleich viel.

Re: Milchmädchenrechnung:

Nur mit der Jahreskarte kommen Sie halt nur bis zur Stadtgrenze. Und die Welt ist etwas grösser, auch wenn das für Sie ein Schock sein sollte.

Re: Re: Milchmädchenrechnung:

Nein; bei der Stadtgrenze ist nämlich die Scheibe aus ...

Lieber Smartphone als Auto

Ebesn, ist doch egal woher die Schulden mit 25 kommen!

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Smartphone vs. Auto

Lieber Redakteur,
Sie sollten vielleicht doch mal eine Auto oder ein Smartphone kaufen. Da ist doch ein kleiner Finanzierungsunterscheid.

Gast: dereisernefelix
07.08.2012 14:09
1 0

der bumerang ..

.. kommt zurück auf die fahrschulen. nach den paradiesischen zeiten bis in die 70er kam der erste einbruch, als alle alten den rosa lappen schon hatten und nur noch die 18-jährigen kamen. reaktion der fahrschulen, bei den politikern intervenieren, daß die möglichkeit, einen führerschein ausschließlich privat mit übungsfahrten zu machen, gestrichen wurde. intervention natürlich erfolgreich. dann kamen geburtenschwache jahrgänge. reaktion: führerschein immer teurer und komplizierter machen, mehr fahrstunden und so. dann die EU. bis datowar es gut wie unmöglich, eine neue fahrschule zu gründen. auf einmal gabs konkurrenz. führerschein noch komplizierter und teurer. und jetzt? jetzt reichts den städtischen youngsters und sie wollen nicht mehr auto fahren. selber schuld.

Antworten Gast: undnoaner
07.08.2012 15:32
1 0

Re: der bumerang ..

es gibt auch noch den Grund des Geburtenknicks ab ca. 1970.

Als Kompensation werden dann die Fahrschulen wieder intervenieren und die Leute mit alten Lappen alle paar Jahr zur "Auffrischung" den FS neu machen lassen bis dann immer weniger alte Lappen nachkommen.

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Re: der bumerang ..

Ich stimme ihnen zu, es gibt aber auch noch andere Gründe.

384? Es gibt heute in Wien > 10 Fahrschulen pro Bezirk????


mit der Zeit gehen (fahren)!

ist doch völlig klar, dass die Kampfansage der GrünInnen an das Auto ihre Auswirkung zeigt.
Nachdem Wien keinen Autobeauftragten, sondern nur Fahrrad- und Fussgängerbeauftragte hat und die zwangsverordnete Parkraum"bewirtschaftung" Autos nur noch zu Staubfängern in den Garagen degradiert, wird ein neuer Zweig in der Wirtschaftskammer boomen:
FahrRADschulen!
Auf einem Tandem werden die FahrRADschüler vorne und die FahrRADpädagogin hinten sitzend die FahrRADschulstunden auf dem RingRADweg und dem Wiental-FahrRADHIGHWAY absolvieren...

Antworten Gast: Arkan Twang
07.08.2012 15:02
2 2

Die Grünen kämpfen nicht

sondern folgen simpel einem Trend der schon lange von vielen städtischen Bürgerlichen geprägt wird. Viele Leute brauchen einfach kein Auto mehr.

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Re: mit der Zeit gehen (fahren)!

Naja, wien hingt der zeit wie immer hinterher. In international großstädten gibts den trend schon lange.

Ihr komplexe sind fehl am platz.

Komisch

Wenn man das Verzeichnis der Fahrschulen in ÖSTERREICH aufruft gibt es "nur" 54 Fahrschulen in Wien, und 364 ind ganz Österreich.

http://www.fahrschulen.or.at/

Gast: Führerschein in Österreich
07.08.2012 13:35
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ist wirklich zu teuer

...wie so vieles hier. Ich empfehle einen winterlichen Karibikurlaub in Venezuela, und dass man dann dort auch gleich den Führerschein macht. Der kostet umgerechnet 15 Euro. Fahren lernen kann man ja vorher hier mit Mama oder Papa oder Onkel, und dann packt man dort die Prüfung mit links. Das Ergebnis der Übung ist klar: Man hat einen prächtigen Urlaub und kommt mit Deckel heim, und das alles um einen Bruchteil der Führerscheinkosten hier.

Leider Nein außer Sie waren 6 Monate auf Urlaub

Österreicherinnen/Österreicher, die außerhalb der EU bzw. des EWR einen Führerschein erworben haben, müssen den ausländischen Führerschein auch umschreiben lassen. Eine Umschreibung ist jedoch nur dann möglich, wenn Sie sich in dem Land, in dem Sie den ausländischen Führerschein erworben haben, mindestens sechs Monate aufgehalten haben.

 
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