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Öffentlicher Verkehr: Grüne kritisieren ÖBB und NÖ

27.09.2012 | 18:26 |  GERHARD BITZAN (Die Presse)

Rüdiger Maresch will Pendler "an der Quelle" und nicht erst in Wien zum Umstieg auf öffentlichen Verkehr bewegen. Park-and-ride ist offenbar kein wirkliches Allheilmittel.

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Wien. Jeden Tag kommen um die 400.000 Menschen aus dem Wiener Umland mit dem Auto in die Stadt. Ab kommenden Montag haben sie es noch schwerer, hier einen Parkplatz zu finden. Denn in mehreren westlichen Bezirken werden die Parkpickerl-Zonen ausgeweitet. Doch die grundsätzliche Problematik, wohin mit den Pendlern, ist damit noch lange nicht gelöst.

Genau diese Frage war am Donnerstag Titel einer von der GSV (Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) veranstalteten Podiumsdiskussion. Zu Beginn versuchte Andreas Gollner von der Pendlerinitiative eine Lanze für die Pendler zu brechen: Viele müssten das Auto benützen, weil die öffentlichen Verbindungen am Land schlecht seien. Und wenn sie mit dem Auto nach Wien fahren, stelle sich die Kostenfrage. Gollner: „Wenn man sich eine Jahreskarte kauft, dann kommen für Pendler Kosten von bis zu 60 Euro im Monat für den Platz in der Park-and-ride-Anlage dazu.“

 

Wien bietet Niederösterreich Hilfe an

Park-and-ride ist offenbar kein wirkliches Allheilmittel. Johann Breiteneder, dessen Firma viele Parkgaragen errichtet, sagt zwar, „dass die Auslastungszuwächse in unseren Garagen deutlich merkbar sind“. Aber angesichts der Zahl von gerade mal 10.000 Wiener Stellplätzen und der 40-fachen Überzahl an Pendlern kann dies nur eine Teillösung sein. Zumal die Stadt ja weiter wächst und attraktiver wird, was in Zukunft tausende weitere Einpendler bedeutet.

Rüdiger Maresch, Verkehrssprecher der Wiener Grünen, sieht den wichtigsten Ansatz darin, dass es für die Pendler attraktiver werden muss, auf öffentlichen Verkehr umzusteigen. Er will aber nicht, dass dies in Wien passiert, sondern „draußen, an der Quelle“. Also in Niederösterreich. „Wien würde sich an den Kosten solcher Anlagen beteiligen“, sagt der Grünpolitiker. „Aber die Antwort der niederösterreichischen Politiker ist immer gleich, immer ausweichend.“

Neben dem säumigen Land Niederösterreich sieht Maresch auch die ÖBB als einen der Hauptverursacher, warum der öffentliche Verkehr nicht besser ausgebaut wird. „Man muss das Potenzial der Schnellbahn mehr ausnutzen, aber die ÖBB hintertreiben einige Verbesserungen.“ So geht es um den Ausbau der S45, aber auch um die S80, bei der die ÖBB den Takt teilweise auf eine Stunde verlangsamt hätten. „Ich appelliere an die ÖBB, dies zu überdenken.“ Ansonsten müsse man überlegen, ob das im Großraum Wien Private nicht besser können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2012)

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38 Kommentare
 
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Gast: tigerenter
01.10.2012 18:46
0 1

Jeden Tag kommen um die 400.000 Menschen aus dem Wiener Umland mit dem Auto in die Stadt?

nie im leben.
erstens hat ganz nö nur 1,6 mio. einwohner, vom baby bis zum greis, und angeblich soll es auch jetzt schon pendler geben die massenverkehrsmittel benutzen. weiters gibt es berichte daß es auch in nö ein paar arbeitsplätze geben soll, wo niederösterreicher beschäftigt sein sollen. und darüberhinaus gibt es jede menge private parkplätze und garagen die die firmen auf ihren eigenen grundstücken errichtet haben um die fahrzeuge ihrer mitarbeiter abzustellen.

in wahrheit kommen doch hauptsächlich lastwagen täglich nach wien um waren zu liefern und die werden wohl kaum auf öffis umsteigen.

Transferempfänger

Ohne die Pendler aus dem Umland würde die Wiener Wirtschaft gar nicht funktionieren, da mit den Wiener Transferempfängern kein Staat zu machen ist.Klar kommen die Lebensmittel aus dem Supermarkt und der Strom kommt aus der Steckdose.Und am 24. Dezember kommt das Christkind.

Wiener Politiker

Die Wiener Politiker sind ja gar nicht an einer Lösung betreffend die Pendler aus dem Umland interessiert, da sie ja sonst kein Wahlkampfthema mehr haben.

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Grüne Kritik ist das beste Indiz dafür, auf dem richtigen Weg zu sein.


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Ja, auf dem Weg in die Verkehrshölle.


Re: Ja, auf dem Weg in die Verkehrshölle.

Ja, genau, "Wien darf nicht Chicago werden" oder was wollen die grün/blauen noch?

1 0

Zumal die Stadt ja weiter wächst und attraktiver wird

wachsen wahrscheinlich schon (vor allem im NIEDERÖSTERREICHISCHEN Speckgürtel) aber ob Wien angesichts gewisser Entwicklungen wirklich attraktiver wird würde ich nicht in Stein gemeißelt sehen.

Re: Zumal die Stadt ja weiter wächst und attraktiver wird

Wien wird zunehmend unattraktiver.

Das leidige Thema "Pendler-Verkehr"

ist doch nichts Neues. Seit Jahren wird es immer wieder aufgewärmt, doch gegessen ist es noch lange nicht. Ein großes Problem ist die Tatsache, dass die Niederösterreicher seit Jahrzehnten aufs Auto fixiert sind und der NÖ-Verkehrsplaner Zibuschka nicht fähig oder willens ist, der Bahn mehr Raum in seinen Planungen zu geben. Kommt er doch selbst vom Straßenbau. Man stellt im Westen des Landes Bahnen ein und Busse fahren nur alle heiligen Zeiten. Wer den öffentlichen Personennahverkehr stiefmütterlich behandelt, darf sich nicht wundern, wenn das Auto die einzige Alternative ist. Auch liegt es an der Bevölkerung, die auf den ÖPNV pfeift und lieber stundenlang im Stau steht, als den ÖPNV zu nützen. Man sollte sich die Schweizer zum Vorbild nehmen. Dort werden Bahnen ausgebaut und Buslinien erweitert und das wird vom Volk auch angenommen. Speziell in NÖ aber müssen Politiker und Bevölkerung umdenken und dem ÖPNV eine Zukunft geben, die allen Ansprüchen entgegenkommt.

Re: Das leidige Thema "Pendler-Verkehr"

Ich möchte hier auf das Konzept der Wieselbuse in NÖ verweisen, die eine große Auslastung aufweisen.

Re: Re: Das leidige Thema "Pendler-Verkehr"

3-4personen(hütteldorf;zeit+richtung egal...)

natürlich wäre im wr.umland einiges nötig,zb.pressburgerbahn,liesing-waldmühle,leopoldau-korneuburg-rückersdorf an die wlb("badner"),15min.-intervalle...aber dafür müsste man erst die btr.gebiete eingemeinden;oder den landeshauptmann von österreich loswerden!


Gast: Es grünt so grün
28.09.2012 08:40
7 1

Grün

Die Bahn attraktiver zu machen heißt auch sie "schneller zu machen" höhere Geschwindigkeiten würden tw. neue Trassen etc. fordern. Die Grünen sind jedoch die ersten die neue Infrastrukturprojekte mit allen Mitteln bekämpfen!
Ein dichterer Takt widerum verbraucht mehr Energie umd diese zu erzeugen bedarf es Kraftwerke aber die Grünen verhindern den Bau solcher .......


Antworten Gast: baumisms-
01.10.2012 13:50
1 0

Bahnen für PENDLER brauchen wahrlich keine neuen Trassen!

Denn die sollen ja die Leute von den Ortschaften nach Wien bringen!
Was man bräuchte, wäre der viergleisige Ausbau der Südbahn und der zwegleisige Ausbau der Pottendorfer Linie. Aber DAFÜR gibt es kein Geld. Kein Wunder - WER soll bei solchen Projekten denn "mitschneiden"?
Da vergräbt man es doch besser im Berg - das kann kaum wer kontrollieren...

Re: Grün

schnelle züge-möglichst weit weg von wohngebieten-sind naturgemäss ideal;deshalb erreicht z.b.die"badner"60%moda spit,die südbahn ca.12-über der donau etwas bessr,aber auch unter 20...

Antworten Gast: merchant
28.09.2012 09:49
3 0

Re: Grün

Ein klares NEIN.

Für die Pendlerdistanzen ist Geschwindigkeit relativ unwichtig und bei den Regionalzügen auch kaum erhöhbar - die Taktung ist wichtig und die Anschlussmöglichkeiten.

Re: Grün

schnelle züge-möglichst weit weg von wohngebieten-sind naturgemäss ideal;deshalb erreicht z.b.die"badner"60%moda spit,die südbahn ca.12-über der donau etwas bessr,aber auch unter 20...

ich bin ein wochenpendler.

ich könnte pro jahr 20.000 km auf den km-zähler draufpacken. ich könnte parallel zur bahnstrecke fahrend hohe auto-kosten und viel stress erleben. ich könnte mich in wien um einen parkplatz streiten..

doch ich fahre lediglich meine 3 bis 4 tausend km. den rest lege ich im zug zurück, entspanne beim lesen oder bei einem schläfchen, spare mir viel geld und das thema parkplatz kenne ich nur durch die grässliche optik verparkter straßen und die abgase, die im kreis fahrende auf der suche nach einem solchen hinten rauslassen.

soll man dauerhaft leute fördern, die weder an ihren komfort denken noch an ihre geldbörse? und die noch dazu die lebensqualität anderer verschlechtern? dann weiter mit der erleichterung für auto-pendler. werfen wir ihnen weiterhin öffentliches geld hinterher und bauen wir noch ein paar fahrspuren an ihre lieblingsstrecken ran.

oder kehrt doch irgendwann vernunft ein bei diesen leuten?

Re: ich bin ein wochenpendler.

beamter ? ich nehme an mit einem tascherl wo die Beamtenforelle im Alupapier eingewickelt ist - bitte nur zu bedenken dass es Pendler gibt die im Aussendienst unterwegs sind , Wekzeug im Kofferaum haben,... und sich es nich leisten können 3 Stunden pro Tag auf Öffis zu warten !!!

eine ganz lange zugstrecke

direkt von wien in den dschungel, da können dann alle grünen hinfahren und sich von baum zu baum hangeln

Ein seltener Blödsinn.

Die Rechtslage ist klar: wenn Länder oder Kommunen bestimmte Bahnverbindungen bzw. Frequenzen wollen, dann müssen sie das den ÖBB bezahlen. Die ÖBB müssen da nichts 'überdenken'.

Die wahre Pendlermisere gründet darauf, dass Wien und NÖ seit Jahrzehnten politisch nicht fähig sind, gemeinsame Lösungen im öffentliche Verkehr zu finden. Kreative sowieso nicht. Die Grünen bringen da gar nichts, weil sie in NÖ quasi nicht existent sind.

Hail Föderalismus!

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...dann müssen sie das den ÖBB bezahlen...

Da müsste aber erst einmal die Bahn ein gutes Produkt zu einem guten Preis anbieten!

Re: ...dann müssen sie das den ÖBB bezahlen...

Die Nahverkehrspreise bestimmen über die Verkehrsverbünde ebenfalls die Länder...

Re: Ein seltener Blödsinn.

alledings kann ich auch die bestellten züge nicht(gratis)benutzen-zahlende fahrgäste nur als störfaktor zu betrachten(und per sb-abzocke u.ä.zu vertreiben)geht auf dauer halt doch in die ho...

Re: Re: Ein seltener Blödsinn.

Was ist nochmal "sb-Abzocke"?

Re: Re: Re: Ein seltener Blödsinn.

der inoffizielle begriff für die derzeitige art der ticketdistribution auf"selbstbepinklerstrecken"...

 
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