19.05.2013 23:00 Merkliste 0

Parkpickerl-Streit: VP-Attacke auf Rathaus

18.09.2012 | 15:54 |  von MARTIN STUHLPFARRER (DiePresse.com)

Die Wiener VP zerpflückt den ablehnenden Bescheid bezüglich der von ihr geforderten Volksbefragung und schießt sich auf den Magistrat ein.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Jetzt werden die großen Geschütze aufgefahren. Die Wiener VP sandte nun eine harsch formulierte Stellungnahme an den Magistrat, der die geforderte VP-Volksbefragung über die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf mehrere Bezirke jenseits des Gürtels ablehnt. Die Anfechtung des ablehnenden Bescheids, verfasst vom Juristen und Ex-VP-Gemeinderat Werner Suppan, liegt der „Presse" vor. Darin wird der Stadt unverblümt eine willkürliche und unerlaubte Auslegung der beantragten Frage („Sollen in Wien weitere Kurzparkzonen eingeführt werden?") vorgeworfen.
sGleichzeitig versucht die VP, den Magistrat in die Schranken zu weisen - indem deutlich darauf hingewiesen wird, dass die Argumente des Magistrats sich auf Gebiete beziehen, die (salopp formuliert) den Magistrat nichts angehen. Die Details des Papiers:

„Die Entscheidung ist unzutreffend, die Begründung verfehlt." So leitet die VP den Angriff auf den Magistrat ein - um sofort nachzusetzen: „Die Behörde unterstellt der Fragestellung einen unzutreffenden Bedeutungsinhalt. Sie setzt sich vielmehr mit Betrachtungen jenseits der Volksbefragung und der beantragten Fragestellung auseinander." Diese Vorgangsweise könne aber nicht Gegenstand des Verwaltungsverfahrens sein. In anderen Worten: Der Magistrat überschreitet seine Kompetenzen, indem er sich nicht mit der VP-Fragestellung, sondern mit den Folgen beschäftigt. Hier fordert die VP de facto ein, dass der Magistrat sich nur um seine Angelegenheiten kümmern soll. Die Auswirkungen der Parkpickerl-Ausweitung seien Angelegenheit der Politik - nicht des Magistrats.

Außerdem hält die VP fest: Die Ablehnung beziehe sich auf die Frage: „Sollen in Wien weitere gebührenpflichtige Kurzparkzonen eingeführt werden?" Diese Frage hätte man nicht gestellt, argumentiert die VP. Der Magistrat hätte also das Thema verfehlt. Denn in der VP-Frage sei keine Rede von gebührenpflichtigen Kurzparkzonen. Laut StVO könne eine Kurzparkzone nämlich auch gebührenfrei sein (auch wenn es das in Wien nicht gibt). Dem Magistrat sei also nicht erlaubt, die Ausweitung mit der Gebührenpflicht zu verknüpfen: „Die beantragte Fragestellung umfasst keine Frage nach Gemeindeabgaben, Gebühren oder Ähnlichem", sondern beziehe sich nur auf die Ausweitung der Kurzparkzonen, argumentiert die VP in dem Text. Zusätzlich sei die Behörde auf dem falschen Dampfer, wenn sie im ablehnenden Bescheid von „Parkraumbewirtschaftung" spreche. „Dieser Begriff ist nicht Gegenstand der Fragestellung."

 

„Es wird grotesk"

Auf Seite vier des Einspruchs wird der Magistrat frontal angegriffen: „Geradezu grotesk wird es, wenn die Behörde die Meinung der Grünen Meidling, die amtsbekannterweise gegen die Volksbefragung aufgetreten sind, als Interpretationshilfe heranzieht. Da wird wohl der Bock zum Gärtner gemacht." Die Fragestellung beziehe sich außerdem auf ein verkehrspolitisches Konzept, und sei keine behördliche Maßnahme des Magistrats. Nun hat der Berufungssenat der Stadt (unbestimmte) Zeit, den Einspruch zu prüfen. Lehnt dieser die VP-Volksbefragung ebenfalls ab (was zu erwarten ist), bleibt es spannend: Der Weg zum Höchstgericht ist dann frei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19. September 2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

61 Kommentare
 
12
Gast: Ha Tse-tung
19.09.2012 15:49
0 4

Bürgerwille und so

Warum hat sich die VP die Spendenkeiler von Greenpeace nicht ausgeborgt, als unter Josef Pröll die Mineralölsteuer erhöht wurde? Da hätte man doch auch Unterschriften sammeln können.

4 0

Re: Bürgerwille und so

Ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der gekeilt wurde.

Im Gegenteil - die Empörung war so groß, dass aktiv gefragt wurde, wo man unterschreiben kann.

Der rote Spuk muß enden

setzen wir dem ein blaues Wunder entgegen.

Die ÖVP wird auch immer dämlicher...


Wird alles nichts nützen!!!!

Gegen die hat man keine Chance. Die sind einfach zu mächtig. Lassen keine andere Meinung gelten. Ist ihnen Wurscht. Egal von welcher Partei sie kommt.
Und der nächste Streich.....eine neue CarSharing Firma aus Amerika wird finanziell unterstützt!!!! Wohlgemerkt es werden hierfür fixe!!!! Parkplätze gebraucht und diese Firma bekommen diese Gratis!!! Und ein bestehendes System das mit den kleinen blauweißen Autos ist ein wirklich gut funkt.System geht Leer aus. Naja da stellt sich mal wieder die Frage..........was für Gelder fliesen da wieder unter der Hand :-(((((( Wahrscheinlich sollte diese Firma mit den blau weißen Autos ein wenig Parteispenden...Und leider wieder mit dabei , ein fieses grinsen von der Frau in Grün....PROST und YAMAS.

Wird nix nützen...

...welch zutreffender Kommentar. Die blauschwarzen Gfrieser sollen sich mal hinten anstellen.

13 1

vernünftiger Vorgang

mal was vernünftiges von der OVP.

Re: vernünftiger Vorgang

das wollte eigentlich ich schreiben!! ;-)

Gast: Ottakringa, lusti samma
18.09.2012 23:48
0 4

ich weiß nicht.....

...aber gehts nur mir so, immer wenn ich dieses Foto sehe bekomme ich Durst.....aber vielleicht bin ich primitiver Aloholiker!

Antworten Gast: UKW
19.09.2012 08:00
6 0

Re: ich weiß nicht.....

Das beruht auf einer Taktik der ÖVP (neuerdings ist dort ein Funke davon zu spüren). Der Hintergedanke ist der: Wenn man mit den Unterschriften vor dem Rathaus auffährt, steigen die Chancen, dass der Tyrann auf den Balkon tritt, um sich die Masse der Unterschriften anzusehen, weil er glaubt, die ÖVP würde ihm mit Kisten voller Bier seine Aufwartung machen.

Grotesk ist die ÖVP,

allen voran Herr Tiller, in dessen Bezirk es gar kein Pickerl geben wird. Seit Tagen gibt ihm die Kronenzeitung Platz für einen Artikel durch seinen Leibjournalisten Peter Strasser. Schauen wir einmal, was ab Montag, dem 1. Oktober in den pickerlfreien Bezirken passieren wird. Wenn die DöblingerInnen, WähringerInnen und HietzingerInnen dann absolut keinen Parkplatz mehr finden, hoffe ich doch, dass sie bei ihren Bezirksvorstehern vorstellig werden und ihnen ihre Meinung sagen. Ob Tiller, Homole und Gerstbach dann noch "Bezirkskaiser" genannt werden und Herr Juracka Wiener ÖVP-Chef sein wird? Schau ma amal.

Antworten Gast: UKW
18.09.2012 23:48
21 2

Re: Grotesk ist die ÖVP,

Glauben Sie wirklich, dass die DöblingerInnen, WähringerInnen und HietzingerInnen so dumm sind und nicht erkennen werden, wem sie es dann zu verdanken haben, dass sie von Abzockbezirken umgeben sind und deshalb im eigenen Bezirk keinen Parkplatz mehr finden?

So dumm sind nur die primitiven Wähler in anderen Bezirken.


Gast: Überbewertet!
18.09.2012 21:04
2 27

Wien hat andere Probleme!

Die ÖVP überbewertet das Thema vollkommen, wie viele von denen die tatsächlich in den Bezirken wohnen haben Unterschrieben, allzuviele dürften es nicht sein, zumale gerade die jetzt betroffenen Bezirken schon jetzt zum allergrößten Teil mit den öffentlichen Nahverkehr benützen.

Der Unmut liegt eher an den Grenzen, das das Parkpiklerl nicht auf den gesamten Bezirk ausgedehnt wurde, und die Grenzgebiete durchaus sehr problematisch sind, für dieses Problem allerdings setzt sich die ÖVP wiederum nicht ein.

Allerdings bin ich für eine gänzliche Neuordnung, so sollten Jahreskartenbesitzer das Recht haben in den Volksgaragen kostenlos zu parken, Wien sollte zu einer einzigen Kurzparkzone werden, in denen es nur mehr Anreinerpikler gibt, spricht wer innerhalb von 200 Meter seine Wohnaderesse das Auto abstellt, gilt als Anrainer.

Die weitere Randbedienung allerdings sind Beschleunigungsmassenahmen und Ausbau der Straßenbahn, das die Linie 43 mit 13,77 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit fährt ist vollkommen witzlos!

Antworten Gast: Alien (Dauerzensuriert)
19.09.2012 13:55
1 0

Re: Wien hat andere Probleme!

13,77 km/h ist eine ganz normale Durchschnittsgeschwindigkeit für eine Straßenbahn, die nicht auf einer eigenen Trasse fährt. Eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit wäre eine Gefährdung der anderen Verkehrsteilnehmer, vor allem von Fußgängern und Radfahrern. Bremswege von Schienenfahrzeugen sind eben einmal viel länger als bei Straßenfahrzeugen, deshalb muß man bei der Geschwindigkeit Abstriche zu Gunsten der Sicherheit machen. Wenn Sie schneller von Neuwaldegg ins Jonasreindl wollen, dann fangen sie bitte an, eine U-Bahnlinie zu graben...

14 0

Re: Wien hat andere Probleme!

ja die rot-grüne Regierung.

10 2

Na also, die ÖVP könnte es ja noch !


Wenn sie allerdings den üblichen Rückzieher macht, dann gibt sie sich auch auf Landesebene die letzte Ölung

Antworten Gast: UKW
19.09.2012 08:13
2 0

Re: Na also, die ÖVP könnte es ja noch !

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Schwarzen wieder einmal einen Kniefall vor der roten Allmacht machen. Aber hoffen muss man.

Gast: bergziege
18.09.2012 20:00
18 6

Es bleibt spannend!

Gut, dass die ÖVP Krallen zeigt. Rot-Grün gehören in die Schranken gewiesen. Wenn die Stadtregierung unbedingt Abzocken will, muss sie dafür die geeigneten Argumente finden und beweisen können, dass diese Maßnahme tatsächlich gesetzeskonform ist. Glückt das nicht, wird wohl ein Rückzieher fällig sein. Wer klug ist, lässt sich mit dem Antrag für das Parkpickerl Zeit.

Re: Es bleibt spannend!

Die Spannung ist schon längst weg. Es stehen schon alle Taferln in den neuen Zonen!!!!!!!!! Noch sind verdeckt. WIR ZAHLEN das ist FIX wie das Amen im Gebet. mit grünem fiesen Grinsen Inklusive

bewundernswert, wie die övp kämpfen kann!

um die melonenregierung in wien los zu werden, eine echte wahlalternative!

Gast: i glaubs net
18.09.2012 18:34
8 29

wie blöd halten uns die schwarzen eigentlich?

die wissen ganz genau, dass so oder so das parkpickerl kommt. da fahrt schon der häupl drüber

Re: wie blöd halten uns die schwarzen eigentlich?

und deshalb muss sie sitzen wie die Schlange vor dem Kaninchen?
auch wenn sie unterliegt, dann wenigstens nicht kampflos. man kann nur sagen: weiter so!!

Gast: Komandarm
18.09.2012 18:07
36 6

WIENENERGIE verzockt hunderte Millionen TEuro, Cross-Border Leasing Geschäfte u.ä. sind die WAHREN GRÜNDE für die gewünschte Einführung des PARKPICKERLS!!

Jedenfalls muß das System "Rotes Wien" zerbrechen und all die linken malversationen und bis dato unter den Teppich gekehrten MEGA-Skandale aufgearbeitet werden. Sollte jemals die wahren Details der Stadtbudgets öffentlich werden, wird die SPÖ in Wien unter die 5% Marke (ge)fallen...
Dann sind Konsum, BAWAG, Proksch usw. nur noch Volksschularbeiten in der großen Korruptions- und Betrugsschule. Darum weg mit der Un-Sozialistische Partei Österreichs und ihren grünlichen ErfüllungsgehilfInnen.

KEIN kostenpflichtiges PARKPICKERL in Wien!!!

Gast: Semyon Budyonny
18.09.2012 18:06
23 5

Die bürgerlichen Parteien ÖVP, BZÖ und FPÖ

… sollten im eigenen Interesse umgehend eine öffentliche und voll bindende Zusage abgeben, daß nach den nächsten Wr. Landtagswahlen ein von der die Un-Sozialistische Partei Österreichs und ihre grünlichen ErfüllungsgehilfInnen eingeführtes PARKPICKERL in den Außenbezirken umgehend und vorbehaltlos rückgängig gemacht wird.

Bald sind Wahlen! Gehen wir auch hin!

Antworten Gast: Huni
19.09.2012 09:09
1 1

Re: Die bürgerlichen Parteien ÖVP, BZÖ und FPÖ

Warum nur das Parkpickerl in den Außenbezirken abschaffen?

Auch in der Innenstadt! Deshalb x FPÖ, freie Fahrt, für vreie Bürger.

Re: Die bürgerlichen Parteien ÖVP, BZÖ und FPÖ

Weder die FPOe noch das BZOe sind "buergerlich". Die einen sind von Einstellung und Wirtschaftsprogramm "rechte Sozialisten", die anderen "rechte Liberale". Schizophren? Ja - aber so sind sie halt.

 
12