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Wien: Ab Montag fährt die U1 wieder auf ganzer Linie

20.08.2012 | 13:09 |   (DiePresse.com)

Die Sanierung des Südastes der Wiener Linie geht diese Woche ins Finale. Die Fahrgastumleitung funktionierte "besser als erwartet".

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Die Arbeiten auf dem derzeit gesperrten Teilstück der Wiener U-Bahnlinie U1 zwischen Reumann- und Schwedenplatz gehen ins Finale. Ein Großteil der technischen Modernisierung wurde bereits erledigt, nun steht vorrangig noch der Großputz der Stationen am Plan. Ab kommenden Montag, 27. August, in der Früh fährt die U1 dann wieder auf der gesamten Strecke. Die Bewältigung der Fahrgastströme mit den Ersatz-Bim-Routen 66 und 68 habe besser funktioniert als gedacht, versicherten die Wiener Linien.

Seit 7. Juli ist das betreffende, mittlerweile 35 Jahre alte U1-Teilstück wegen groß angelegter Sanierungs- bzw. Modernisierungsarbeiten gesperrt. Die gröbsten Arbeiten seien vorbei, sagte Dominik Gries, Sprecher der Verkehrsbetriebe, am Montag am Rande eines Pressetermins. Neue Schienen seien verlegt, auch ein Großteil der Stromschienen liegt bereits in den Tunnelröhren. Ausständig ist noch die Installation eines Antriebs für eine Weichenverbindung sowie eine Reihe von Test- und Messfahrten.

Reinigung als letzte große Herausforderung

Als größte Herausforderung vor der Wiederaufnahme des Betriebs nannte Gries die noch ausständige Reinigung jener Stationen, die von der Sperre betroffen waren - denn: "Wo gehobelt wird, fallen Späne." Die Putztrupps nehmen noch in der ersten Wochenhälfte ihre Arbeit auf, um die Haltestellen wieder fahrgasttauglich zu machen. Danach werden noch die Info-Aufkleber in den Stationen und Zügen entfernt, was sich allerdings "etwas länger ziehen wird, weil wir das am Wochenende nicht ganz schaffen".

Die Sperre war insofern kein Kinderspiel, da auf dem Teilstück normalerweise rund 50.000 Passagiere pro Tag unterwegs sind. Die Fahrgäste seien gut informiert gewesen. "Die tiefgreifende Anrainerinformation hat sich bezahlt gemacht", versicherte Gries. Mit den Intervallen der Ersatz-Straßenbahnen 66 und 68, welche die Teileinstellung der U1 kompensieren sollten, sei man ausgekommen. Zwischendurch habe man aber den Takt der Bim-Linie 6 verstärkt.

Arrangements mit Unternehmen in Stationen

Halbwegs zufrieden sein dürften auch die in den gesperrten Stationen ansässigen Geschäftsleute sein. Denn wegen erwartbarer Umsatzausfälle habe man mit den betroffenen Mietern "Arrangements" getroffen, so der Wiener-Linien-Sprecher. So gibt es beispielsweise aliquote Mieterlässe für Bäckereien oder Shops, die in der Sanierungsphase nicht öffnen konnten.

Nach Ende der U1-Sperre können Wiens U-Bahnnutzer einmal durchatmen. Denn größer angelegte Betriebseinstellungen seien auf absehbare Zeit nicht vorgesehen, versicherte Gries.

Neues U1-Info-Center

Fleißig gebaut - und das noch deutlich länger als bis kommenden Montag - wird für die U1 auch anderswo. Die Arbeiten für die Verlängerung der roten Linie in den Süden bis nach Oberlaa sind bereits angelaufen. Bis 2017 wird die U1 für 600 Millionen Euro um fünf Stationen bis zur Therme Wien verlängert. Die ursprüngliche Pläne, künftig nach Rothneusiedl zu fahren, wurden auf Eis gelegt, da die Entwicklung des Stadtteils ins Stocken geraten ist. Die Option auf einen etwaigen späteren Anschluss hält man sich allerdings offen.

Für Interessierte haben die Wiener Linien am Verteilerkreis Favoriten, wo sich künftig die Station "Altes Landgut" befinden wird, nun ein Infocenter eingerichtet. In einem Containerbau sieht man dort unter anderem Pläne der geplanten Haltestellen, Fotos der Bauarbeiten, einen Film über die Geschichte der U1 und Modelle von Maschinen, die beim Tunnelbau zum Einsatz kommen. Im Zuge eines Medientermins haben sich am Montag Verkehrsministerin Doris Bures, Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner (beide SPÖ) und Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer im Gästebuch verewigt. Für alle anderen Besucher ist das Infocenter ab 3. September jeden Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 16 und 19 Uhr frei zugänglich.

 

(APA)

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11 Kommentare
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Zeigt wieder nur, dass der ganze U-Bahn-Ausbau bis an den Stadtrand auch für die Katz ist

Kostet ein Vermögen, die Züge sind in den letzten Stationen immer fast leer. Und jetzt hat man gesehen, mit Straßenbahnen statt U-Bahn funktioniert es auch ganz gut (selbst im Zentrum).

Und mal ganz ehrlich (ich weiß, sowas darf man nicht sagen): In den Öffis fahren TENDENZIELL nicht die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Ist es nicht wirklich wurscht, ob die ein paar Minuten länger oder kürzer unterwegs sind?

Aber keine Sorge, in Wien regieren die Linken und so werden auch weiterhin die Straßenbahnen voll mit Pensionisten, Jugendlichen und Arbeitslosen bei jeder Kreuzung die Ampeln auf Grün beeinflussen und der Wirtschaftsverkehr - der das alles mit seinen Steuern finanzieren soll - steht im Stau und schaut zu.

Re: Zeigt wieder nur, dass der ganze U-Bahn-Ausbau bis an den Stadtrand auch für die Katz ist

Ist dies die Persiflage eines kompletten "Ungustls"? Oder sind Sie wirklich so? (Ganz ehrlich, ich weiß man darf sowas nicht fragen)

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Re: Re: Zeigt wieder nur, dass der ganze U-Bahn-Ausbau bis an den Stadtrand auch für die Katz ist

Was meinen Sie mit "so"?

So ehrlich?

Ich weiß schon, dass es für Politisch Korrekte nichts Schlimmeres gibt als die Wahrheit auszusprechen, aber was ist an meinem Statement falsch?

Die U-Bahnen sind in den letzten Stationen minimal besetzt.

In den Öffis fahren mehrheitlich Menschen, die vom Staat mehr Geld bekommen als sie einzahlen.

Und die Öffis können fast jede Ampel in Wien beeinflussen.

Was macht mich - wenn ich das feststelle - zu einem "Ungustl"?

Die fahrgastumleitung funktionierte deswegen perfekt, weil ...

... teilweise mehr Mitarbeiter der Wiener Linien als Fahrgäste bei allen möglichen und unmöglichen Stationen zu finden waren.

Da konnte man jedem Fahrgast seinen eigenen Begleiter zuweisen.

Gast: Auroralog
20.08.2012 18:38
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Mut zur Übertreibung

Also bis nach Favoriten hätte ich in dieser Phase nicht fahren wollen. Aber bis Sonntag kann sich ja jeder noch den Geck machen und es auskosten, was besser als erwartet heißt.

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Re: Mut zur Übertreibung

So habe ich das Wort "Gag" auch noch nie gelesen!
Absicht?

Gast: lächlerin
20.08.2012 16:14
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hurra!

und ab sofort bitte, liebe passagiere, lächeln sie! denn die videoüberwachung wurde in den betreffenden stationen erheblich ausgebaut. nicht nur ubahnen auch die strassenbahnen und busse haben jetzt eine.
und nur am karlsplatz beim abgang zur u1 wurden mindestens 5 neue kameras installiert.

hat sich auch hier fr. ederer eingesetzt?

also lächeln in den öffis nicht vergessen ...

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Re: hurra!

Sehe ich positiv.
Vorallem in Gefilden wie des 10ten ist dies, wie uns zahlreiche Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit, auch dokumentiert durch die Presse, mehr als notwendig.

66

lasst uns bitte den 66

Gast: Ein verärgerter Pendler
20.08.2012 14:29
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Rothneusiedl

wäre mit einer Park & Ride Anlage eine doch zu große Konkurrenz für unsere Parkpickerl-Abzocker im Wiener Rathaus geworden

Super!

Wackelt die dann auch so lustig wie alle spaeter gebauten Linien?