Auf Antrag der ÖVP stimmte die Josefstädter Bezirksvertretung über den Bau einer U-Bahnlinie 5 ab. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen, nur die Grünen stimmten dagegen. Sie sehen im Vorgehen der ÖVP wenig Sinn und fordern, Experten zu Rate zu ziehen. Die U5 könnte die Bezirke Hernals und Josefstadt über den Matzleinsdorferplatz mit der Gutheil-Schoder-Gasse verbinden.
"Der Bau der U5 würde eine wesentliche Entlastung der bestehenden Linien 43 und 44 sowie der Autobuslinie 13 A in der Josefstadt bedeuten, die offenbar ja heute schon an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen", erklärte der Klubobmann der ÖVP Josefstadt, Andreas Ottenschläger. Dass die Grünen dagegen stimmten, verwundert Ottenschläger: "Das Bekenntnis der Grünen zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs scheint ein sehr selektives zu sein."
Grüne mit Vorgehen nicht einverstanden
Die Grünen sehen die Sache anders, wie der stellvertretende Bezirksvorsteher, Alexander Spritzendorfer, gegenüber DiePresse.com erklärt. Die ÖVP sei mit einem vierzeiligen Antrag "dahergekommen", der ein drei Milliarden-Projekt beinhalte. Der Antrag geht außerdem direkt an den zuständigen Magistrat, der damit zum Handeln aufgefordert wird. Das einzige was so ein Antrag jetzt einbringe, wäre eine "patzige Antwort" der zuständigen Stadträtin Renate Brauner (SPÖ), sagt Spritzendorfer.
Inhaltlich sind die Grünen in der Josefstadt noch nicht klar zur U5 positioniert. "Wir haben nicht gesagt, wir sind gegen die U5. Wir haben gesagt, wir sind gerne bereit über das Thema zu diskutieren". Spritzendorfer halte es für sinnvoll, Fachleute einzubinden und sich dann ein Bild von der Situation zu machen. Seine Bezirkspartei zeige sich jedenfalls solidarisch mit ihrer Stadtpartei-Obfrau und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Diese will den Oberflächenverkehr verdichten, bevor das Öffi-Netz zusätzlich ausgebaut wird.
Andere Parteien unterstützen Antrag
Die SPÖ unterstützte den Antrag der ÖVP. Somit soll der Wiener Gemeinderat und der zuständige Magistrat dazu bewegt werden, die seit Jahren vorliegenden Pläne zum Ausbau des Wiener U-Bahn Netzes endlich umzusetzen. Laut ÖVP-Klubobmann Ottenschläger seien auch die FPÖ und Teil der grünen Abspaltung "Echt Grün" für den Antrag gewesen.
In den Planungen der Wiener Linien ist die U5 derzeit kein Thema, sondern nur eine von vielen möglichen Plänen nach dem Ende der derzeitigen Ausbaustufe, die bis 2019 dauert. Bis dahin soll die U1 im Süden nach Oberlaa und die U2 im Süden bis zur Gudrunstraße verlängert werden. Dass die Linie 43 zu den am stärksten frequentierten Wiens gehört, ist allerdings kein Geheimnis. Um die Ein- und Aussteigezeiten bei den Straßenbahnen zu verkürzen, setzen die Wiener Linien derzeit eine Test-Bim mit weniger Sitzen auf der Linie ein. Damit soll der Wechsel der zahlreichen Fahrgäste an den Stationen schneller und somit pünktlicher abgewickelt werden können.
Die zuständigen Stellen der Stadt Wien, insbesondere die Magistratsabteilung 18 wird aufgefordert, die seit langem existierenden Pläne zum Bau einer Linie U5 von Hernals nach Favoriten, welche die Josefstadt mit einer Station am Alser Spitz durchfährt, ehebaldigst (spätestens in der nächsten Ausbaustufe es Wiener U-Bahnnetzes) umzusetzen.
Begründung:
Diverse Studien beweisen, dass die U-Bahn am besten geeignet ist, Menschen zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren. Darüber hinaus erklären auch die Wiener Linien, dass die Kapazitäten der Autobuslinie 13A erschöpft sind. Die U5 stellt den einzigen sinnvollen Weg zur Entlastung des 13A dar. Sie würde eine ernorme Verbesserung des Verkehrsnetzes bewirken, Wege verkürzen, und den öffentlichen Verkehr attraktivieren. Die
(klepa)
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