20.05.2013 19:46 Merkliste 0

Neugestaltung der Mariahilfer Straße: Ein "Speakers' Corner" für wütende Bürger

08.08.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Die ÖVP mobilisiert gegen die Änderungen auf Wiens größter Einkaufsstraße.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Mpm. Das große Vorbild ist eine fixe Institution im Londoner Hyde Park, Mitte September bekommt auch die Mariahilfer Straße einen (kleinen) Ableger des berühmten „Speakers' Corner“.

So nennt die Wiener ÖVP zumindest ihren Stand, den sie an der Ecke Mariahilfer Straße/Neubaugasse rund um den 15.September – ein genaues Datum gibt es noch nicht – einrichten will. Dort wollen die Schwarzen zum einen über die von der Stadt geplante Neugestaltung der Mariahilfer Straße informieren und auf Auswirkungen – oder wie die ÖVP meint: Verschlechterungen – hinweisen.

Vor allem aber sollen die Wiener am „Speakers' Corner“ selbst zu Wort kommen und ihrem Unmut über die Pläne freien Lauf lassen. Die Wortmeldungen will die ÖVP dokumentieren und der zuständigen Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) übergeben, wie ÖVP-Klubchef Fritz Aichinger sagt.

Laut letztem Stand soll Wiens größte Einkaufsstraße in mehrere Abschnitte eingeteilt werden. Ein Teil (zwischen Kirchen- und Andreasgasse) soll zur reinen Fußgängerzone werden. Zwei weitere Abschnitte (zwischen Zieglergasse und Kaiserstraße sowie zwischen Kirchengasse und Karl-Schweighofer-Gasse) zu autofreien Zonen, in denen aber Radfahrer erlaubt sind.

Im Zuge der Umgestaltung würden einige Nebenstraßen zu Sackgassen, um den Durchzugsverkehr zu beschränken. Querungen der Mariahilfer Straße mit dem Pkw wären nur noch sehr eingeschränkt möglich, etwa über die Otto-Bauer- zur Andreasgasse. Dadurch, befürchtet Aichinger, „würden die Bezirke Mariahilf und Neubau total voneinander abgetrennt“. Alle geplanten Änderungen zusammen würden aus Sicht der Gegner der Mariahilfer Straße schaden und zu Kunden- und Umsatzrückgängen führen. Ein Alternativmodell hat die ÖVP nicht. Denn, so Aichinger, „die Straße funktioniert bestens. Das muss man nicht mutwillig ruinieren.“

Im Büro von Verkehrsstadträtin Vassilakou gibt man sich zur Neugestaltung wortkarg. Die kolportierten Pläne seien „Momentaufnahmen“, die Gespräche „am Laufen“. Den Plan, noch heuer mit der Neugestaltung zu starten, musste man längst aufgeben. Einen Beginn im Sommer 2013 will man weder zu- noch absagen. „Wichtiger ist, dass wir eine Lösung finden, die von allen unterstützt wird. Der Zeitpunkt ist nicht relevant.“ Die VP-Idee des „Speakers' Corner“ wollte er nicht kommentieren. Für die SPÖ ist der „Speakers' Corner“ eine „rein aktionistische Idee“, die FPÖ spricht von einer „unnötigen Fleißaufgabe“.

Die ÖVP hat den „Speakers' Corner“ – den sie übrigens schon vor Jahren am Stadtfest eingeführt hat – vorerst für einen Tag angelegt, weitere Termine sind aber geplant.

Auf einen Blick

Im Zuge der Neugestaltung der Mariahilfer Straße soll laut jüngstem Stand ein Abschnitt zu einer reinen Fußgängerzone werden, zwei weitere zu autofreien Zonen mit Radverkehr.

ÖVP, FPÖ und Wirtschaftskammer sind gegen die Pläne der Stadt. Die ÖVP richtet Mitte September am Eck Mariahilfer Straße/Neubaugasse einen „Speakers' Corner“ gegen die Neugestaltung ein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

12 Kommentare
Gast: aufgets
12.09.2012 00:32
0 0

Auf geht's

Auf in die frische Luft, Forumianer! Es gibt genug zu tun - auch an der frischen Luft!

Gast: perikles k.
11.09.2012 12:54
0 0

Ab nach Athen!

Was diese Frau anrichtet wird kaum zu reparieren sein. Es ist eine Katastrophe. Soll sie doch nach Griechenland gehen und Athen zu einem Dorf stilisieren - alles, nur weg mit ihr!

Gast: Ha Tse-tung
10.09.2012 20:36
0 0

Nörgel Nörgel Böhse Grüne Nörgel

Die VP sollte so einen Nörgl-Corner auch am Graben, in der Kärntnerstraße und in der SCS aufstellen immerhin dürfen Autos dort auch nicht rein.

alles bestens?

Also wenn der Verkehr in der MAHÜ bestens ist, dann weiß ich wirklich nicht. Autofahren kannst vergessen, weil nix weitergeht. Auch mit dem Radl gehts nur mühsam voran und wenn man nicht bummeln, sondern ein bissi flotter gehen möchte is man in der MAHÜ auch falsch aufgehoben.
Mein Vorschlag: FuZO vom Westbahnhof bis zur 2er Linie. Anliegerverkehr werktags bis 10:00h.

0 0

Re: alles bestens?

Ich weiß nicht wie dick Sie sind, aber ich komme zu jeder Zeit zu Fuß sehr flott voran über die Mariahilfer Str.

Der Autoverkehr soll garnicht flüssiger sein. Das würde nur mehr Verkehr anziehen. So wie es derzeit ist, ist es schon optimal, weil dadurch nur jene hier fahren, die auch hier zu tun haben.

Re: alles bestens?

so in etwa, vlt mit kompromissen für anrainer.

1 1

Schnapsidee.

Dann werden die grünen Parteizombies Schlange stehen und das tun, was sie ohnehin am besten können: Demo machen. Nur eben einer nach dem anderen anstatt alle gleichzeitig.

Konkurrenz: keine, denn der Durchschnittsbürger stellt sich nicht gerne wohin und macht den Kasperl für die Medien, und arbeitet darüberhinaus die meiste Zeit.

Das geht nach hinten los.

Ein Denkmal will sie sich setzen

Wie alle bizzarren Diktatoren.

da das wird was werden

eine straße wo radfahrer erst künstlich angezogen werden und mitten drinnen ist radfahren dann verboten.

nedmal die MA2412 hätt sich sowas ausdacht.

Re: da das wird was werden

Dass die Komische eine Vorliebe für Fleckerlteppiche hat, hat sie ja beim Parckpickerl schon eindrucksvoll demonstriert.
A Wahnsinn, normal.

6 2

Re: da das wird was werden

Vollkommen hirnverbrannt. Ich wäre für Neuwahlen. Diese Person ist unerträglich. Die macht grundsätzlich alles gegen den Willen der Bevölkerung.

Re: Re: da das wird was werden

na klar: wenn ein teil der bevölkerung mit einer entscheidung unzufrieden ist, wählen wir gleich neu. Hervorragende idee, wien im dauerwahlzustand.