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72-Jähriger getötet: Entflohener Häftling unter Verdacht

27.08.2012 | 12:15 |   (DiePresse.com)

Der Verdächtige dürfte in einen Streit mit dem Vater seiner Ex-Freundin geraten sein. Die Polizei fand dessen Leiche in einer Wiener Wohnung.

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Ein am Sonntag aus der Justizanstalt Wien-Simmering geflohener Häftling dürfte in der Nacht auf Montag in Mariahilf im Streit seinen "Schwiegervater" erstochen haben. Der 37-Jährige wollte seine Ex-Freundin und sein Kind sehen, was der 72-Jährige nicht zulassen wollte, so Nikolaus Rast, der Anwalt des Verdächtigen. Gegen 9 Uhr wurde der mutmaßliche Mörder bereits festgenommen. Bei seiner ersten Einvernahme hat sich der 37-jährige Verdächtige voll geständig gezeigt, teilte Polizei-Pressesprecher Thomas Keiblinger am Montagnachmittag mit.

Der 37-Jährige hatte nach der Tat gegen 3 Uhr seine Ex-Freundin angerufen und ihr mitgeteilt, deren Vater umgebracht zu haben. Diese alarmierte daraufhin die Polizei. Da man befürchtete, dass der Täter noch in der Webgasse 22 sein könnte, öffnete die Wega in Beisein der Frau die Wohnung. Bereits im Vorraum waren Blutspuren zu sehen, der Tote lag im Bad, seine Füße in der Badewanne.

Kontakt verweigert

Der mehrfach vorbestrafte 37-Jährige, der zuletzt vom Landesgericht Eisenstadt vier Jahre Haft wegen Drogen-Delikten ausgefasst hatte, war am Sonntag aus der Justizanstalt Wien-Simmering ausgebrochen, indem er sich mit zusammengeknoteten Tischtüchern aus dem zweiten Stock abseilte. Danach machte er sich auf den Weg zur Wohnung des 72-Jährigen, weil er seine Freundin und das gemeinsame Kind sehen wollte, die er dort vermutete.

In der Wohnung in der Webgasse 22 traf er aber nur den Großvater an. Dieser versuchte dem geflohenen Häftling klarzumachen, dass seine Tochter nichts mehr von ihm wissen wolle. Der 72-Jährige soll sich außerdem geweigert haben, dem 37-Jährigen Zugang zu dessen Kind zu ermöglichen. Der 37-Jährige dürfte daraufhin rot gesehen und mehrfach mit einem Messer auf den Pensionisten eingestochen haben.

Nachdem er den Mann erstochen hatte, flüchtete der 37-Jährige mit dem Pkw und dem Handy seines Opfers nach Tschechien. "Dort hat er eingesehen, dass das keine gute Idee ist. Er ist daher zurückgefahren", erklärte Rast. Als er sich wieder im Bundesgebiet befand, gelang es der Polizei, ihn über das gestohlene Handy zu orten. Am Hernalser Gürtel in Wien-Ottakring wurde der Mann schließlich festgenommen. "Er ist voll geständig und gibt die Tat zu", so der Anwalt.

Anruf führte Polizei zu Leiche

Die ganze Sache ins Rollen gebracht hat ein Anruf bei der Polizei. Der Verdächtige dürfte seiner Ex-Freundin von der Tat erzählt haben. Sie meldete sich bei den Behörden. Eine Streife der Polizei fuhr daraufhin zu der Wohnung und fand die Leiche des Pensionisten. Nach Abschluss der Spurensicherung soll eine Obduktion durchgeführt werden.

Justizministerin fordert Aufklärung

Laut Zeitung "Österreich" soll der Mann bereits zu Jahresbeginn aus der Haft geflohen, aber bald wieder eingefangen worden sein. Vor einigen Wochen soll er sich als Küchenhilfe gemeldet haben, wodurch er in einen etwas gelockerten Vollzug kam. Diese Chance nutzte er, um sich "abzuseilen".

"Ich möchte, dass rasch geklärt wird, wie es zu diesem Ausbruch kommen konnte, damit wir die notwendigen Schlüsse ziehen können, um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden", so Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP). Eine unabhängige Kommission soll die Flucht untersuchen und Vorschläge unterbreiten, wie Derartiges in Zukunft verhindert werden kann.

(APA/red)

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14 Kommentare
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Das Thema Vergewaltiger

Wie man lesen kann ist doch auch hier über den Vergewaltiger, der auf freiem Fuß ist, geschrieben worden. Meiner Meinung nach ist sich die Justiz nicht im Klaren welch eine erbärmliche Vorstellung sie da liefert. Vor allem ist zu befürchten, daß die Bevölkerung bald völlig das Vertrauen in den österreichischen Rechtsstaat verliert.

Zu dem Totschläger kann ich nur eine Meinung haben. Dieser Mann gehört auf Lebenszeit in die Psychiatrie. Denn wenn jemand durch Worte dazu verleitet werden kann, daß er mit mehreren Messerstichen einen Kontrahenten tötet, dann ist dieser Typ unzurechnungsfähig.

Gast: GEFFEE
28.08.2012 08:50
1 1

Lynchjustiz

Anwalt Rast meinte am Montag: „Mord war das keiner, vielmehr ein Totschlag.“ Sein Mandant ließ sich „in einer allgemein begreiflichen, heftigen Gemütsbewegung zur Bluttat hinreißen“.
Na jo , warum is ma dann gegen Lynchjustiz. Sind ja begreifliche Gemütsbewegungen.

Gast: nina blum
27.08.2012 21:40
1 5

Und wegen einem alten Ex-Sextäter machen sich die Österreicher in die Hose!

Wieviel Menschen werden anderwärtig um ihre Unversehrtheit gebracht?

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Re: Und wegen einem alten Ex-Sextäter machen sich die Österreicher in die Hose!

Ihrer geistigen Unversehrheit haben Sie sich aber selbst entledigt.

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Offenbar sind unsere Gefängnisse ...

... von Reha-Zentren nicht mehr zu unterscheiden. Mein besonderer Dank gilt Broda und seinen Nachfolgern, diesen gesellschaftszersetzenden Nasenbohrern.

10 0

Der Täter muss sofort und unerbittlich

auf freiem Fuß angezeigt werden!

Re: Der Täter muss sofort und unerbittlich

...wird er auch, keine Angst!!!

das wird

der nächste Fußfessel kandidat.

6 0

Mit zusammengeknoteten Tischtüchern abgeseilt-

Wie damals in der Micky-Maus - da waren echte Profis am Werk.

Gast: Pips
27.08.2012 14:10
16 0

Dank

Sozis und "purpurroter" Grünen ist Wien am besten Weg wie New York in den 70ern zu werden. Dort traute sich Abends kaum mehr ein Bürger allein auf die Straße. Bis Rudy Giuliany dem Spuck mit aller Härte ein Ende setzte. So einen bräuchte auch Wien - keinen besoffenen Michl + eine unpolitische Polizei. Die Zustände sind bereits unerträglich für Normalbürger und es wird noch viel schlimmer kommen, wenn nicht massiv dagegen gesteuert wird.

Antworten Gast: Pups
27.08.2012 15:35
1 12

Re: Dank

Können Sie erläutern inwiefern die Zustände mittlerweile unerträglich geworden sind? Ich wohne seit fast 20 Jahren als Normalbürger in Wien und hatte während dieser Zeit keine Befürchtung, mich auf der Straße zu bewegen (auf Autofahrer ist halt achtzugeben). Das Sicherheitsgefühl meinerseits ist sehr hoch.

Antworten Antworten Gast: Hammvieh
28.08.2012 15:36
1 0

Re: Re: Dank

Nehmen S' halt einmal die U-Bahn.

Gast: Final Justice
27.08.2012 13:42
9 0

Unfassbarer Skandal

Die Verantwortlichen für dieses unfassbare und skandalöse Versagen der Vollzugsbehörden würden in einem echten Rechtsstaat wegen Beitragstäterschaft zur Verantwortung gezogen werden.

Gast: Hurtig G
27.08.2012 12:42
19 0

2500 Verbrechen in 10 Tagen im August in Wien

Da fällt ein Mord gar nicht mehr so auf.