Wien. Sie wollten den Wettbewerb auf dem Wiener Taximarkt beleben, nun ist ihr Vorhaben allem Anschein nach gescheitert: Die dritte Wiener Funkzentrale 36100 gibt es nicht mehr. Das sagte Innungsobmann Christian Gerzabek der „Presse“: „Die Zentrale hat bereits vor ein bis zwei Monaten den Betrieb eingestellt.“ Auch die Homepage von „Taxiruf Wien“ funktionierte am Dienstag nicht mehr. Unter der Taxi-Nummer hob am Dienstag niemand ab.
Schon davor hat es Anzeichen gegeben, dass die Funkzentrale, die von den beiden Frankfurter Funkzentralenbetreibern Ralph und Holger Brück im Februar dieses Jahres gegründet wurde, den Markteintritt nicht schaffen würde. Wer sich mit Wiener Taxlern unterhalten hat, bekam immer die gleiche Antwort: Es hätten zu wenig Autos zur neuen Funkzentrale gewechselt, damit mussten die Kunden zu lange auf ein Auto warten. – Gleichzeitig bekamen die Taxler zu wenig Aufträge. Ein Teufelskreis, weil deswegen auch niemand wechseln wollte. Um Wien flächendeckend zu bespielen, braucht es Expertenschätzungen zufolge 500 Taxis. Im Februar sprachen die Brücks noch von zirka 120 Autos, die mit ihrem Unternehmen fahren wollten. Diese Zahl dürfte sich nicht um sehr viel erhöht haben.
Unklar ist, wann genau die Taxizentrale ihren Betrieb eingestellt hat. „Sie sind eines Tages sang- und klanglos verschwunden“, sagt Gerzabek. Auch Taxiunternehmer, die mit der neuen Funkzentrale zusammengearbeitet hätten, würden die Deutschen nicht erreichen. Rechtliche Konsequenzen solle es deswegen aber keine geben. Oder: „Mir ist derzeit nichts bekannt“, sagt Gerzabek. Ralph und Holger Brück waren trotz mehrmaliger Versuche für „Die Presse“ nicht erreichbar.
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