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„Nicht schiach“: Das Café Hummel in Randlage

25.09.2012 | 17:29 |  von Thomas Kramar (Die Presse)

Das Café Hummel in der Wiener Josefstadt feierte mit einiger Verspätung seine Wiedereröffnung nach der Renovierung. Die ihm trotz allen Unkens nicht geschadet hat.

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Die neuen Zeitungsablagen sind eine schwere Fehlkonstruktion. Doch sonst ist – um es mit dem Lieblingswort von Oberkellner Anton zu sagen – alles bestens im Café Hummel. Dessen Umbau hatten Stammgäste wie Feuilletonisten (auch dieses Blattes) mit düsterem Unken begleitet, wohl wissend: Die beste Art, die Aura eines Kaffeehauses zu zerstören, ist es, dieses zu renovieren.

Das Café Hummel im achten Bezirk ist ganz offensichtlich die Ausnahme von dieser Regel: Es hat an Schäbigkeit verloren und trotzdem keinen marmornen Glanz angenommen, sondern den leicht staubigen Charme des „Citycafés in Randlage“ behalten. So nennt Christina Hummel, Chefin des 1935 von ihrem Großvaters gegründeten Kaffeehauses, ihr Lokal selbst. Sie hat ja einst auf die besorgte Frage eines Stammgastes – „Wird's nicht schiach sein nach der Renovierung?“ – mit der Gegenfrage geantwortet: „Bin ich schiach?“ Und da gibt es natürlich nur eine Antwort: ganz im Gegenteil.
Am Montagabend jedenfalls lud sie zur Feier der Wiedereröffnung – immerhin etliche Monate nach dieser.

St. Louis Blues und Kellner in Zivil

Warum die lange Latenzzeit? Um ihren Kellnern Zeit zu geben, sich wirklich an die neue Umgebung zu gewöhnen, erklärte Christina Hummel, die sich übrigens beharrlich weigerte, den Abend mit einer Gesangseinlage zu krönen. Schön (und sehr voll) war's trotzdem: Dana Gillespie und das Joachim Palden Trio holten St. Louis in die Josefstadt, Menschen aller Stände und Professionen – von Bezirksvorsteherin Veronika Mickel über Schauspieler Wolfgang Böck bis zu Grasser-Anwalt Manfred Ainedter – plauderten heftig, zu später Stunde wechselten sogar die Kellner in zivile Kleidung, selbstverständlich ohne dabei ihre natürliche Würde zu verlieren.

Tatsächlich eröffnet wurde am Montag die Ausstellung des Josefstädter Malers Jörg Huber – wenn einen etwas mit dem schweren Erbe des Phantastischen Realismus versöhnen kann, dann dessen wilde „Bilder aus vier Jahrzehnten“. Das zentrale Kunstwerk (wiewohl in Randlage) des Café Hummels bleibt freilich das große Tableau von Katharina Struber: ein geisterhaftes Szenario eines Lokals, in dem die Gäste auftauchen und verschwinden, die Beschwörung einer Besuchermasse, die bei näherer Betrachtung aus sehr eigenständigen und eigenartigen Individuen besteht. Wie das halt so ist im Wiener Kaffeehaus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2012)

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9 Kommentare
Gast: fragezeichen13
26.09.2012 13:06
0 0

frage

und wie schaut das renovierte hummel nun aus???

Gast: merchant
26.09.2012 11:37
0 3

Wo der Ainedter verkehrt geh ich prinzipiell net hin.


Gast: w.d.
25.09.2012 23:20
0 10

Tabakgesetz

Ist das Hummel nicht das Kaffeehaus, das ganz ungeniert den Hauptraum als Raucherzone betreibt und damit gegen das Tabakgesezt verstößt?

Hauptsache Raunzen.

Fail !

8 0

Re: Tabakgesetz

Muast ja net hingehn!

Gast: w.d.
25.09.2012 23:19
0 9

Tabakgesetz

Ist das Hummel nicht das Kaffeehaus, das ganz ungeniert den Hauptraum als Raucherzone betreibt und damit gegen das Tabakgesezt verstößt?

3 0

Re: Tabakgesetz

Nein das ist es nicht, das Hummel hat einen Raucherraum und einen größeren Nichraucherraum! Ich bin des Öfteren dort, bin selbst Nichtraucher und und sitze auch im Nichtraucherraum, ein Kaffeehaus von dieser Größe hat eben beides Raucher und die Nichtraucher! Friedlich nebeneinander. Man kann es auch zu weit treiben mit der Hatz auf die Raucher!!

1 0

das ist Wien, Kultur und Leben, unvergänglich

. . . wenn wir aus der Ferne in die Heimat schauen, da fehlt oft das Bild. Da erzählen 'wir' manches, doch Bilder sprächten Bücher.
Vielleicht eine Webseite mit dem Service.
Grüße aus Baguio City, PH!

Gast: Kaffeeschlürfer
25.09.2012 20:50
6 0

keine Innenfotos?

warum nicht?