25.05.2013 11:42 Merkliste 0

Rathaus-Mitarbeiter proben Aufstand

12.09.2012 | 18:10 |  von GERHARD BITZAN UND köksal Baltaci (Die Presse)

Der Widerstand und Protest der roten Basis gegen die geplante Nulllohnrunde für Wiens Beamte wächst. Ein Schwenk der Gewerkschaft. Mindestens tausend Unterschriften wurden bereits gesammelt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Wildalpen. Während die rot-grüne Wiener Stadtregierung bei ihrer Klausur gemeinsame Zukunftskonzepte formuliert (s. Bericht unten), droht im fernen Wiener Rathaus Ungemach: Gegen die schon vor Monaten prinzipiell vereinbarte Nulllohnrunde für die rund 70.000 Mitarbeiter im Wiener Magistrat wächst Widerstand. Vorerst (noch) in Form von Unterschriftenaktionen. Sollte es bei der Nulllohnrunde bleiben, sind weitere Proteste, etwa in Form von Dienststellenversammlungen, möglich. Ausgegangen sind die Unmutsäußerungen von der MA44, den Wiener Bädern. Dort hat Personalvertreter Wolfgang Jelinek mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen. Aber auch in anderen Abteilungen wird schon gesammelt – bei der MA48, der MA31 (Wasser) und den Friedhöfen laufen Unterschriftenaktionen. Mindestens 1000 haben bereits unterzeichnet. Ab nächster Woche kann man auch online Solidarität üben, was die Zahl deutlich erhöhen wird.

Warum Jelinek gegen die Nulllohnrunde kämpft, erklärt er auf Anfrage der „Presse“ mit sozialen Gründen: „Bei uns sind die meisten Vertragsbedienstete bzw. Saisonarbeiter. Es gibt Kollegen, die verdienen nach zehn Jahren gerade einmal 1100 Euro. Sie machen gute Arbeit und verdienen daher einen gerechten Lohn.“

Unter massiven Druck gerät damit die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), die bereits Anfang Jänner ihre prinzipielle Zustimmung zur Nulllohnrunde in Wien geäußert hat. Deren Chef, Christian Meidlinger, betont, dass er die Sorgen und Anliegen der Mitarbeiter im Magistrat sehr ernst nehme. Angesichts des Drucks von der Basis spielt er offenbar auf Zeit und wartet darauf, wie in den Bundesländern die Nulllohnrunden und Sparpakete durchgeführt werden. „Wien hat sich immer an Vereinbarungen gehalten“, betont Meidlinger gegenüber der „Presse“. Ihm sei aber auch die Homogenität in Österreich sehr wichtig. Und man müsse daher abwarten, wie die Landeshauptleute zu den Verhandlungen stehen. Im Klartext: Sollte es da keine Einigung geben, müsse sich auch Wien nicht daran halten.

Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner, deren Ressort im Herbst die Budgetverhandlungen führt, hat von den Protesten und einer Unterschriftenaktion nichts gehört. „Die Nulllohnrunde ist eine bundesweite Homogenisierung, die zusammen mit den Gewerkschaften ausgehandelt wurde. Daran haben wir uns immer gehalten und werden das auch diesmal tun.“ Außerdem falle dies nicht ihn ihren Bereich; Stadträtin Sandra Frauenberger sei dafür zuständig.

Interessant ist auch, dass sich nicht nur die grüne Gewerkschaft gegen die Nulllohnrunde stellt, sondern auch der grüne Koalitionspartner in der Stadtregierung. Schon am Landesparteitag im Frühjahr gab es einen Beschluss von der Basis, dass Vassilakou die Nulllohnrunde nicht mittragen dürfe. Landeschef Georg Prack meint jetzt: „Es ist eine absurde Situation, dass wir die SP-Gewerkschaft bitten, sich für eine Lohnerhöhung einzusetzen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

47 Kommentare
 
12

schmeißt die hälfte raus!

der rest bekommt 10%mehr gehalt

das wär dann für alle ein gewinn!

den 70.000 ist schon eine hohe zahl, wenn man bednekt, dass in wien nur ca 1,6 mio leute wohnen

also sind ca 4% aller wiener in den MAs beschäftigt!

man könnte da schon fast meinen das ist sozialistische vollbeschäftigung auf stuerzahlerkosten!

außerdem sie angemerkt, dass die wiener beamten bei pensionen noch immer extremst bevorzugt werden, weil die SPÖ nicht gewillt ist die absolut notwendigen pensionsreformen von schwarz-blau auch für angestellte der stadt umzusetzen!

da ist man ja fast schon gewillt das bundesheer einzusetzen um die sozialisten in wien wieder zur vernunft zu bringen, hat ja schon einmal funktoniert ;-)

Gast: WZ-Wode
14.09.2012 09:28
0 0

Kann das nicht verstehen.

Warum hat nicht jede Berufsgruppe die gleich Gehaltserhöhung Jährlich. Für alle sind die teuerrungen gleich.

Ich kann das nicht verstehen, weil ja jeder Beruf ohnedies einen anderen kollektiv Vertrag hat.

Wo liegt das Problem. Das kann nur sein an den Gewerkschaften. Ansonsten würden wir ja diese auch alle zusammenlegen können. Vielleicht könnten dann den Arbeitnehrmer nur 0,5% abgezogen werden anstatt 1% vom Bruttogehalt.

Dei Gewerkschaften handeln ohnedies für jeden die Gehaltserhöhung aus. Ob Mitglied oder nicht.

Die Inflation ist in ganz Österreich gleich.
Warum nicht bei den Gehaltserhöhung.
ZB. Für jeden Arbeitnehmer in Österreich egal was er vom Beruf ist 1-3% wie halt die Inflation ausfällt.

Sozial?

Die sogenannten Sozialdemokraten betreiben in den letzten Jahren Sozialabbau vom feinsten.
Neue Beamte gibt es fast keine mehr und auch Vertragsbedienstete sind noch zu gut entlohnt.
Leiharbeiter und befristete Dienstverhältnisse boomen. Wohin das führt sieht man ja z.B.: bei den Reinigungsfirmen im AKH. Wer die höhergestellten Freunde im Rathaus hat bekommt den Auftrag. Nachdem der "VRANZ" sozialistische Partei für nicht zeitgemäß erklärt hat und dem sozial noch demokratisch hinzugefügt hat, was ja auch eine Lüge ist, sollte man jetzt bitte das Sozial auch noch aus dem Parteinamen streichen.

Gast: Weier S
13.09.2012 20:29
1 0

Ich freue mich schon auf den Tag wo es nichts mehr zu verteilen gibt

Kriegt das Stimmvieh dann noch eine Abfertigung, bevor es heimfährt?

Gast: UKW
13.09.2012 20:22
1 1

Hab ich es nicht prophezeit, dass die Genossen auch das nächste Mal wieder eine saftige Gehaltserhöhung auf Kosten der Allgemeinheit ausfassen werden?

Wenn man eine Nulllohnrunde gewollt hätte, hätte es sie schon bei der letzten Gehaltsverhandlung geben können. So aber hat man gesagt: Diesmal gibt es noch eine saftige Gehaltserhöhung, dafür gibt es beim nächsten mal eine "Nullerhöhung" (plus die üblichen Biennalsprünge natürlich). Wohlwissend, dass es die "Nullerhöhung" niemals geben wird.


Gast: UKW
13.09.2012 20:20
0 1

Hab ich es nicht prophezeit, dass die Genossen auch das nächste Mal wieder eine saftige Gehaltserhöhung auf Kosten der Allgemeinheit ausfassen werden?

Wenn man eine Nulllohnrunde gewollt hätte, hätte es sie schon bei der letzten Gehaltsverhandlung geben können. So aber hat man gesagt: Diesmal gibt es noch eine saftige Gehaltserhöhung, dafür gibt es beim nächsten mal eine "Nullerhöhung" (plus die üblichen Biennalsprünge natürlich). Wohlwissend, dass es die "Nullerhöhung" niemals geben wird.


1000 unterschriften!

... da fehlen fuer die stadtregierung ca. nur mehr 149 000 unterschriften um wenigstens ignoriert zu weden ...

Gast: Genosse
13.09.2012 19:12
1 0

Die ausgebeuteten, geknechteten, bis fast an ihr Lebensende schuftenden

Gemeindediener haben sich ein solche Behandlung von diesen Grosskapitalistengenossen wirklich nicht verdient. Da hört sich aber jedes "Freundschaft" auf.....

Gast: Sueton
13.09.2012 18:44
1 0

Sturm im Wasserglas!

Die Wiener SPÖ wird die Büro-Genossen schon wieder auf Linie bringen! Aber trotzdem interessant, daß ich so etwas noch erleben darf!

Gast: M. Wolf
13.09.2012 12:39
7 1

proben Aufstand

Erfreulicher wäre eine Schlagzeile:
Rathaus-Mitarbeiter proben Arbeiten

Re: proben Aufstand

der ist gelungen. aber im ernst, die schaffen es doch nicht einmal bis zur generalprobe, vorher sind doch die meisten schon in der hacklerpense , vorruhestand, oder altersteilzeit.

Gast: ROTFRONT
13.09.2012 12:04
1 7

Nachdem die letzten Jahre die Einnahmen so gestiegen sind, weil die Beamten so fleissig arbeiten, haben sie sich eine ordentliche Erhöhung selbst erarbeitet.

Das muss man auch mal sagen!
In der Privatwirtschaft ist da ja auch eine ordentliche Erhöhung fällig, wenn die Firma toll läuft und die Einnahmen explodieren.

Re: Nachdem die letzten Jahre die Einnahmen so gestiegen sind, weil die Beamten so fleissig arbeiten, haben sie sich eine ordentliche Erhöhung selbst erarbeitet.

... diese privatwirtschaft muss noch erfunden werden ... und der fleissige beamte auch!
sorry fuer die pauschalierung - es gibt natuerlich auch ausnahmen!

Gast: sepperdepperl
13.09.2012 11:26
7 0

eh kloar

Deswegen Parkpickerl in ganz Wien
Stopp der Kindergartenförderungen
Stopp für Kindergartenzuschuss

Erhöhung der Gemeindeabgaben, Erhöhung bei den Öffentlichen,.....

und schon können wir uns die Beamten von Wien leisten.

überhaupt(l) muss dem aber nachgeben, sonst haben wir dann rotes Wien.

Ich bin ausserdem für eine Verstaatlichung aller Betriebe, dann komme ich auch endlich in den Genuss solcher Privilegien

14 1

Wiener Rathaus-Mitarbeiter machen gute Arbeit und verdienen gerechten Lohn...

Da treibts einem doch die Zornesröte ins Gesicht!!!

--Hier die Fakten--
* Kaum jemand in Österreich lässt sich so oft krank schreiben wie Wiens Beamte (presse.com)
* Pensionsreform bei Wiener Beamten wird erst 2042 (!) umgesetzt
--> dadurch Mehrausgaben von 130 Millionen EUR! (presse.com)

Antworten Gast: G.S. gerhards
13.09.2012 21:58
1 0

Re: Wiener Rathaus-Mitarbeiter machen gute Arbeit und verdienen gerechten Lohn...

Sie übersehen, dass 70% der Wiener Gemeindebediensteten gar keine Beamten sind, sondern sozialversicherte vertragsbedienstete, die pesionrechtlich Angestellten völlig gleichggestellt sid.

Gast: MR
13.09.2012 10:29
1 3

Und was ist mit den Ärzten???

In Wien , NÖ und OÖ hat man denen - anders als den anderen öff. bediensteten 7 - 10 Prozent mehr gegeben.

Und das bei durchaus fürstlichen Gagen!!!

Gast: Niederhuber S
13.09.2012 10:26
7 0

Opfergaben der Rathausmitarbeiter

Sind schon nötig wenn man für den Machterhalt Stimmen zukaufen muss und diese auch bedient werden wollen.

die sind böse die Beamten, oder ???

geradezu reflexartig wird hier hingedroschen auf die angeblich so privilegierten Beamten der Stadt Wien

In Wahrheit ist der Beamte, eine aussterbende Gattung - praktisch alle neuen Mitarbeiter sind Vertragsbedienstete und damit ganz normal ASVG versichert - über den übertrieben aufgefetteten Beamtenstatus kann man sicher diskutieren

jetzt mal im Ernst, weil unten einer schreibt Krankenschwestern verdienen 3100 Euro netto - die höchste Gehaltsstufe , die nach 40 Jahren Berufstätigkeit erreicht wird, wird mit 2970 Brutto bezahlt

gut wenn man jetzt so überlegt wie sich das Leben ausgeht, bis einer realen Inflation von ca. 4-6 % und einer Nulllohnrunde, kommt man schnell zu einem ernüchterndem Ergebnis

egal

Antworten Gast: Lästerer
13.09.2012 09:58
9 1

Re: die sind böse die Beamten, oder ???


Vergessen´s aber bitte nicht die Schmähüberstunden und die fetten Zulagen, die viele Beamtengehälter beinahe verdoppeln. Gerade bei den Krankenschwestern...........

Re: Re: die sind böse die Beamten, oder ???

ich weiß net wo sie als Krankenschwester schon gearbeitet haben, aber zu Schmähüberstunden nur folgendes - kommt man in der Früh 2 min zu spät strafen einem die müden Augen der Nachtdienstschwester und am Abend geht man auch keine min zu früh, weil der Nachtdienst auch nicht extra dafür früher kommen wird - dafür bleibt man täglich bis zu einer 1/2 bzw 3/4 Stunde länger, weil die Arbeit noch nicht fertig ist - die schöne Arbeit wohlgemerkt, z.B. die angeschissene Dame auf 1, od. des nach dem Notfall verwüstete Zimmer 2, od. die Akutaufnahme die halt grad ungünstig kommt
also ich arbeite jetzt schon sehr lange in dem Beruf, Schähüberstunde ist aber seither noch keine einzige angefallen, gell

mit den Zulagen habs natürlich recht - 30 Euro brutto pro Nacht, des verdoppelt ma wirklich den Gehalt

sie sind ein ahnungsloser - bei allem Respekt

Antworten Antworten Antworten Gast: Lästerer
13.09.2012 19:43
1 2

Re: Re: Re: die sind böse die Beamten, oder ???

Die angeschissene Dame auf Zimmer 1 wird vom nicht-pragmatisierten Hilfspersonal gesäubert - genauso wie die angegackten Kindern in den Kindergärten von den Nicht-pragmatisierten Helferinnen gesäubert werden. Die harte Knochenarbeit machen nämlich jene, die nicht in den Genuss der Rathausprivilegien kommen - und zwar zu einem Spottverdienst.

Über die Nachtruhe der vollbezahlten Krankenschwestern während ihres Bereitschaftsdienstes (beim Fernseher oder im Notbett) reden wir noch gar nicht.

Re: Re: Re: Re: die sind böse die Beamten, oder ???

ah sie sind nicht nur ahnungslos, sondern auch blöd

gratuliere

Re: Re: Re: Re: die sind böse die Beamten, oder ???

und wieder bewiesen: sie sind ein Ahnungsloser!
mit fehlendem Respekt...

Gast: Papa Schlumpf
13.09.2012 09:37
5 0

"proben" - für das übliche Kasperltheater?

Aber wer schaut sich das schon an?
Gibt ja nur Kasperl!

Gast: Martina 2012
13.09.2012 09:19
1 10

Löhne sind überall viel zu niedrig!!!

Ein Wettlauf beim Lohn-Dumping, wie Ihn die Deutschen machen um damit Europa seine billigen Waren anzudrehen, ist nicht nur unfair - auch gegenüber den Deutschen Bürgern. Es zerstört mit der unregulierten Wirtschaft und Bankenallmacht auch den Freiden in Europa.

 
12