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Die alte Leier mit dem Parken

01.10.2012 | 18:33 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Seit Montag gilt das „Pickerl“ auch in mehreren Außenbezirken.

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Nach heftigen Diskussionen, 150.000 Unterschriften dagegen und einem brutalen politischen Schlagabtausch war es am Montag so weit: Das Parkpickerl wurde in mehreren Bezirken jenseits des Gürtels zur harten, besser gesagt teuren Realität. In erster Linie geht es bei dieser Aktion um Geld für die leere Stadtkasse. Erst in zweiter Linie geht es um Parkplätze.

Was in der „Pickerl“-Diskussion mühsam ist: die ständige Beleidigung der Intelligenz der Bürger. Seit 1959 die erste Kurzparkzone in der City eingerichtet wurde, kommen ständig dieselben abgedroschenen Argumente, um das Parkpickerl zu rechtfertigen. „Es geht um den Verdrängungseffekt“, heißt es.

Skurril ist dabei, dass alle Stadtregierungen seit 1959 jede neue Ausweitung mit der Verdrängung argumentieren – ohne natürlich zu erwähnen, dass sie dafür selbst verantwortlich sind. Und kaum sind die neuen Zonen in Kraft, gibt es neue Begehrlichkeiten – bis eines Tages ganz Wien eine Pickerlzone und der Verkehr nach Niederösterreich verdrängt wird. Besonders dreist sind hier die Grünen, die das parkpickerlfreie Währing am Montag ins Visier nehmen. Die Bürger, die vor Monaten gegen die Parkpickerleinführung gestimmt haben, hätten den komplexen Zusammenhang nicht kapiert, so die Grünen.

Das ist eine Beleidigung. Denn die Proteste gibt es aus einem Grund: Die Bürger haben die wahren Zusammenhänge verstanden.

 

martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2012)

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40 Kommentare
 
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Gast: sxdfdsf
03.10.2012 22:16
1 1

Würde jemand der 30.000 Euro hat jemandem der 1.000 hat diese wegnehmen

wie würde man das nennen ?

Wenn aber jemand bedenkenlos aus einem Bundesland das 30x so groß ist in ein anderes fährt das 1/30 so groß ist und den dort Lebenden
den Parkraum wegnimmt: Wie nennt man das ?

Wien hat einfach nicht soviel Platz wie Niederösterreich.
Niederösterreich (auch das Burgenland) hat noch viel Verbesserungspotential bei den Öffis (z.B. Abholsammeltaxis) aber das ist nicht die Schuld Wiens.

Es genügt wenn Wien schon die Arbeitsplätze für viele Niederösterreicher und Burgenländer zur Verfügung stellt, da braucht es nciht auch noch die Folgen derer jahrzehntelang schlechten Verkehrspolitik auszubaden.

Das Parkpickerl für alle Wiener kostenlos zu machen halte ich für eine gute Idee, ungelöst ist die Gültigkeit innerhalb Wiens.
Auch Billig-Zusteller mit mehreren Bezirken (Piuzzaservice) haben damit ein großes Problem - da ist aber ein Wiener Problem das in Wien gelöst werden kann.

Anderes gehört dort gelöst wo es herkommt: In NÖ und Bgld ausreichend und billiges Park+Ride noch besser: Abholsammeltaxis wo es möglich ist und sinnvoll koordinierte Fahrpläne Bahn-Bus.
Nicht Busse die 3 Minuten vor Ankunft des Zuges abfahren, der nächste dann in 1 Std.

Am besten: genug (qualifizierte) Arbeitsplätze vor Ort.

So demokratiepolitich bedenklich es ist 107.000 Unterschriften wegzuwischen, so bedenklich ist es ebenso die Not derer wegzuwischen die bisher unter der (von außen verursachten) Parkplatznot zu leiden hatten und froh sind jetzt einen Parkplatz zu bekommen

Re: Würde jemand der 30.000 Euro hat jemandem der 1.000 hat diese wegnehmen

bravo!
Die ungünstige Verteilung von Arbeitsplätzen selbst ist ja schon eine Folge der vergangenen, falschen Verkehrspolitik. Das Parkpickerl ist da ein Schritt in die richtige Richtung.

Gast: Faktenlage
03.10.2012 16:46
1 2

Fakten?

Bleiben wir doch bei den Fakten, Herr Stuhlpfarrer.

(1) knapp 107 000 gültige Unterschriften waren's, nicht 150 000. Das kann sogar jeder Volksschüler recherchieren.

(2) Die Stadt Wien ist nicht verantwortlich daran, dass der Autoverkehr massiv zugenommen hat. Was ist denn das für ein Unsinn?

Für jemanden, der soviel das Wort "Intelligenz" in den Mund nimmt, ist Ihr Artikel ... Ihre Polemik, Entschuldigung! ... wahrlich eine Beleidigung derer.

der wahre zusammenhang

im letzten abschnitt......(GELDEINNAHME) und das recht viel.

oweh oweh

da gibt es aber jetzt viele parkplätze (tagsüber).......haha jetzt zahlen die anrainer .....und die leeren parkplätze am tag sind totes kapital.....irgendwas läuft da was falsch, oder?....waren am tag die pendler da....die ja jetzt fehlen.....ist es am abend proppenvoll von den zahlenden anrainern....und wir kreisen und kreisen.....jetzt zahlen wir halt...das wir kreisen dürfen. wie könnte man die freien plätze tagsüber jetzt zu geld machen.....da rauchen sicher schon die köpfe.

Antworten Gast: Teki
03.10.2012 21:04
0 1

Re: oweh oweh

Jetzt werden schrittweise alle Anrainer, die Garagenplätze gemietet haben, diese kündigen und die Straßen werden sich wieder füllen :)

Antworten Antworten Gast: iona
03.10.2012 21:30
1 0

Re: Re: oweh oweh

wieso denn?
weil sie auch am abend mit den anderen kreisen wollen?
das hätten sie doch auch schon bisher haben können und wollten es nicht.

Herrlich...

...so viele freie Parkplätze jetzt

Parkpickerlerweiterung

Wohne am Fuße des Wilhelminenberges, es war wieder schwer, einen Parkplatz zu bekommen, weil plötzlich alle hier parken, die in ihrem Teil des 16. Bezirkes ein Parkpickerl benötigen. Die rot-grünen Verbrecher haben es erreicht, dass man hier viel Treibstoff verbraucht, um irgendwann einen Parkplatz zu finden. Und wie die Leute ihr Fahrzeug abstellen, ist teilweise kriminell. Aber der Herr Bezirksvorsteher hat ja so viel freie Plätze gesehen. Wirklich toll, rot oder grün bekommt nun ebenso wenig noch meine Stimme wie blau oder schwarz.

Gast: Teki
02.10.2012 21:50
5 0

Komplex

Ist an der Sache, dass man mit dem Parkpickerl vortäuscht, den Autofahrern was gutes tun zu wollen, faktisch ist es ein schleichendes Fahrverbot, weil man nur mehr im eigenen Bezirk fahren und parken darf, bald aber nirgends mehr hinfahren kann, ohne 2 Euro pro Stunde zählen zu müssen.
Und diese ewige Hetze gegen Pendler stört mich furchtbar, die kommen ja nicht nach Wien, weil es so schön ist, sondern weil die Verstädterung ihre Arbeitsplätze zerstört.
Ich wünsche rot grün in Wien einen baldigen Untergang, leider wurde die Maßnahme halt wahltaktisch sehr clever getimt, weil bis zur regulären Wahl dann wohl alles vergessen ist ...

Gast: ohje
02.10.2012 19:02
0 2

Keine Sachkenntnis

Wenns heute so wenig Autos wie in den 1950er Jahre gäbe, bräuchte es auch keine Steuerungsmaßnahmen für Anrainer.


Beim Thema Auto geht die Intelligenz verloren....

Bemerkenswert ist, wie intelligente Bürger, die alles durchschauen, beim Thema Auto sehr schlicht um nicht zu sagen primitiv argumentieren und verwerflichen Egoismus an den Tag legen!
Die Behauptung: Autos und Verkehr zerstören Lebensraum! Widerlegt wird es, indem die wohlhabende Intelligenz nicht an verkehrsreichen Straßen sondern verkehrsruhigen Bezirken oder im Speckgürtel Wiens wohnen aber mit ihren Autos den Lebensraum der nicht so intelligenten Bürger zerstört.
Gegen diesen dummen Egoismus hat man das Recht sich zu wehren1

5 0

Re: Beim Thema Auto geht die Intelligenz verloren....

Bravo! Kehren wir um in das 18.Jahrhundert! Oder noch besser: Klettern wir wieder auf die Bäume!
Das neben Nobelkutschen, die zweifelsfrei vorhanden sind, manche Leute auch auf ein Auto angewiesen sind, kapieren manche eben nicht.

Antworten Gast: iona
02.10.2012 18:30
3 0

Re: Beim Thema Auto geht die Intelligenz verloren....


ja und?
ist Ihnen jetzt leichter, wo die reichen leut den stadtbeamten geld zustecken müssen damit sie Ihnen weiter Ihren billigen lebensraum zerstören dürfen?

7 0

Was da nicht alles an Begleitmusik gequasselt wurde!

Da hat es bspw. geheißen, das durch die Einführung des Pickerls in Teilen des 14. Bezirks alle in den 13. Bezirk ausweichen werden, vor allem die Pendler. Ging heute mit "ewas offeneren Augen" durch Teile "dieser Problemgegend". Die Auhofstraße ist zwar zugeparkt, das war allerdings immer schon so. Zwei drei Gassen weiter, sprich zwei drei Fußgeherminuten weiter, alles wie gehabt. Mehr als genug Parkplätze vorhanden und das an einem Werktag in er Früh. Aber die grüne Dame streitet dies ja ab. Sie sollte sich lieber eine Brille kaufen und/ oder noch besser zurücktreten und die Klappe halten. Und dem Genossen Bürgermeister empfehle ich endlich mal nicht typisch wienerisch herumzulabern, sonder zuzugeben, daß eben die Leute gemolken werden sollen, da die Kasse leer ist!

Gast: merchant
02.10.2012 10:30
1 7

Werter Herr Stuhlpfarrer!

Klar ist eines: wer in einer Millionenstadt mit der baulichen Struktur Wiens lebt ( in Berlin hat man etwa mehr Platz, in Paris und Barcelona ist es wesentlich beengter und daher noch teurer) und sich wundert, dass Parkraum kostet, ist nicht im 21. Jh. angekommen.
Und dass die Währinger gegen das Pickerl gestimmt haben und der der Bezirksvorsteher gejubelt hat, fällt den Währingern nun klarerweise auf den Kopf. No Mercy - ich hoffe auf die Lernkurve...

Re: Werter Herr Stuhlpfarrer!

so ist es

Gast: DieTaube
02.10.2012 09:06
1 3

mag ja alles stimmen

Aber trotzdem gibt es seit Montag im 17. jede Menge freier Parklplätze.

Und viel weniger Autos mit ausländischen Kennzeichen.

"In erster Linie geht es bei dieser Aktion um Geld für die leere Stadtkasse. Erst in zweiter Linie geht es um Parkplätze."

eine gewagte behauptung. noch dazu ohne zahlen, die riesenunterschied zwischen gesamtbudget und den im vergleich dazu lächerlich geringen einnahmen aus dem parkpickerl zeigen würden (= unseriös hoch drei!)

wer derartig geldzentriert 'argumentiert' (und die untragbare verkehrssituation in wien ignoriert) muss sich die frage gefallen lassen: arbeiten sie als journalist auch ausschließlich wegen ihres gehalts?
oder haben sie nur einen einzigen nicht-monetären grund dafür?

Antworten Gast: haúsverstand1
03.10.2012 16:05
1 0

Re: "In erster Linie geht es bei dieser Aktion um Geld für die leere Stadtkasse. Erst in zweiter Linie geht es um Parkplätze."

"ie riesenunterschied zwischen gesamtbudget und den im vergleich dazu lächerlich geringen einnahmen aus dem parkpickerl zeigen würden"
Da sieht man doch bereits, wie verzweifelt Wien ist, dass sie so einen lächerlichen Geldbetrag dankend annehmen

Gast: Guten Morgen
02.10.2012 08:29
5 10

Hr. Stuhlpfarrer!

Ihr letztklassiger Kommentar beweist wohl nur wie richtig die Grünen in Ihrer Analyse liegen. Falsch ist nur Eines: komplex ist hier gar nichts, das Nutzen öffentlichen Raumes durch privates Eigentum kann nur kostenpflichtig sein. Ob es nun reaktionären Spießbürgern wie Ihnen (und 150.000 anderen kleinen Männern/Frauen) nun passt oder nicht.

Antworten Gast: iona
02.10.2012 18:39
4 0

Re: Hr. Stuhlpfarrer!


der erwerb einer straßenzulassung für pkw war immer schon kostenpflichtig und ohne diese straßenzulassung durfte man noch nie auf einer öffentlichen straße oder auf öffentlichem grund parken.

es ist nicht einzusehen wieso für ein und dieselbe sache mehrere verschiedene gebühren zu bezahlen sind. das nützt nur der verschleierung der wahren abgabenbelastung und ist daher nichts anderes als vorsätzliche täuschung der bevölkerung durch den staat.
müßte man eigentlich anzeigen, streng und abschreckend hoch bestrafen und ein für alle mal abstellen.

4 0

Re: Hr. Stuhlpfarrer!

So ein Schwachsinn!!!!!!!!!!!!! Was soll diese Idiotie mit "reaktionären Spießbürgern"? Sie können ja damit wohl nur rote und grüne Spießbürger meinen! Mann o Mann!

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Re: Hr. Stuhlpfarrer!

Fußgänger, Radfahrer, etc. benutzen auch öffentlichen Raum, bezahlen aber für deren Benutzung nichts. Autofahrer zahlen sehr wohl in Form von KFZ-Steuer und entsprechenden Abgaben auf den Treibstoff. Also von Gratis kann da keine Rede sein.
Egal ob für oder gegen das Parkpickerl, mir persönlich gehen solche ideologisch motivierten, inkonsistenten Bemerkungen (ist ja nicht mal ein schlechtes Argument) ziemlich auf die Nerven!

Antworten Antworten Gast: isis osiris
02.10.2012 16:24
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Re: Re: Hr. Stuhlpfarrer!

Kostendeckungsgrad der Straßen liegt unter 50% der zweckgebundenen Steuern. Der Rest kommt aus anderen Steuertöpfen.

Also zahlen alle - auch wenn nicht mit dem Pkw gefahren wird.

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Re: Re: Re: Hr. Stuhlpfarrer!

Der Kostendeckungsgrad beim öffentlichen Verkehr ist noch geringer – also zahlen auch alle, die nicht öffentlich fahren! Beim Autoverkehr (zugegeben auch beim öffentlichen Verkehr) ist es eine willkürliche Berechnung die je nach Auftraggeber variiert. Also wieder so eine ideologische Bemerkung!
Die einzige Zweckbindung der Einnahmen aus dem Verkehr sind die Autobahnvignette und teilweise die Verkehrsstrafen. Gebühren für Kurzparkzonen bin ich mir jetzt nicht sicher, aber das ist kein so großer Anteil. Sonst wüsste ich keine Zweckbindung, lasse mich aber gerne aufklären! Die zweckgebundenen Einnahmen sind also extrem gering!
Ja, wir haben ein Problem mit dem Verkehr! Je nach persönlicher Situation mit dem Autoverkehr, Bahnverkehr, Busverkehr, Lieferverkehr, Flugverkehr (das ist öffentlicher Verkehr aber trotzdem böse!) – kurz mit jeder Art von Verkehr! Ideologische Trennung zwischen „gut und böse“ hilft zwar nicht nachdenken zu müssen, löst aber nicht das Problem! Probleme löst man durch Rückschritt (man verbietet es, schafft es ab, macht es so teuer dass es sich nur wenige leisten können, kurz durch Unterdrückung) oder durch Fortschritt (man findet eine bessere Lösung). Wie bei so vielen Problemen wird auch beim Verkehr der Rückschritt als Lösung angesehen!

 
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