Wien. So mancher Wiener mag sich schon gewünscht haben, dass die Wiener Linien eine Haltestelle von direkt vor seiner Haustüre um einige Meter verlegen – etwa vor jene eines Nachbarn. Damit ein solcher Wunsch aber in Erfüllung geht, hilft es, ein besonderes Amt vorweisen zu können. Zum Beispiel jenes des Botschafters von Saudiarabien.
Der bezieht nämlich demnächst seine neue Residenz in Grinzing – nur stand genau vor der Villa in der Cobenzlgasse 33 bis vor Kurzem die Haltestelle „Reisenbergweg“ der Buslinie 38A. Unangenehm – aber nur kurzzeitig: Vergangene Woche haben die Wiener Linien und die MA 65 nämlich beschlossen, die Haltestelle vor das Nachbarhaus Cobenzlgasse 35 zu verlegen.
Anrainer protestieren
Gegen Anrainerproteste: In einer „Nacht- und Nebelaktion“ sei die Verlegung geschehen, jetzt liege die Halte- an einer Engstelle. Und: Dort koste sie Parkplätze. Die „Nacht- und Nebelaktion“ weisen die Wiener Linien zurück: Es habe ein „ordentliches Verfahren mit Lokalaugenschein stattgefunden“, sagt eine Sprecherin. Beantragt habe die Verlegung das Außenministerium.
Dort bestätigt man die diplomatische Intervention: „Aus Sicherheitsgründen“ sei die Botschaft mit dem Anliegen der Verlegung an das Ministerium herangetreten, erklärt dessen Martin Weiss. „Sicherheitsgründe“ seien bei der Residenz insofern relevant, als viele Menschen, die aus einem Bus aussteigen, nicht so einfach zu überwachen wären – etwa sei dann schwieriger auszumachen, wenn jemand das Gebäude fotografieren möchte.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)
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