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Wien Energie: Millionen für Wien-Berater

23.08.2012 | 18:24 |  ANDREAS WETZ (Die Presse)

Vom in die Kritik geratenen Ost-Engagement der Wien Energie profitierte auch die Beratungsbranche. Insgesamt, so die Bücher, waren der Wien Energie externe Hilfestellungen 1,99 Millionen Euro wert.

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Wien. „Gerne bestätigen wir Ihnen, dass wir Ihr Angebot in der Höhe von € 441.600,- annehmen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.“ Briefe wie diesen verschickt die Geschäftsführung der Wien Energie öfter. Der zitierte ist deshalb relevant, weil er an eine Beraterfirma in der Wiener City ging, die dem Unternehmen bei der nun ins Gerede gekommenen Ostexpansion bei Wind- und Wasserkraftwerken zur Seite stand. Und weil eben dieses Engagement offensichtlich nicht besonders erfolgreich war.

Am Donnerstag veröffentlichte „Die Presse“ den 2010 von Wien Energie und dem Eigentümer, der Stadtwerke Holding, beschlossenen Plan, bis 2015 die Summe von 778 Millionen Euro in erneuerbare Energieträger in Osteuropa zu investieren. Die Stadtwerke werden heuer jedoch erstmals seit Jahren ein Minus ins Rathaus melden – der jährliche Zuschuss fürs Stadtbudget bleibt also aus. Der Konzern lancierte nun ein Sparprogramm, dem neben Dienstautos auch Schulungen zum Opfer fielen. Kritiker – und der Betriebsrat der ebenfalls zum Firmenkonglomerat gehörenden Fernwärme – vermuten dahinter Verluste in Osteuropa.

Auch wenn die Bilanzen die Vermutung teilweise stützen: Wien Energie dementiert und macht den hohen Gas- und Strompreis für das Sparprogramm verantwortlich. „Investitionen in erneuerbare Energien – ob im In- oder Ausland“ seien „essenziell, um konkurrenzfähig zu bleiben und fit für die Energiewende zu sein“, rechtfertigte sich das Unternehmen in einer Aussendung. Insgesamt seien „keine Verluste durch Auslandsgeschäfte zu verzeichnen,“ Zusammenhang zum „Effizienzprogramm“ bestehe keiner. Trotzdem will man sich – ohne Angaben von Kosten – nun von den Auslandsgeschäften verabschieden.

Die millionenschwere Beratung war offenbar ihr Geld nicht wert. Der „Presse“ liegt allein für das Jahr 2009 eine interne Abrechnung für Ausgaben in der Höhe von 1,09 Millionen Euro vor. Insgesamt, so die Bücher, waren der Wien Energie externe Hilfestellungen für das Engagement in Polen, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Bosnien, Mazedonien und Montenegro 1,99 Millionen Euro wert.

Ein Sprecher des Unternehmens räumt dazu ein, dass die Position „Beraterkosten“ gerade heutzutage für ein Großunternehmen ein Bereich sei, „in dem man aufpassen muss“. Stichwort: Telekom-Affäre. Gerade die Wien Energie sei diesbezüglich jedoch besonders transparent. Neben Kontrollamt und Rechnungshof prüft nämlich auch eine interne Revision. Trotzdem, so der Konzernsprecher, würden natürlich auch die Budgets für Beratungsdienstleistungen im Rahmen des Sparprogramms gekürzt. Auf manche dieser Dienstleistungen, etwa Rechtsberater oder Wirtschaftsprüfer, könne man aber gar nicht verzichten.

 

Kosten sind „Geschäftsgeheimnis“

Wie viel der Rückzug aus dem Osten – die Expansion dorthin hatte das Kontrollamt 2010 in einem öffentlich und politisch völlig ignorierten Bericht als „Risiko“ bezeichnet – tatsächlich kostet, darüber schweigt sich Wien Energie aus: Geschäftsgeheimnis.

Fest steht bisher aber, dass die öffentliche Förderung derartiger Projekte in der Slowakei und in Bulgarien von den Regierungen dort derart zurückgefahren wurde, dass auch die Wien Energie aussteigen musste: So manches Kraftwerk wurde einfach unwirtschaftlich. Allein dadurch gingen 1,5 Millionen Euro an Entwicklungskosten verloren. Es sei denn, man nimmt die Projekte doch wieder auf.

Auf einen Blick

Beratungskosten. Das Engagement von Wien Energie in Ost- und Südosteuropa (Polen, Slowakei, Bosnien, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien) hat nicht nur unmittelbare Akquisitionskosten verursacht. Sondern auch Kosten für Beratung. Zwei Millionen Euro waren Wien Energie hausexterne Expertisen wert. Ein Sprecher des Unternehmens räumt ein, dass „Beraterkosten“ gerade heutzutage für ein Großunternehmen ein Bereich sei, „in dem man aufpassen muss“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

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255 Kommentare
 
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Gast: Realist1
26.08.2012 12:56
0 0

warum übertreiben alle so schrecklich...

das nimmt doch niemand ernst wenn hier so unsachlich und mit unrichtigen Argumenten diskutiert wird....
natürlich passierten Fehler und ist nicht alles ok...aber die Netzgebühren der Stromnetzbetreiber wurden in den letzten 7 Jahren gesenkt, die Energiepreise für Strom (bei Haushaltskunden und kleinen Betrieben) sind seit Jahren mehr oder weniger unverändert. Tut ja weh wie hier pauschaliert, übertrieben und lametiert wird.....dadurch wird jede Diskussion unglaubwürdig....da ist ja das Kroneforum seriös dagegen......

Warum wird der Name des Beratungsinstitutes

so schamhaft verschwiegen? Bitte vor den Vorhang, so viel Chupzpe muss öffentlich anerkannt werden!
Kein Wunder, dass die Energie-Wien Preise so steigen müssen, bei solchen Beraterhonoraren! Ich werde kündigen!

wer

wer ist die beratungsfirma und naheverhältnisse durchleuchten und kontobewegungen durchleuchten.

dann sieht man ja, ob es kick backs gab.

Der Nächste Kick Back Fall

Wer meldet sich zuerst als Kronzeuge?

wir können das Geld gar nicht so schnell erarbeiten

wie´s diese Bonzen unbekümmert mit beiden Händen rausschmeissen - unfassbar

Gast: Yakov Dzhugashvili
24.08.2012 14:01
2 0

Nun, Divide et impera, auch im Roten Reich!!


Berechnung

Ich habe mal diverse Rechnungen eines internationalen Beraters für eine österreichische Großbank gesehen, da kostete dann eine Person pro Wochentag (Mo-Fr) bis zu 4500 EUR, was dann heraus gekommen ist möchte ich hier nicht breit treten, das wäre es auch nicht wert.
Und bei solchen Gagen habens uns dann noch unseren privaten Teevorrat dezimiert.

ich halte also nicht viel von Beratern

Re: Berechnung

pr

pr-public relations-öffentlichkeitsarbeit:

kostet der assistent ca. 700 euro und der geschäftsführer 1.500-2.000 euro pro tag.

ich glaube , steht sogar auf der homepage des verbandes als tarif...

warum geht jeder gescheiterte politiker ins "consulting"-"Beratung" ???

Gast: Hansi77
24.08.2012 13:27
7 0

Wahrscheinlich ist Wien das korrupteste Bundesland Österreichs

Aber da alle relevanten Kräfte der Stadt etwas vom Kuchen abbekommen, herrscht Schweigen anstatt Aufklärung.

Und die Grünen regieren da jetzt auch mit. Also, wo bleibt der Möchtegerne Aufklärer Pilz? Da gebe es viel zu tun. Oder herrscht da kein Interesse zur Aufklärung, weil Rot Grün regiert?

1 0

Re: Wahrscheinlich ist Wien das korrupteste Bundesland Österreichs

@weil Rot Grün regiert?@
Die Grünen wissen auch,dass man die Hand welche Futter gibt nicht beißt !!!!

Antworten Gast: Stimmt,...
24.08.2012 14:49
0 5

Re: Wahrscheinlich ist Wien das korrupteste Bundesland Österreichs

Naja, wenn man Niederösterreich und Kärnten Unberücksicht läßt stimmt das sicher, noch besser stimmt die Aussage wenn man sagt Wien ist die korrupteste Stadt in Wien...

Blind sein alleine genügt bei der Sichtweise definitiv nicht mehr, da ist es unabdingbar notwendig ebenso Taub zu sein und der Geschmacksinn nicht den Geruchsinn übertrumpft.

So als, Tipp, dann eben nach London gehen, mit dem Brauchwasser dort kann sich Mensch nicht mal mehr Duschen ohne ein gesundheitliches Risiko einzugehen, dazu das das Netz dem Schweizer Käse alle ehren macht, und dafür der Bewohner das vielfache von Wien zahlt.

Natürlich kann dann Mensch auch nach Paris ziehen um zu erkennen welche eklatanten Nachteile der soziale Wohnbau in Wien hat....

Und sollte Mensch mit den Straßen nicht zufrieden Sein, seine eigen Karosse wird sicher auf den Straßen NewYorks besten so behandelt das diese in kürzester Zeit Schrott ist.

Um die Unzulänglichkeiten der Wiener Stromversorgen erleben zu können ist detto eine Reise in den USA sehr bereichernd!

Sollte man es noch immer nicht kapieren, Metropolen wie London, NewYork, Paris, würden sich alle 10 Finger abschlecken hätten sie eine derartige Infrastruktur die so gut funktioniert wie in Wien und das zu einem Preis von dem man dort nicht mal träumen darf ohne Gefahr zu laufen in eine Klinik zu kommen deren Türen sich nur von außen öffnen lassen!

Antworten Antworten Gast: globetrotterneu
25.08.2012 00:39
2 0

Re: Re: Wahrscheinlich ist Wien das korrupteste Bundesland Österreichs

was interessiert uns london,newyork,paris wir leben in wien und mein vorredner hat recht wien ist die korrupteste stadt in österreich.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hauptsache draufhauen!
25.08.2012 11:28
0 2

re:

Was zählen andere Städte schon, den Luxus denn wir hier genießen wird offensichtlich nicht im geringsten erkannt, und das Wien nicht zustände wie in London, Paris, Berlin und NewYork hat, verdanken wir der Weitsicht einer gesunden Stadtpolitik.

Die ÖVP hat von vorneherein klar gesagt, das sie sowohl die Wasserversorgung, den sozialen Wohnbau sowie das Stromnetz privatisieren will, und sie hat auch klipp und klar gesagt das diese Privatisierung sowohl zu einem massiven Preisanstieg als auch einem massiven Qualitätsverlust führt, schließlich müssen um jeden Preis Aktionäre befriedigt werden

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: globetrotterneu
25.08.2012 13:40
1 0

Re: re:

und wieder einer aus der spö zentrale ja wenn man ein roter beamter ist kann es einen nur gut gehen in wien.

9 0

was sagen die roten nun dazu ?

das es ein "System Wien" gibt, statt ewig ein Bundesland (K) in dem sie nichts zu melden haben anzupatzen versuchen weil man sich das auch noch gerne einverleiben würd wollen ?!

Würden sämtlich derarte Vorwürfe bekannt werden, wäre schnell schluss mit den Angriffen auf Kärnten; weil man dies aber gekonnt verschliert, lief und läuft das Werkel recht munter weiter; siehe Akh, Pratervorplatz, Skylink ..... !


Gast: Hermann vom Gipfel
24.08.2012 13:00
4 0

Österreich ist durch und durch KORRUPT

Wahnsinn.

Gast: QinGong
24.08.2012 11:44
14 0

Man braucht sich ja nur die Inseratenpraxis der SPÖ unter Faymann, der ja vorher bei Wiener Wohnen war, ansehen

dann kann man sich in etwa vorstellen, wie das so läuft im roten Wien und dagegen sind die abscheulichen Kärntner Verhältnisse vermutlich nur Peanuts.

Schröpfstaat Österreich, wo Parteien nicht dem Staat dienen, sondern der Staat den Parteien und ihrem ausgewählten Klientel.

Gast: Dont Cover
24.08.2012 11:39
6 0

Dieses "Geschäftsgeheimnis" eines öffentlichen Unternehmens sollten wie jene der Telekom, rasch geöffnet werden


10 0

wen wundert das?

Die Sozialdemokratie herrscht in Wien ja schon seit der 1. Republik. Es gab nie einen ernsthaften Herausforderer bei den Konkurrenzparteien. Daß sich da ein Sumpf an Protektion, Freunderlwirtschaft und unnötige Geldverschwendung ansammelt, ist doch nur logisch.
Wenn jemand eine Gemeindewohnung wollte und oder ein Posterl bei einem Gemeindebetrieb, dann war das rote Parteibüchl Pflicht. Das wußten und wissen auch heute noch alle. Trotzdem wählt die Bevölkerung nach wie vor die SPÖ. Man fühlt sich offensichtlich wohl dabei! Na dann ist ja eigentlich alles in Ordnung. Ein bisserl Raunzen gehört zum Wiener dazu. Ich bin geborener Wiener und weiß das, obwohl ich es nicht richtig finde.
Ich beschränke mich da auf ein paar Tränen ins Weinglas fallen zu lassen, wenn ich Schrammelmusik höre. Aber damit schade ich wenigstens niemand, noch dazu wo ich mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nach Hause fahre!

Gast: Rating Agent 007
24.08.2012 10:57
11 0

Freundern, Konsulenten, Berater und Handwerker

bilden ein dichtes Empfänger-Netzwerk. Zahlen müssen das die übrig gebliebenen Wiener oft nach "Behördenentscheidungen". Man müsste die Korruptionsstaatsanwaltschaft weiter aufstocken um diesem Verbrechenssumpf Herr zu werden.

Gast: Anastas Mikoyan
24.08.2012 10:45
10 0

KEIN kostenpflichtiges PARKPICKERL in Wien!!!


Gast: 4 Mampfi
24.08.2012 10:44
6 0

Die ganze LINKE RATHAUSPARTIE ist zu Luksenburgisieren! Frei nach Roza Luksemburg!


Gast: M. Wolf
24.08.2012 10:38
2 1

Gerne bestätigen wir Ihnen

Liebe Presse, der Artikel ist einseitig.
Stellen sie doch klar, dass durchweg in allen staatsnahen Operettenbetrieben bzw Ministerien
sog. Berater für viel Geld umhergeistern.
Diese Leut sollen als Rechtfertigung für Entscheidungen herhalten.
Daher schreiben diese sog. Berater den sog. Entscheidern jeder Couleur gegen
hohes (Steuer)entgelt seit geraumer Zeit gar vor, wann sie auf Toilette zu gehen oder im Dreieck
zu hüpfen haben.

Gast: Wiener Wohnen
24.08.2012 10:26
10 0

Man muss sich die Chefetage nur genau ansehen

sind sie technisch qualifiziert? Wie sind sie auf ihren Posten gekommen? Wieviele hunderttausend Euro verdenen sie jährlich? Tragen sie überhaupt eine Verantwortung? Wen schmieren sie? Von wem werden sie geschmiert? usw.

Gast: Na und?
24.08.2012 10:22
14 0

So, liebe Wiener:

Jetzt wisst Ihr, warum die Parkgebühren kommen und voriges Jahr die Wassergebühren so stark erhöht worden sind!!!

Die Sache mit "Umwelt", "Grün" etc. ist erstunken und erlogen, es geht rein um Geldbeschaffung.

Hoffentlich werdet Ihr bei der nächsten Wahl die Roten aus dem Rathaus werfen und die Grünen gleich mit!

Antworten Gast: globetrotterneu
24.08.2012 11:01
9 0

Re: So, liebe Wiener:

genau so ist es aber das kannst du den dummen wienern nicht erzählen die leben die roten lügen ohne wenn und aber.

 
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