26.05.2013 00:28 Merkliste 0

AKH-Skandal: Vorwürfe gegen SPÖ

05.09.2012 | 16:36 |  Von Andreas Wetz (Die Presse)

Ein Ex-Spitzenbeamter geht in die Offensive: Nicht er, sondern Gemeinderatspräsident Schuster und „höhere Stellen“ hätten Absprachen getroffen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

[Wien] „Ich habe von diesen Vorwürfen schon auf informellem Weg gehört und sage Ihnen: Sie entsprechen nicht der Wahrheit.“ Godwin Schuster, Vorsitzender des Wiener Gemeinderats, Landtagsabgeordneter und als solcher gerne als SPÖ-Urgestein bezeichnet, ist erbost. Er hat nämlich ein Problem. Ob er selbst, oder ein anderer dafür verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Klar ist aber: Im Ermittlungsakt der Korruptionsstaatsanwaltschaft, die seit zwei Jahren eine fragwürdige Auftragsvergabe von Personaldienstleistungen im AKH prüft, wird der 61-Jährige schwer belastet.

Anlass für den Ärger ist ein Schreiben eines beschuldigten hohen (Ex-)Beamten an den Staatsanwalt. Das 28 Seiten starke Papier liegt der „Presse“ vor. Unter Punkt 1.7 holen der inzwischen pensionierte Spitzenbeamte und sein Anwalt zum Gegenangriff auf die Rathaus-SPÖ und die Stadt Wien aus. Nicht er und die angeblich bevorzugte Firma AGO seien zu untersuchen, sondern die im Verfahren um den 50 Millionen Euro-Auftrag unterlegene Janus-Gruppe und ihr politischer Fürsprecher, Godwin Schuster.

Beschuldigter sieht sich als Opfer

Dann wird Senatsrat B., der das AKH nach langer Tätigkeit wie kaum ein anderer kennt, konkret. Er wirf Schuster sinngemäß vor, beim Chef des Spitalseigners, Krankenanstaltenverbund-General Wilhelm Marhold, mit illegal zustande gekommenen, ihn und den AGO belastenden Tonbandaufzeichnungen, negative Stimmung gemacht zu haben. Und er nennt sogar ein Motiv. Zitat: „Bemerkenswert ist, dass es sich bei Dr. Schuster just um jene Person handelt, die Janus (Janus-Gruppe Eigentümer Dragan Janus, Anm. d. Redaktion) zugesagt hat, dass er seinen (bestehenden) Dienstleistungsauftrag im AKH Wien nicht verlieren wird.“ Der Beschuldigte äußert noch einen zweiten Verdacht. Demnach soll Janus „bei weit höhere Stelle als dem AKH Wien“ interveniert haben, um den Auftrag doch noch zu bekommen.

Neu sind die Anschuldigungen gegen Schuster und Janus zumindest für die Ermittler nicht. Aus den Akten geht hervor, dass bereits Anfang Juni eine anonyme Anzeige gegen die beiden, KAV General Marhold und AKH-Direktor Reinhard Krepler eingegangen war.

Nun stellt sich für die zuständige Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) die Frage, ob es tatsächlich die behauptete Achse Schuster-Janus-Rathaus gab, denn: Immerhin erhielt nicht Janus, sondern der Akademische Gästedienst Österreich (AGO) den Auftrag, der erst eineinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden belastender Ermittlungsdetails gekündigt wurde. Nun folgt eine Neuausschreibung des Großauftrags, bei dem es im Vollausbau um 1050 Arbeitsplätze in den Bereichen Reinigung, IT und Administration geht.

Der Anwalt des beschuldigten Senatsrats wollte seine Vorwürfe unter Verweis auf ein laufendes Verfahren nicht weiter präzisieren. Schuster, aber auch Dragan Janus weisen die Verdächtigungen zurück. Beide teilten der „Presse“ auf Anfrage mit, einander erst im Zuge des Bekanntwerdens der Ermittlungen kennengelernt zu haben.

Ermittlungen, die WKStA und das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung (BAK) inzwischen abgeschlossen haben. In den nächsten Monaten ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit einer Entscheidung darüber zu rechnen, ob es zu einer Anklage kommt, oder nicht. Auf Amtsdeutsch heißt der Vorgang Enderledigung.

Beschuldigte nennen Sündenbock

Dabei gerieten die Behörden zwischenzeitlich sogar selbst in die Kritik. Zwei Jahre lang musste sich der pensionierte Senatsrat als Beschuldigter – gemeinsam mit vier weiteren Personen – wegen Amtsmissbrauchs und Untreue rechtfertigen. Dann drehte er in einem Schreiben den Spieß um – und warf den Anklägern vor, selbst Amtsmissbrauch begangen zu haben, in dem sie von Dragan Janus heimlich angefertigte Tonbandmitschnitte in den Akt nahmen.

Auch wenn es in Österreich so etwas wie ein Verbot von Beweismitteln nicht gibt: Gespräche heimlich mitzuschneiden und diese weiterzugeben, ist verboten. Allerdings zog B. den Vorwurf inzwischen – zumindest formal – wieder zurück. Ob der Staatsanwaltschaft tatsächlich etwas vorzuwerfen ist, wurde deshalb nie geprüft.

Ablenkungsmanöver, oder nicht: Nach langen Erhebungen wird nun zumindest der Frontverlauf langsam klar, der sogar zwischen den fünf Beschuldigten für gegenseitige Anschuldigungen sorgt. B. und H., beide einst führend im AKH tätig, haben sich offenbar darauf verständigt, alle bestehenden Vorwürfe der Ermittler einem weiteren ehemaligen Kollegen, H., anzulasten.

Belastende Details aus den Ermittlungen (Gespräche, in dem Mitbieter bedroht wurden, Schreiben, in denen man Unterlegene zum Einspruchsverzicht nötigte) hätte dieser – Zitat – „im Alleingang“ getätigt. Und überhaupt sei H. kein unbeschriebenes Blatt, kam er doch erst aus der der MA 33 (Beleuchtung) ins AKH. Eine Abteilung, die derzeit ebenfalls unter Beobachtung steht: Bei Aufträgen rund um die Fußball Europameisterschaft 2008 soll es manipulierte Ausschreibungen gegeben haben. Eine Spitzenbeamtin wurde suspendiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

112 Kommentare
 
12 3

Die SPÖ und ihre Skandale werden von den Faymann-Medien negiert, das nenne ich "abhängige" Berichterstattung

Außer der presse.com schreibt keine andere Zeitung darüber und das ist auch ein Skandal. Alle anderen vorführen, aber die SPÖ in Ruhe lassen. Ein mediales Trauerspiel

2 0

Schon klar, wurscht von welcher Partei, allerdings:

Der Beamte wird den Dreck nicht am Stecken haben. Auch in meinem Ministerium kommt nix schriftliches vom Politkabarett: Da "stellt man sich vor", da "könnte durchaus sein", da "müsste man ja glatt" etc. etc.
Der Beamte MUSS dann diese feigen nebulosen Andeutungen realisieren und ist dann auf dem Papier halt der, der´s gemacht hat.
Alternative bleibt keine, außer der Beamte will nicht mehr Beamter sein ...

0 0

Re: Schon klar, wurscht von welcher Partei, allerdings:

in der missgeburtrepublik ist die korruption in das fundament der gesamten verwaltung 'eingebaut'. deshalb war die republik auch von anfang an eine missgeburt.

Schon was davon gehört, eine schriftliche Weisung abzuverlangen?

Solange Beamte sich vor diesen Politiken anschei...en kann nichts funktionieren. Nehmt euch ein Beispiel am Generalstabschef, auch der hat überlebt und wie.

Gast: diegrösste
06.09.2012 12:06
16 0

lug und trug

korruptions und misswirschaftspartei in Ö

SPÖ

Ö in die EU hineigelogen mit einem Ederer tausender --haha in wahrheit 3-5 tausender
gestohlen und zwar jedem Bürger .

die partei ist nur noch abzuwählen

Gast: 8734
06.09.2012 11:53
1 24

Hier wird

wiedermal etwas konstruiert um von den FPÖ-ÖVP-BZÖ Skandalen abzulenken.

Es ist aber nichts drann an diesen Vorwürfen genausowenig wie an den Anpatzversuchen bei Dr. Faymann.

Re: Hier wird

weil die spö ist die einzige baddei auf der ganzen welt, die nicht korrupt ist, niemals nicht!
das sagt auch meine gerti immer, und die muss es ja wissen

Antworten Gast: gggggg
06.09.2012 13:11
8 1

Re: Hier wird

Ich welcher Wahnwelt die Linken leben zeigt der ´Dr.´ für den Faymann. Wunderbar entlarvende Fehlleistung.

Der wichtige Punkt ist indes: Die wirklich bösen Gauner sitzen in der SPÖ. Aber wie ich schon mehrmals angemerkt habe: Die Sozis sind einfach cleverer und unverfrorener. Und allein schon deshalb viel gefährlicher als alle anderen, denn sie betreiben eine skrupellose Machtpolitik und verfolgen immer nur ureigenste Partei-und Klientelinteressen. Das Staatsganze ist ihnen vollkommen egal. Im Gegenteil: der Klassenfeind spukt nach wie vor gespenstisch in den linken Köpfen herum. Schlimm!

4 1

Re: Hier wird

oesterreichs bildungselite im einsatz.

8 1

Re: Hier wird

Fayman heißt Wernerle, nicht Dragan.

Also wenn schon, dann W. Faymann, nicht Dr. Faymann.

9 1

Kennt jemand einen Doktor Faymann ?


Ich kenne nur einen Faymann, der angeblich ein paar Semester Jus studiert hat.
Es hat ihn allerdings niemand auf der Uni gesehen, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass er sein Maturazeugnis noch immer nicht gefunden hat.
Wie er mit dieser bescheidenen Qualifikation einen gut dotierten Konsulentenvertrag bei der roten Zentralsparkasse erhalten konnte, bleibt unergründet.

Antworten Gast: Till aus dem Haus der Freude
06.09.2012 12:25
7 1

Re: Hier wird

Ironie oder lendenlahmer Entlastungsangriff aus der Löwelstraße 18?

Nice try- no cigar!

1 30

oppositionell motivierte Schmutzkübelei

Es weiß doch jeder, dass diese Vorwürfe nicht anderes sind als ein Versuch von Seiten der FPÖVP jetzt mal auch die bis dato ziemlich unbefleckten SPÖler reinzureiten... damit das nächste Wahlergebnis nicht allzusehr zum Fiasko für die Schwarzblauen wird - was es natürlich trotzdem werden wird... Gott seis gedankt *bekreuzig* haben wir die braune Gefahr noch einmal abgewendet...

Antworten Gast: de mann aus la mancha
06.09.2012 15:06
3 1

Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

Also ich bin seit Jahrzehnten Beitragszahlender Sozialdemokrat. Trotzdem: Vom Bürgermeister bis zum allerletzen Hausmeister, haben sie samt und sonders “Dreck“ am Stecken. Geschwindelt wird immer und überall. Und wenn es der Häupl auch nicht wahrhaben will: Einer der wegschauenden Hauptagitatoren dieser unleidlichen Grundwahrheit ist er selbst. Unser Stadtoberhaupt EIN SCHON ARTISTISCHER Wegschaukünstler, wenn es um die geldklauenden Missstände in dieser Stadt geht. Schimpo (an sie pers.): Sofern sie sich hier für eine „unbefleckte“ SPÖ ereifern, möchte ich nicht genau wissen wessen Geistes Kind sie eigentlich sind. Und von wegen unbefleckt, schon bei der katholischen Mutter aller Mütter der Maria hab ich den Schmarrn nicht geglaubt. Unterstelle ich einmal: Der liebe Gott ist selbst ein ganz ausgeschamter Trickser. Was man ja von unserem Michi auch behauptet. Er ist aber nicht der liebe Gott und deshalb wird er einmal gewaltig auf die Schnauze fallen. Die Stolpersteine hat er sich dann wohl selbst in den Weg gelegt. Es gilt die Unschuldsvermutung-leider


Antworten Antworten Gast: Gastastast
06.09.2012 16:01
1 0

Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

Es ist ja ihr Geld, aber wenn Ihnen der Filz und der Dreck so bewusst ist, warum zahlen Sie dann Beiträge?

Antworten Antworten Antworten Gast: er reitet wieder-der mann aus la mancha
06.09.2012 19:50
0 0

Re: Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

"er reitet wieder", damit will ich unsere Hilflosigkeit artikulieren
Es waren wir die „kleinen Leute“ die der SPÖ zur Macht verholfen haben. Mit unseren Stimmzetteln haben sie erst an Bedeutung gewonnen. So waren es auch die ROTEN von annu dazumal die, die weniger Geldstarken Bevölkerungsschichten aus den „Erdlöchern“ geholt haben und damit zu einem halbwegs lebensfreundlichen Wohnraum verhalfen. Auch waren es die Sozialisten die eine Grundeinkommen für alle vorangetrieben haben. Daher stehe ich zu meiner Gesinnung. Und die lass ich mir von ihnen mit Sicherheit nicht wund reden. So wie ich auch zu meinem Glauben stehe-ich zahle immer noch Kirchensteuer. Nicht weil ich so gläubig bin und deswegen jeden Sonntag in die Kirche renne, für mich ist diese Kirchensteuer eine moralisch-ethische Bringschuld. Ebenso, mein SPÖ-Beitrag. Wahrscheinlich können wir die „kleinen Leute“ mehr menschlich-verständliche Dankbarkeitsgefühle ausdrücken, wie so mancher der sich ein Leben lang ganz ohne Gewissensbisse (auf Kosten der Allgemeinheit o. krank zu sein) durchlaviert. Mit freundlichem Gruß!

Re: Re: Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

Lieber Mann aus La Mancha, die derzeitige Häupl-SPÖ hat aber rein gar nix mehr mit den Roten zu tun, die euch kleine, weniger geldstarke Leute aus den Erdlöcher geholt haben. Die einzigen Löcher, die die gegraben haben, sind die finanziellen Löcher im Stadtbudget, bedingt durch dümmliches Cross Border Leasing der Gemeinde sowie Währungsfehlspekulationen mit Schweizer Franken. Freundschaft Genosse! (Sic)

Ihre "ziemlich Unbefleckten" können Sie sich sonst wohin schieben, nur reicht der Platz voraussichtlich nicht.

Lähmend diese Berufsposter aus der Löwelstraße.

Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

einen kräftiges Mahlzeit ins Rathaus

Antworten Antworten Gast: Gast:Billie
06.09.2012 16:17
1 0

Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

PROST
nicht vergessen

19 1

Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

ihre wortmeldung entspricht doch blanken zynismus, oder meinen sie das wirklich ernst?, brauner verzockt 1,7mrd AVZ anlagevermögen (ausgezeichnete finanzexpertin), skylink 400 mill. . 700 mill. und das ist nur die hitparade 2012. und wenn verursacher und begünstigte die gleichen sind nennt man das korruption

14 0

Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

ps die 700mill. stehen für wienenergie

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast:Billie
06.09.2012 16:20
3 0

Re: Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

dann stehen da noch
7,000.000,--
fürn Werner

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Altkater1
06.09.2012 20:02
2 0

Re: Re: Re: Re: oppositionell motivierte Schmutzkübelei

Und die BEGAS? (eigentlich eine Lappalie)
Und Linz?
War in St. Pölten nicht auch was? (diesmal mein ich nicht die Schwarzen dort)
Und der Pratervorplatz?
Und die ganzen Inserate voden roten Subfirmen zur Erhaltung ihrer Bejubelungsblättchen?
und...
und...
und...

14 1

SPÖ-NIEMALS ;-)))

Wer wagt es die SPÖ mit Gaunereien in Verbindung zu bringen??? Da gibt es schon ausser Gaunereien gar nichts!!! ;-)

4 0

Re: SPÖ-NIEMALS ;-)))

Schuster bleib bei deiner SPO.

 
12 3