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Drogenkranke in Wien: Drei Millionen Spritzen ausgegeben

08.08.2012 | 17:54 |  Von Duygu Özkan (Die Presse)

Die Forderung der Grünen nach Räumen für Drogenkonsum wird von der Stadt Wien abgelehnt – mit Verweis auf bestehende Beratungszentren. Hier können Suchtkranke gebrauchte Spritzen abgeben und sich beraten lassen.

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Wien. In Wien werden jährlich mehr gebrauchte Spritzen zurückgebracht, als die Stadt Einwohner hat: Täglich sind es bis zu 7800 Spritzen – das sind rund 2.800.000 jährlich. Bei einer oft kolportierten Zahl von 200 bis 300 Drogensüchtigen erscheint die Zahl auf den ersten Blick paradox. Allerdings, so der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel, handle es sich bei diesen Zahlen um jene, die zur öffentlichen Szene gehören – und sich etwa auf dem Karlsplatz aufhalten.

Insgesamt sind in Wien zwischen 10.000 bis 12.000 Personen opiatabhängig – zum Beispiel Heroin –, davon werden rund 7200 mit Substituten behandelt. Der Rest (3000–5000) konsumiert die Drogen in privaten Räumen (je nachdem, wie abhängig ein Betroffener ist, werden bis zu vier Spritzen am Tag verwendet). Das ist auch einer der Gründe, warum sowohl Dressel als auch das Büro der für Gesundheit zuständigen Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) sich gegen Drogenkonsumräume aussprechen.
Eine entsprechende Forderung kam von den Grünen. Hintergrund: Rund um den Andreaspark in Neubau wurden laut „Kurier“ öffentlich Drogen konsumiert und gebrauchte Spritzen gefunden. Auch wenn derartige Vorfälle vorkämen, das Problem halte sich „in sehr engen Grenzen“, wie Dressel meint. Selbst mit der Errichtung von Konsumräumen werde man das Problem nicht auf null bringen können.

Die Räume selbst seien kein neues Modell, sondern stammen aus Städten wie Berlin, in der die Drogenszene öffentlich war – und Betroffene auch draußen auf der Straße gestorben sind: „In Wien hatten wir das nie.“ Zudem sei hier kaum ein Drogenkranker obdachlos, würde also die Substanzen meist in den eigenen Räumen konsumieren.

Aus dem Büro von Wehsely heißt es zudem, dass das Angebot für Suchtkranke ohnehin breit gefächert sei. Erst Anfang Juli hat am Gumpendorfer Gürtel das neue Drogenberatungszentrum Jedmayer eröffnet („Die Presse“ berichtete). Nur hier können Suchtkranke gebrauchte Spritzen abgeben und sich gleichzeitig auch beraten lassen (manche Apotheken nehmen auch Spritzen zurück).

Karlsplatz: Keine 20 Süchtige

Die hohe Anzahl der Rückgabe gebrauchter Spritzen ist für Dressel ebenfalls ein Anzeichen dafür, dass die Angebote von den Betroffenen gut angenommen werden. Ausgegeben wird eine frische Spritze nur dann, wenn die gebrauchte zurückgegeben wird. Damit sollen nicht nur Szenen wie im Andreaspark vermieden, sondern soll auch die Ansteckungsgefahr für Suchtkranke (Aids, Hepatitis) vermindert werden. Die Zahl der zurückgegebenen Spritzen halte sich mit 7800 konstant, so Dressel. Die Rücklaufquote betrage 95 Prozent.

Früher befand sich die Spritzentauschstelle auf dem Karlsplatz – lange Zeit der Drogen-Hotspot in Wien. Mittlerweile würden sich dort weniger als 20 Drogenkranke pro Tag aufhalten, sagt Dressler. Im Jedmayer hingegen besuchen seit der Eröffnung rund 200 Personen täglich das Tageszentrum, weitere 100 die Ambulanz, und rund 400 Drogenkranke tauschen hier ihre Spritzen aus. Gebrauchte Spritzen auf der Straße rund um das Jedmayer seien bisher nicht aufgetaucht.

Auf einen Blick
Wiener Drogenszene in Zahlen: 7800 gebrauchte Spritzen werden täglich zurückgegeben.
10.000–12.000 Personen in Wien sind opiatabhängig.
200–300 von ihnen bewegen sich im öffentlichen Raum – etwa auf dem Karlsplatz.
7200 werden mit Substitutionsmitteln behandelt. 3000–5000 Drogensüchtige konsumieren die Substanzen in privaten Räumen.
2–4 Spritzen verwendet ein Suchtkranker täglich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

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229 Kommentare
 
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Drogenkonzept 1999

Das Wiener Drogenkonzept stammt aus dem Jahr 1999. Es wäre Zeit für eine Evaluierung.
Wien hat derzeit kein Drogenproblem, sondern ein Drogenersatz-Problem. Der Handel mit Medikamente trotz Substitutionsverordnung läuft noch immer ganz gut. Dürfte in gutes Geschäft sein, nicht nur für die Medikamentendealer!
Es gibt inzwischen eine Drogenhilfeindustrie, aber die Drogenkranken werden nicht weniger.
Nur das Thema an und für sich, ist ein heisses Eisen und da traut man sich halt nicht viel ändern.

Antworten Gast: smart
13.08.2012 23:39
0 0

Re: Drogenkonzept 1999

Die Alkoholkranken aber auch nicht trotz aller Einrichtungen die es gibt.Wenn jemand der Sucht jahrelang verfallen ist dann gibt es meistens kein zurück mehr aus der Sucht das weis man ja heute schon, das schaffen nur wenige also wie sollen es diese anderen schaffen gar nicht. das ist leider so und da nützen auch härtere strafen nichts.

Was haben uns die Grünen gebracht?

1) Verkehrschaos
2) Verrückt gewordene Radfahrer
3) Bettler aus aller Welt
4) Unterstützung einer megalomanen EU-Ditktatur
5) Asylanten
6) Drogensupport
7) Absolute Bevorzugung von Minderheiten
8) Absolute Benachteiligung der Autochthonen

Wer die wählt, kann nicht bei vollem Verstand sein!

Antworten Gast: Uwe S.
10.08.2012 08:02
0 0

Re: Was haben uns die Grünen gebracht?

Und das alles obwohl sie niemals in der Regierung waren, reife Leistung! Dann hats der HC vermutlich einfach nicht drauf wenn er soetwas nicht verhindern kann obwohl er bei der letzten Wahl locker doppelt so viele Stimmen bekommen hat...

Gast: Everybody
09.08.2012 14:49
0 0

auf was läufts raus?

Die Diskussionen hier laufen für mich auf eins raus:
Die einen meinen, Süchtigen soll geholfen werden, bzw. das System so wie es jetzt ist sollte überdacht werden, bzw. ein lieberalerer Ansatz wäre die Lösung.

Die anderen sind der Meinung, dass härtere Bestrafung angebracht wäre, und dem Problem so bezukommen ist.

Ich glaube wir sind uns alle einig dass die Situation zur Zeit nicht unserem Vorstellungen entspricht. Ich für mich komme zu dem Entschluss, dieses Thema gehört penibel durchleuchtet und wissenschaftlich behandelt...

Oder sollen wirs so lassen wies ist?

Wie wäre's mit

kein Import von Drogen-Verkaufs-Asylanten, viel mehr Polizei auf den Straßen und viel härtere Strafen für Besitz/Handel? Plus eine Gesellschaft, die Drogensüchtige nicht toleriert und auch nicht wegschaut. Fertig! Nächstes Problem.

Antworten Antworten Gast: Everybody
09.08.2012 15:23
0 0

Re: Wie wäre's mit

Wird aber nicht billig, so ein Häfn will ja schließlich auch bezahlt sein!

0 2

Re: Re: Wie wäre's mit

"kein import von drogen-asylanten". sie sind ein ganz ein schlauer :D glauben sie ernsthaft asylanten sind die auslöser ? die leute welche das zeug importieren sind zu 99% österreicher die sich dumm daran verdienen. der dealer ist meist ein "drogen asylant" der sich was verdienen will. leider sind die leute (vor allem die fpöler) zu beschränkt das zu verstehen. lieber 100 dealer einsperren als den importeuer ;)

Re: Re: Re: Wie wäre's mit

Woher beziehen Sie ihre Weisheiten eigentlich? Fakt ist, daß der Drogenimport und -handel fest in afrikanischer Hand liegt. Süchtige Georgier werden in ihrem Heimatland für Eigentumsdelikte angeworben und auf dem Asylweg ins Inland gebracht. Das sind Fakten, die Ihnen als strammen Linken nicht genehm sind.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Everybody
10.08.2012 08:06
0 0

Re: Re: Re: Re: Wie wäre's mit

Woher beziehen denn Sie ihre Weisheiten? Wenn sie soetwas als Fakt hinstellen, dann würd ich echt mal gern die Quelle sehen, aus der sie solche Informationen beziehen!

Gast: Wladimir Iljitsch Uljanow
09.08.2012 12:54
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Parteilokale

"Die Forderung der Grünen nach Räumen für Drogenkonsum wird von der Stadt Wien abgelehnt"

Ich hab immer geglaubt, die haben sowieso Parteilokale?

Antworten Gast: Everybody
09.08.2012 13:13
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Re: Parteilokale

Von einem "Kommunisten" hätte ich mir schon mehr erwartet!

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Chance

Jeder hat Eigenverantwortung.

Trotzdem eine Chance haben sie verdient, schließlich hat nicht jede/r das Glück, ein gutes Elternhaus zu haben. Die, die ein gutes Elternhaus haben und nur aus Fadesse Drogen konsumieren, sollten von vorherein nicht von Steuergeldern finanziert werden.

Rückfällige sollten nicht mehr, in ein von Steuergeldern finanziertes Entzugs-Programm kommen, sondern nur in ein Privatfinanziertes. Die Grünen und ähnlich Denkende spenden sicher gerne. ;)


Antworten Gast: ughabugha?
09.08.2012 12:27
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Re: Chance

Stimmt. Man sollte die Leute auch mehrmalige Sportunfälle selbst finanzieren lassen, oder Autounfälle, oder Krankheiten.

Moment, Sucht ist ja eine Krankheit... sowas aber auch. Vielleicht ist das dann doch gar Blödsinn?


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...

meiner Meinung nach soll jeder konsumieren was er möchte. Keiner hat das Recht mir oder jemanden anderen vorzuschreiben was ich mit meinem Körper mache.

Wieso allerdings soll der Steuerzahler Räumlichkeiten zum konsumieren finanzieren ? Wenn dem so wäre hätte ich auch gern eine Förderung pro Bierflasche ;) Ich denk mir wer 80€ pro Gramm Kokain locker machen kann braucht keine staatlichen Einrichtungen zum konsumieren.

Gast: CS
09.08.2012 11:19
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Was ist denn hier los

In den Kommentaren herrscht jedes mal ein heiliger Krieg zwischen den Wählergruppen, interessant ist, dass besonders Grün-Wähler wenn sie nicht bekommen was sie wollen ziemlich auffällig werden. Bei den vollkommen weltfremden und verrückten Ideen der Grünen müsst ihr aber stehts damit rechnen. Ihr redet hier groß von helfen, was ist mit den Leuten die nichts für ihre Krankheit können, denen helfen wir - aber doch nicht Menschen welche einst die Wahl hatten bevor sie sich den ersten Schuss verpasst haben, was Drogen anrichten ist doch jedem bekannt. Sie haben Einrichtungen bekommen, alles weitere ist Geldverschwendung - dazu neigen die GrünInnen leider...

Antworten Gast: Everybody
09.08.2012 11:57
0 2

Re: Was ist denn hier los

Anscheinend ist nicht jedem bekannt was Drogen anrichten, sonst würde man einsehen das der reine Konsum der meisten Substanzen "relativ" glimpfliche Langzeitfolgen auf den Körper hat, was die Leute kaputt macht sind die unhygenischen Bedingungen und die Stoffe die beigemischt worden sind um den Stoff zu strecken!
In Zürich gibts solche Räume, und dort bekommt man praktisch kein Heroin mehr auf den Srassen, da es sich einfach nicht lohnt für die Dealer...


Gast: Everybody
09.08.2012 10:22
1 2

Ihr seit ja witzig

Ganz ehrlich, ist es euch nicht peinlich hier immer auf die Grünen hinzuhaun?
Was wählt ihr denn, SPÖ, ÖVP, BZÖ, FPÖ?
Ihr regt euch drüber auf, dass das Geldverschwendung wäre, und was geht grad in Kärnten ab? 6 Mio. für 26 Seiten, ein ÖVPler der für genügend Kohle alles verspricht...

Echt, das soll mir mal einer erklären!

Gast: gastnamen
09.08.2012 09:13
2 7

Hauptsach

es wird genug gsoffen....
Saufen fördert den Familienzusammenhalt!
Saufen macht intelligent!
Saufen macht gesund!
Saufende verursachen keine Kosten für das Gesundheitssystem!
Saufen schmeckt!
Saufende sind immer gut drauf!
Saufende sind die besseren Arbeiter!
Saufende verursachen keine Unfälle!
Saufen macht tolerant!
Saufen macht Geil!
Saufen bringt guten Sex!
Saufen macht dicht!

Haschgiftspritzer, Raubmordkopierer, Koffeinjunks,
Nikotinverschwender sind keine Menschen und gehören von anständigen Alkis in jeder Weise beschimpft, verfolgt, nach eigener Vorstellung (re)sozialisiert.
Zucht und Ordnung!
Tabletten für (verhaltensauffällige) Kinder (weil die Eltern keine Ahnung von Erziehung haben)! 60std Woche für Arbeiter und Angestellte eine Entlohnung von max. 1200,-- brutto! (Für die Kinder gibts eh Tabletten)
Keine Pensionen! Vorallem für diese faulen Invaliden!
Kein Krankenstand!
Gratis bashing für jede Minderheit!
Parteidenken als höchstes Gut!

Und wir werden in Österreich endlich wieder der Garten Eden des Kosmos sein!

jawoll!!

verbannen wir das Rauchen aus der Öffentlichkeit, aber lassen wir die Giftler gefälligst sich in Ruhe ihren Schuss setzen... wir sind auf dem richtigen Weg!

fakt: wir haben ein drogenproblem

was kann man tun?

a) verrotten lassen
b) helfen

ich nehme an, man tendiert zu b)

will man a) muss man einsehen, dass drogenkranke billiger sind als
infizierte drogenkranke, da behandlungskosten von AIDS/Hepatitis etc recht hoch sind und wir noch jeden kranken helfen (müssen).
unterm Strich und emotionslos betrachtet rechnet sich das gratisspritzerl und der Raum für den Staat Österreich wenn auch nur 5 deshalb nicht krank werden.

ein NICHTgrünwähler

Antworten Gast: Zenzine
09.08.2012 22:32
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Re: fakt: wir haben ein drogenproblem

Eine solche Frage sollte man hier bei den Presse-Kommentaren besser nicht stellen.

Viele der lieben Kommentatoren glauben ja, sie sind etwas Besseres, die nie irgendeiner Sucht anheimfallen könnten. Selbstverständlich muss man daher Suchtkranken auch nicht helfen.

Ich kann diesen Leuten nur wünschen, dass sie mit ihrer Selbsteinschätzung recht haben. Und hoffentlich nie Krankheiten oder Verletzungen haben, gegen die sie Opiate verschrieben bekommen.

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a)

Ganz eindeutig.

Re: fakt: wir haben ein drogenproblem

Nein, ich tendiere definitiv zu a)!!!
warum sollten die Behandlungskosten übernommen werden? Es war doch die Rede von Verrotten lassen oder etwa nicht?

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Re: fakt: wir haben ein drogenproblem

Richtig, aber konsequent wäre es dann auch Branntweinhallen für schwere Alkoholiker einzurichten. Warum müssen sich die, die auch jahrelang über den Alkoholkonsum extrem viel an Steuern abgeliefert haben, das selbst zahlen. Wird nur denen geholfen, die illegale Drogen konsumieren?

Jene, um die sich privat niemand mehr kümmert werden wohl kaum von den Drogen loskommen wollen, wenn sie da quasi einen kostenlosen Club haben in den sie nur als Drogenkonsumenten hineinkommen.

Antworten Antworten Gast: Everybody
09.08.2012 10:15
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Re: Re: fakt: wir haben ein drogenproblem

Naja dann legalisieren wir halt und eröffnen von den Steuern auf Drogen solche Räume!

 
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