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Wiener Ring: 77 Bäume müssen Jungpflanzen weichen

23.08.2012 | 12:50 |   (DiePresse.com)

Aus Altersgründen - und nicht wie von City-Chefin Stenzel befürchtet wegen des Radwegausbaus - werden heuer 77 Bäume am Ring ausgetauscht. 2500 Bäume stehen insgesamt an dieser Straße.

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Die Bezirksvorsteherin der Wiener Innenstadt, Ursula Stenzel (ÖVP), hatte kürzlich angekündigt, wegen geplanter 70 Baumfällungen entlang der Ringstraße auf die Barrikaden gehen zu wollen. Nötig sollen die Rodungen wegen des Radwegausbaus sein. Die Stadtgärten sind nun um Beruhigung bemüht.

Tatsächlich werden heuer 77 Bäume entfernt - allerdings aus Altersgründen und im Zuge der routinemäßigen Verjüngung. Sprich: Die gerodeten Riesen werden durch ebenso viele Jungpflanzen ersetzt, erklärte Stadtgartendirektor Rainer Weisgram am Donnerstag vor Journalisten. Mit dem Radweg habe dies nichts zu tun.

100.000 "Straßenbäume" in Wien

So gut wie alle betroffenen Bäume hätten das Ende ihres Lebens erreicht und müssten nun Nachwuchspflanzen weichen, versicherte der Chef-Gärtner des Rathauses. Dies sei ein absolut normales Prozedere. Schließlich werden jährlich zwei bis drei Prozent aller rund 100.000 Wiener Straßenbäume ausgetauscht. So wurden auch schon im Vorjahr entlang des Rings 50 Schattenspender ersetzt. Von Kahlschlag oder Massenrodung könne daher keine Rede sein. Man werde mit Stenzel noch "erklärende und erläuternde Gespräche" führen - wenn es sein müsse, über jeden einzelnen Baum.

Was die heurigen 77 Rodungskandidaten angeht, stehen lediglich drei davon in Zusammenhang mit dem Ausbau des Radwegs auf der Ring-Außenseite. Zwei davon werden gar nicht geschlägert, sondern lediglich örtlich versetzt. Beim dritten handelt es sich laut Weisgram ebenfalls um einen bereits altersschwachen Zeitgenossen beim Parlament. Dieser bekommt ebenfalls einen Ersatz, allerdings nicht genau am jetzigen Standort, sondern einige Meter daneben.

"Extremisten" mit niedriger Lebenserwartung

"Ein Straßenbaum ist ein Extremist", der durch Verkehr, Hitzeabstrahlung, Bodenverdichtung und eingeklemmte Wurzeln besonderen Belastungen ausgesetzt sei, so der Stadtgartendirektor. Insofern werden Straßenbäume lediglich 30 bis 40 Jahre alt, während ihre Artverwandten in Parks es schon auf 100 oder mehr Jahre bringen können.

Am Ring selbst gibt es laut Weisgram 2500 Bäume. 60 Prozent davon sind Ahorn, 20 Prozent Linden und das restliche Fünftel setzt sich aus diversen Arten wie etwa Platanen zusammen. Wie es jedem einzelnen Exemplar geht, wissen die Verantwortlichen deshalb ziemlich gut, da der gesamte Straßenbaumbestand der Bundeshauptstadt via Software erfasst ist und damit Alter, Herkunft, Pflegebedarf und eben Allgemeinzustand dokumentiert sind. Die Entscheidung, welche Pflanze weg muss, wird nach einem "normgerechten Kontrollsystem" überprüft.

Wiener Linien zahlen mit

Besondere Patienten sind jedenfalls jene Riesen, die bei Straßenbahnstationen stehen, da ihnen der dortige winterliche Salzeinsatz zu schaffen macht. Man versuche dies aber nun mit Zürgelbäumen, die besonders resistent gegen Trockenheit seien, in den Griff zu bekommen. "Die Wiener Linien beteiligen sich immer wieder einmal an den Kosten für neue Bäume", zeigte sich Weisgram keineswegs gram gegenüber den Verkehrsbetrieben.

(APA)

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13 Kommentare
Gast: ökono-mist
24.08.2012 01:19
0 0

Der neue politische Jugendkult fordert seine ersten Opfer...


Fallende Riesen: "Familienminister, befiehl, wir sterben schon!"

Gebt die Ringstraße frei für RadfahrerInnen

und Fiakergespanne, dann können auch dort die Bäume 100 Jahre alt werden. Der MIV ist an dem frühen Absterben der Ringstraßenbäume schuld, und auch an den maroden Bäumen entlang des Gürtels. Die Verjüngung durch regelmäßige Neupflanzung hat Sinn und ist zu begrüßen.

Gast: Iwosnet
23.08.2012 18:12
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Intelligenzbestienwettrennen in der Wiener Stadtpolitik

Aktueller Zwischenstand: ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Stenzel und Vassilakou knapp gefolgt von Häupl und danach kommt mit Abstand Brauner.

altersschwache zeitgenossen

sind auch im parlament zu finden.
und die haben in ihrer laufbahn kaum für gute luft gesorgt.

Gast: xxxx
23.08.2012 17:28
4 0

Ich feue mich immer wieder über die kompetenten Kommentare der Ursulina Stelze

Kommt eindeutig von der ÖVP wegen der bauerntölpelhaften Schläue.

Gast: Dritter Zwerg von Hinten
23.08.2012 16:12
5 2

Bei der Stenzel nutzt erklären nichts.

Die soll sich lieber mal den Donaukanal auf Stadt-Seite anschauen und sich schämen.

4 2

in anderen städten hättest einen

riesen aufstand, in wien geht das einfach nebenbei durch, ohne aufreger.

Re: in anderen städten hättest einen

...und worüber sollte man sich aufregen? Das alte Bäume durch Neue ersetzt werden? Sollte man warten bis die Bäume von selbst umfallen?

Ob direkt aus dem Staatssäckl ...

... oder über die Wiener Linien, brennen muss so wie so der Steuerzahler dafür.

Antworten Gast: asu
23.08.2012 14:03
2 3

Re: Ob direkt aus dem Staatssäckl ...

ja, und für die gartenplege der städtischen gärten zahlt der steuerzahler auch millionen
und für die müllabfuhr zahlt der steuerzahler auch millionen
der straßenausbau --> millionen
öffiausbau --> millionen

und genau diese investitionen unterscheiden uns von einem entwicklungsland...Sie können gerne zB in den Libanon gehen, dort müssen Sie nichts für grünflächen "brennen"

Antworten Antworten Gast: DER Gast
23.08.2012 15:01
3 3

Re: Re: Ob direkt aus dem Staatssäckl ...

Wenns mit der Integration so weitergeht kommt der Libanon (gemeint ist die dortige Situation) zu uns!

Antworten Antworten Antworten Gast: TT1
23.08.2012 16:07
2 2

Re: Re: Re: Ob direkt aus dem Staatssäckl ...

Genau: es gibt immer einen Grund, rassistisch zu sein. Und sei es das Thema Bäume am Ring.

Heute im Mittagsjournal wetterte Stenzel, dass

gegen den neuen Radweg sei, weil deshalb 77 Bäume "wegraddiert" werden würden.