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Illegale Prostitution: Lage eskaliert

06.09.2012 | 18:29 |  KLAUS STÖGER (Die Presse)

Die Bewohner des Stuwerviertel beschweren sich über den Straßenstrich. Bezirksvorsteher Gerhard Kubik (SPÖ): "Wir wollen nicht die rote Meile Wiens bleiben". Die Polizei schrieb 820 Anzeigen allein im Sommer.

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Wien. „Im Stuwerviertel ist es derzeit ganz schlimm, so arg wie noch nie.“ Mit diesen Worten beschreibt Wolfgang Seidl, FP-Bezirksparteiobmann von Wien-Leopoldstadt, den Straßenstrich in diesem Teil des 2. Bezirks. Eine Situation, die es – rechtlich – gar nicht geben dürfte: Denn seit Ende vergangenen Jahres ist die Straßenprostitution offiziell nur noch in einem bestimmten Gebiet des Praters (ebenfalls im 2. Bezirk und seit Juni dort auch nur noch in den Nachtstunden) und in Auhof im äußersten Westen Wiens erlaubt. Auch wenn das neue Prostitutionsgesetz nun seit einem Dreivierteljahr in Kraft ist: Die Probleme mit der Straßenprostitution dauern an.

„Bewohner berichten mir, dass sie tagsüber auf dem kurzen Weg vom Ilgplatz zur Stuwerstraße von den oft noch minderjährigen Prostituierten angesprochen und fast schon bedrängt werden“, sagt Seidl. Die Polizei sei zwar präsent, „aber wenn sie eine Prostituierte kontrollieren, laufen die anderen weg und warnen ihre Kolleginnen.“ Jeder, der dort wohnt oder mit der Bevölkerung spricht, wisse „über diese Zustände Bescheid – nur unser Bezirksvorsteher nicht“, kritisiert der FP-Bezirkspolitiker.

„Mir ist die Belästigung im Stuwerviertel sehr wohl bekannt, sie ist über die Sommermonate etwas stärker geworden“, kontert Bezirkschef Gerhard Kubik (SPÖ). Aber auch er ist mit der Situation in dem Bezirksteil nicht zufrieden: „Im Herbst wird es darüber wieder Gespräche geben. Es kann nicht sein, dass wir die rote Meile Wiens bleiben.“ Im Prater, wo die Straßenprostitution in den Nachtstunden erlaubt ist, funktioniere die Regelung. Dem stimmt auch Seidl zu, meint aber: „In der Nacht stehen die Frauen dort in Scharen, es gibt eine enorme Verdrängung.“ Dennoch: Die FPÖ fordert ein generelles Verbot der Straßenprostitution, auch der nächtliche Strich im Prater müsse verboten werden.

Die Grünen wiederum sind der Ansicht, jene Regelung, die das „Anschaffen“ im Prater nur noch nachts erlaube, löse die Probleme nicht. „Diese zeitliche Beschränkung führt nur zu einer Verlagerung“, etwa ins Stuwerviertel, aber auch in die Wohnungsprostitution. „Gerade dort sind die Frauen aber dann für Streetworker und Polizei nicht erreichbar.“ Ziel müsse es daher sein, genügend sichere Bereiche, wie etwa behördlich bewilligte Lokale, zu schaffen. Das werde deshalb zentrales Thema bei den Gesprächen im Herbst sein, sagt Sozialsprecherin Birgit Hebein.

Dass die (unerlaubte) „Anbahnung in Wohngebieten“, wie es im Gesetz heißt, besonders in der Leopoldstadt stattfindet, zeigen die Zahlen der Polizei. Im Monat Juni gab es in den Bezirken 2 und 20 (sie werden bei polizeilichen Auswertungen gemeinsam erfasst) insgesamt 310 Anzeigen – im Schnitt also knapp mehr als zehn pro Tag. „Fast alle dieser Anzeigen kommen aus dem Stuwerviertel“, wie ein Polizeisprecher erklärt. Zum Vergleich: Im Mai 2012 schrieb die Polizei 220 Anzeigen, um 90 weniger. „Im Sommer ist es mehr geworden“, heißt es bei der zuständigen Polizeiinspektion. Zuletzt hat sich die Zahl der Anzeigen gegenüber Juni wieder leicht verringert – im August waren es exakt 253. Insgesamt gab es in den Sommermonaten 820 Anzeigen. Alle von der „Presse“ befragten Politiker meinen jedoch, die Polizei habe ihre Kontrolltätigkeit in den vergangenen Monaten verstärkt.

Frauenberger: Kritik an Bezirken

Die im Herbst 2011 von SPÖ und Grünen vorgeschlagenen „Erlaubniszonen“ auf dem Gürtel und im 9.Bezirk waren auf heftige Ablehnung gestoßen. „Leider hält sich der Wille der Bezirke, sichere Plätze für Prostituierte zu schaffen, in Grenzen“, erklärte die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) Ende Juni im Landtag.

Als eine dieser „Erlaubniszonen“ war auch ein Bereich beim Neubaugürtel – dort ist der Grüne Thomas Blimlinger Bezirksvorsteher – im Gespräch. „Die Position der Grünen ist schon komisch: Sie haben dort den Bezirksvorsteher, der sich dafür einsetzen könnte“, argumentiert Kubik. Replik von Hebein: Genau dort gebe es Bedenken. Wegen eines von der EU geförderten Mädchenspielplatzes.

Auf einen Blick

Straßenprostitution ist im 2. Bezirk nur auf wenigen Straßen im Prater, und dort auch nur noch nachts, erlaubt. Dennoch beschweren sich Anrainer über „Anbahnungen“ von Prostituierten im benachbarten Stuwerviertel. Von Anfang Juni bis Ende August gab es 820 Anzeigen. Im Herbst soll es wieder Gespräche über das Problem geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)

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140 Kommentare
 
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Beschwerde an die online-Redaktion

Ich protestiere dagegen, dass mir heute im Laufe des Tages hier auf dieser Seite mindestens 3 Postings gestrichen worden sind (desgleichen 3 auf der "Medien"-Seite), nachdem sie längst schon im Netz gestanden waren. Nirgendwo verfängliche Sachen drinnen.

Gast: nina blum
09.09.2012 13:20
0 5

Die Freier gehören viel stärker zur Kasse gebeten. Und gleich zur Abschreckung eine Vorstrafe wegen Prostutuiertenkonsum!

Dann würde sich keiner mehr trauen diese armen wehrlosen Mädchen zu vergewa....
Denn etwas anderes ist das ja nicht!
Seien wir doch ehrlich!

Antworten Gast: Bärenfalle...
09.09.2012 17:36
4 0

Re: Die Freier gehören viel stärker zur Kasse gebeten. Und gleich zur Abschreckung eine Vorstrafe wegen Prostutuiertenkonsum!

Geh bitte.

Prostituierte verkaufen ihren Körper gegen Geld damit die Bedürfnisse eines anderen befriedigt werden.

Das tun die allermeisten Männer übrigens auch, jeden Tag, min. 8h und mit "auf den Rücken legen" alleine ist es dabei selten getan.

Naturgemäß kommt Kritik an Prostitution vornehmlich von Postern mit weiblichem Usernamen.

Klar, verkaufen Prostituierte ihr wertvollstes und ehrlich gesagt, bei den meisten Frauen, einziges wertvolles Gut für ein paar Euros ... das Durchschnittweibchen hätte da schon gerne Haus + Pool + A6 unterm Carport dafür.

Nur finden sich immer seltener Deppen die sich diese überhöhten Preise antun.

Sozusagen klares Lohndumping seit der EU-Osterweiterung und der sexuelle Dienstleistungssektor bleibt davon ebensowenig verschont wie die Bauwirtschaft.

Free markets baby !


wenn rotgrüne emanzen

probleme lösen wollen ... parkpickerl und das jetzt - was kommt da raus ? - ein schmarrn.

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Wann wird endlich ...

... die grüne Prostitution im Rothaus geseitigt? Die machen ja die Beine breiter als breit für einen Platz am Trog.

Antworten Gast: GRÜNER KAKTUS
09.09.2012 10:14
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Re: Wann wird endlich ...

Hmmm!
Und wo machen das die Blauen?
Trinken die deswegen so gern?

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Re: Wann wird endlich ...

beseitigt latürnich!

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Wenn ...

... der Heupel die Prauner putschastert, ist das erheblich grauslicher.

Gast: ZARA
08.09.2012 16:07
1 14

Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

Wenn man es endlich rigoros verbieten und verfolgen würde!
Die Ausbeutung dieser armen Mädel ist eine Sauerei!

Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

Frauen sind übrigens auch alle gleich - sie wollen nur das eine - das GELD der männer ! Abstossend !!!

Antworten Antworten Gast: ZARA
09.09.2012 13:24
1 1

Re: Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

Sie dürfen sich nicht wundern, dass Sie immer noch Handwagerlfahren müssen!
Wer Frauen nicht respektiert.....

Re: Re: Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

na so ist das nicht.
aber mit respekt hat das schon zu tun, nämlich mit dem vor den männern.
die emanze sieht männer dwohl nur als potenzial für die geldbeschaffung.

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Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

Das sind arme Mädel, die ausgebeutet werden, und konsequenterweise soll man ihr Tun rigoros verbieten, und sie selbst ebenso rigoros verfolgen.

Es ist jetzt exakt halb Sieben, Zeit für den feministischen Abendsegen.


Antworten Antworten Gast: @Taran
09.09.2012 00:55
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Re: Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

Bitte nehmt uns das nicht weg.

Öst. MÄnner sind eh gewohnt für Frauen viel zu zahlen ohne was nennenswertes dafür zu bekommen.

Jetzt haben siemal Gelegenheit von Zellulitis und Kopfweh verschonte schöne junge Wesen zum Diskonttarif zu nageln -und schon kommen Feministinnen und wollen uns das wieder verbieten...


Re: Re: Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

das ist eben beinhartes geschäft - die einen haben etwas für wenig geld - die anderen beten nix für viel geld - da kommt schon neid auf !

Antworten Antworten Gast: ZARA
08.09.2012 19:05
0 8

Re: Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

Und?
War diese Erkenntnis jetzt sooo schwer?

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Re: Re: Abstossend! Männer sind doch alle gleich!

richtig verfolgen - und ihnen den Lebensunterhalt (gespendet von gewissen Postern) in die Hand (ohne Gegenleistung) drücken.

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Grundrechte sind nicht verhandelbar. Auch durch Anrainermehrheiten nicht.

Solange als ich nicht gegen das Strafgesetz verstoße, die Straßenverkehrsordnung einhalte und gegebenenfalls vermeide die Nachtruhe zu stören, kann ich auf dem Trottoir "anbahnen" was auch immer ich will, mit wem auch immer und so oft als mir danach ist.

Ich kann dabei stehen wo es mir beliebt, kann auf und ab gehen, im Schanigarten oder vor der Aida sitzen - flirtend, sachlich verhandelnd, schmusend, begeistert auf mein Vis-a-vis einredend, und ich kann in Maßen zuweilen an der Schönen handgreiflich werden.

Weil ich ein freier Mensch bin.

Und meine Freiheit wäre mir ernstlich vergällt, wenn ich erwägen müsste, dass die Frau hier vor mir nicht "anbahnen", stehen, gehen, flirten, verhandeln, sich im Gespräch verlieren und zuweilen unter Männerhänden gegenhalten wie nachgeben dürfe.

Alles auf dem nämlichen Trottoir. Und auch dann, wenn sie eine von denen ist, die im XY-Viertel "die Lage eskalieren lassen".

Vielleicht ist dies einer der wenigen Anlässe, die dem völlig abgenützten Begriff "Europa" noch einen letzten Bedeutungsinhalt geben können:

. . . . weil ich ein freier Mensch bin, und zwar ein Europäer.



Antworten Gast: Felberstr
09.09.2012 05:56
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"Strafgesetz"= auch Verwaltungsübertretungen die mit Strafe geahndet werden. Das Wiener Prostitutionsgesetz ist eine ordnungspolitische Massnahme.

Link dazu:
http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=LrW&Dokumentnummer=LRWI_I450_000


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Re: "Strafgesetz"= auch Verwaltungsübertretungen die mit Strafe geahndet werden. Das Wiener Prostitutionsgesetz ist eine ordnungspolitische Massnahme.

Einverstanden. In meinem Posting ist also in der ersten Textzeile das Wort "Strafgesetz" ersetzt zu denken durch die Wortgruppe "die im Strafgesetzbuch explizit genannten Normen, welche sich von anderen gesetzlichen Normen, im besonderen den 'ordnungspolitischen', dadurch unterscheiden, dass sie das Vorhandensein bestimmter Rechtsgüter (als da sind: das Leben, die körperliche Unversehrtheit, die Freizügigkeit der Person, das Eigentum u. a. m.) voraussetzen, die des besonderen Schutzes des Gesetzes bedürfen, und deren Verletzung einen beweisbaren Schaden für eine konkrete Person bedeutete".

Sie haben völlig recht: Das muss man deutlich abgrenzen von den Meinungen und Wähnungen und Ideologismen der "Ordnungspolitik" - besonders in einem Land wie dem unserem, in welchem die Behörden (und da gehören hierzulande die sog. MandatarInnen durchaus dazu!) es sich nicht und nicht abgewöhnen können, die Freiheit als etwas zu betrachten, das "auf begründetes Ansuchen zu gewähren" sei.


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Re: Re: "Strafgesetz"= auch Verwaltungsübertretungen die mit Strafe geahndet werden. Das Wiener Prostitutionsgesetz ist eine ordnungspolitische Massnahme.

Vielen Dank übrigends für die Mitteilung des Gesetzestextes !

Und ich muss sagen: Ich war baff !

Es werden jetzt also auch die Männer bestraft ? (Ich hab' das jetzt erst gelesen)

Das wusste ich nicht. Dann müsste freilich mein Posting oben komplett umgeschrieben werden, denn ich habe mich ja auf die vermeintliche Doppelmoral bezogen, die es mir als Mann möglich macht, wann ich will, wo ich will, und in welcher Angelegenheit auch immer mit einer Frau, die damit einverstanden ist, zu reden - und zwar frei und unüberwacht von der wahabitischen Religionspolizei, vom Wiener Magistrat oder von wem einschlägigen auch immer - während hingegen der Frau der Generalverdacht des Schwachsinns "Unerlaubte Anbahnung" umgehängt wird . . . .

Auf Grund eines dummen Vorurteiles habe ich gedacht, dass wir von der geringeren zur größeren Liberalität weiterschreiten, und nicht umgekehrt von einer gewaltigen Repression zu deren Verdoppelung . . . .

Also danke. Man lernt nicht aus.


"ordnungspolitische Massnahme" -

natürlich auch gesundheitspolitische, sicherheitspolitische Massnahme und Jugendschutz etc.

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Re: "ordnungspolitische Massnahme" -

Übersetzen Sie mir Ihren Satz: "Ihre Grundrechte werden nicht verletzt, da Maßnahmen begründet u. durch Gesetz u. Verordnung gedeckt" ins Russische - da wird er glaubhafter !

Hatte zuwenig Zeichen. Ihre Grundrechte werden mMn nicht verletzt, da die Massnahmen begründet sind und gesetzlich gedeckt sind. Ein Gang zum Höchstgericht / EGMR wäre mMn aussichtslos.

- 'begründet' ...?

Beispiel: Sie wohnen direkt im Stuwerviertel und Ihre 13-jährige hübsche Tochter möchte am Samstagabend in der eigenen Wohngegend einen Spaziergang machen. Sollte eigentlich etwas ganz Natürliches und Selbstverständliches sein. Alle 30 Meter muss sie mit dem bedrohlichen Gefühl fertig werden, wenn ein von hinten langsam heranfahrendes Auto (beziehungsgestörter Freier begutachtet vermeintliches Sex-Objekt) sie erreicht und irgendein ungüstiöser Typ ihr zuruft - ich zahle Dir das doppelte ("Frischfleisch" vermutend) - das Dreifache - hörst, ich bin keine Hure - Du kannst jetzt damit beginnen, zahle Dir das 5 fache, steig endlich ein.... usw usw

Die Strassenprostitution im Stuwerviertel setzt sich zusammen aus sog. 'Babystrich' , 'Drogenstrich' und 'normale' Prostitution.

Ich glaube man muss selber in so einer Gegend direkt wohnen, um zu spüren wie sehr sich diese "vielfältige" Strassenprostitution negativ auf das Lebensgefühl, die Atmosphäre, das Sicherheitsgefühl der Bewohner tatsächlich auswirkt. Wohnen findet nicht nur in den eigenen vier Wänden statt sondern hat auch sehr viel mit der Nachbarschaft bzw deren Qualität etwas zu tun. Und auf einer gewissen Art und Weise ist "Wohnen" auch ein Grundrecht.

In der Abwägung halte ich es für richtig, dass die Interessen der Anrainer berücksichtigt werden.

Antworten Antworten Gast: Felberstr
09.09.2012 09:51
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"ordnungspolitische Massnahme" -

natürlich auch gesundheitspolitische, sicherheitspolitische Massnahme und Jugendschutz etc.

Antworten Gast: Felberstr
09.09.2012 05:46
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"Strafgesetz"= auch Verwaltungsübertretungen die mit Strafe geahndet werden. Das Wiener Prostitutionsgesetz ist eine ordnungspolitische Massnahme.

Ihre Grundrechte werden nicht verletzt, da Massnahmen begründet u. durch Gesetz + Verordnung gedeckt. Sie können versuchen gegen das Gesetz vorzugehen - bis vor dem EGMR.

Auszüge:
§1
"Dieses Gesetz regelt .. die Anbahnung und die Ausübung der Prostitution im Gebiet der Gemeinde Wien."

"Anbahnung der Prostitution liegt vor, wenn jemand durch sein Verhalten erkennen lässt, Prostitution ausüben zu wollen"

"Straßenprostitution ist die Anbahnung von Prostitution an einem öffentlichen Ort außerhalb von geschlossenen Räumen."

§9
"Die Straßenprostitution ist unzulässig .. innerhalb von Wohngebieten .. Kleingartengebiete oder Haltestellenbereiche .. im Bereich einer Beschränkung gemäß § 10."

§ 10
Soweit es im Interesse der Öffentlichkeit oder der Anrainerinnen und Anrainer .. erforderlich ist, kann die Behörde .. zusätzlich zeitliche und örtliche Beschränkungen für alle Arten der Anbahnung und Ausübung der Prostitution verfügen. Dabei ist auch darauf Bedacht zu nehmen, dass die Wahrnehmbarkeit der Anbahnung durch die Öffentlichkeit, insbesondere durch Kinder und Jugendliche, unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse ein zumutbares Ausmaß nicht übersteigt."

§ 16
"Außerhalb der gemäß § 9 erlaubten Bereiche für Straßenprostitution ... dürfen Freierinnen und Freier ... mit Personen, die Prostitution anbahnen oder ausüben, zum Zweck der Inanspruchnahme von Dienstleistungen keinen Kontakt aufnehmen."

Strafen §17 (3,4,5) bis €500, Ersatzfreiheitsstrafe.

 
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