19.06.2013 16:39 Merkliste 0

Pendler-Sprecher: „Überfallsartig und nicht abgestimmt"

05.10.2012 | 18:00 |  VON GERHARD BITZAN (DiePresse.com)

Interview. Franz Hemm, Sprecher der Pendler Niederösterreichs, wehrt sich gegen das Parkpickerl und fordert billigere Tickets für öffentlichen Verkehr.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die Presse: Die Ausweitung der Parkpickerlzonen in Wien hat vor allem ein Ziel: die Pendler draußen zu halten. Wie beurteilen Sie diese Aktion?

Franz Hemm: Das Ganze ist überfallsartig passiert und war nicht mit Niederösterreich abgestimmt. Wenn man so etwas macht, muss man schauen, wo die Pendler mehr Möglichkeiten haben, ihre Autos zu parken. Das können etwa zusätzliche Park-and-Ride-Anlagen in Wien oder in Niederösterreich sein.


Wiens Stadtregierung sagt, dass Niederösterreich zu wenig tut, um die Pendler schon draußen, weit vor den Toren der Stadt, abzufangen.

Das stimmt nicht. Es gibt Pläne für neue Park-and-Ride-Anlagen, die 2015 in Betrieb gehen könnten. Das Land Niederösterreich hat in dieser Hinsicht schon viel gemacht. Das Problem muss politisch gelöst werden. Man kann sicher über alles reden, aber die überfallsartige Einführung der neuen Parkpickerlzonen in Wien war sicher nicht von Vorteil.

Für die Stadtregierung, aber auch für viele Wiener, sind die mit dem Auto kommenden Pendler derzeit so etwas wie ein Feindbild.

Man darf nicht vergessen, dass die niederösterreichischen Pendler auch viel Geld in Wien lassen. Sie arbeiten hier, und ein großer Teil der Wertschöpfung bleibt in Wien. Dazu gibt es die Wochenpendler, die eine Zweitwohnung in Wien haben und während der Woche hier viel Geld ausgeben.


Warum müssen eigentlich überhaupt so viele Menschen mit dem Auto zur Arbeit fahren?

Es gibt zwei Arten von Pendlern. Wer nahe bei der Bahn wohnt, etwa in Wiener Neustadt, kann leicht in den Zug einsteigen und nach Wien fahren. Aber es gibt viele Pendler, die weit weg wohnen und nur schwer zu einer öffentlichen Verbindung kommen.


Wie kann man die Menschen bewegen, auf ihr Auto zu verzichten?

Die Preise für die öffentlichen Verbindungen müssen attraktiver werden. Wer etwa in Mödling einsteigt, also nicht weit vor Wien, muss zwei Zonen zahlen. Das kann teuer werden. Dass es auch anders geht, zeigt das Jugendticket, mit dem Schüler um 60 Euro überall in der Region fahren können. So etwas sollte man auch für Erwachsene andenken.


Was sagen Sie zum Vorschlag der niederösterreichischen Grünen Madeleine Petrovic, Wiener sollten auch in Niederösterreich fürs Parken zahlen?

Das finde ich nicht gut: Die Gemeinden sollten autonom entscheiden, ob Bedarf besteht, dass sie fürs Parken etwas verlangen.

Zur Person
Franz Hemm ist EVN-Zentralbetriebsrat, Vizepräsident der Arbeiterkammer NÖ und Sprecher der Pendlerinitiative NÖ. Die Initiative setzt sich für Vorteile der Pendler ein, etwa Spritverbilligungen oder Erhöhung der Pendlerpauschale. Man setzt aber auch auf Fahrgemeinschaften, um den Verkehr zu verringern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 6. Oktober 2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr zum Thema:

Mehr aus dem Web

603 Kommentare
 
12 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

haha

es ist jetzt soweit....wo bleibt die kriegserklärung????????????

Nichts als Hohn und Verachtung gegenüber den Bürgern von Rot-Grün-Schwarz!!!



Gast: Fremdkennzeichen
10.10.2012 15:44
5 0

Räuber und Gendarm

Zitat: "... Pendler schon möglichst vor der Stadtgrenze abzufangen ". Ah, so ist das. Abfangen! Spielen wir Räuber & Gendarm oder was? Schlimm genug, dass auf der einen Seite Grenzzäune endlich niedergerissen werden, wir mit aller Kraft ein vereintes Europa anstreben (sollten, wenn wir eine Zukunft haben wollen), und dem unseligen Rot/Grün in Wien auf einmal nichts Besseres dazu einfällt als (Stadt)grenzen zu errichten und Fremd/Feindbilder zu erzeugen. Wie sonst ist es zu erklären dass mir schon vor mehr als einem Jahr ein höchstbezahlter Magistratsbeamter süffisant erklärte "mir haben keine Probleme mit die Parkplätze. Des sand nur die Niederösterreicher, die was zu uns einerfahren. De verstopfen alles". Na dann, wenn das Wiener Beamtenmeinung ist, dann muss ja sowas rauskommen. Fremdschämen erlaubt? (Übrigens ist dieser höchstbezahlte Herr von seiner Abstammung oö Bauernbub).
Anstatt dass die Ostregion die dräuend anstehenden Probleme endlich(!) überregional gemeinsam angeht, herrscht Häme vor und werden Barrieren errichtet.
Was mich betrifft, ich werde in Wien nicht einmal mehr tanken, geschweige denn ein Schneuztuch kaufen. Wien ist mir fremd (geworden) .

Antworten Gast: Matilda
11.10.2012 19:12
0 0

Re: Räuber und Gendarm

Abfangen!

Ja sicher. Für was haben wir denn die teuren Abfangjäger gekauft.

Gast: Hallamyer
10.10.2012 15:16
0 4

Diese Parkplätze soll NÖ bauen

und bezahlen. Es sind schliesslich niederösterreichische Autos...

Gast: Kostennutzenrechner
10.10.2012 13:37
7 1

Jetzt lieber in die SCS shoppen!

Die Mariahilferstraße kann mir in Zukunft gestohlen bleiben.

0 3

Re: Jetzt lieber in die SCS shoppen!

wenn sie nur wert legen auf den kettengeschäfte-einheitsbrei, eine gute lösung. ansonsten werden sie dort aber nicht glücklich.

Re: Re: Jetzt lieber in die SCS shoppen!

und die mariahilferstr ist ja bekannt für ihre kleinen feinen einzelkaufleute ^^

Antworten Gast: XA33
10.10.2012 15:17
0 4

Ich denke nicht, dass man die

Nobelstrasse mit dem Prolotempel da darussen vergleichen kann, aber bitte.

Gast: Grünologe
10.10.2012 13:02
4 2

wenn es nach den Grünen Ideologen geht

sollte jeder ein möglichst großes Auto zwar beistzen (=viele Steuerun) aber damit nicht fahren oder wenn fahren, dann nur nach NÖ hinaus und wieder zurück in seine Garage
.


Gast: Warum einfach, wenns kompliziert auch geht
10.10.2012 11:22
6 2

Die Grünen wurden gewählt

damit sie Ärger, Streit und Chaos anrichten und man dann bei der nächsten Wahl die FPÖ wählt, der man das dann alles in geordnete Bahnen lenken und ausbügeln lässt.

Antworten Gast: dnr dnr
10.10.2012 15:18
0 3

Die geordneten Bahnen der FÖ

führen direkt in die Tasche einiger FPÖler bzw. ins Strafgericht.

Antworten Gast: persil4.0
10.10.2012 12:37
2 5

LOL - siehe Kärnten

Dieses wunderschöne Bundesland haben die rechtsrechten Chaoten ruiniert !!!

Antworten Antworten Gast: alsowenn
10.10.2012 13:14
4 1

Re: LOL - siehe Kärnten

was runiniert ist dann maximal ihr linkes kleinhirn .

KTN das beste schönste land der welt

Gast: cosinus99
10.10.2012 11:08
10 1

Pendlercash

Wenn die NÖ-Pendler konsequent keinen Cent in Wien ausgeben wäre diese Stadt bald am Ende.
Viele Firmen überlegen ohnehin schon eine Absiedelung nach NÖ.

Antworten Gast: tjajedersehende
10.10.2012 13:21
5 2

Re: Pendlercash

merkt doch die stadt verfällt völlig seit EU , ostöffnung und Islamisierung

leute mit ausbildung ziehen in die umgebung oder gehen in die bundesländer zurück.

zurück bleiben nur sozialmärke für die unterschicht.


Antworten Gast: UKW
10.10.2012 12:07
2 8

Folgen für Wien:

- geringere Arbeitslosigkeit

- geringere Kosten (besonders in Spittalswesen)

-weniger Kfz-Verkehr

-mehr Parkplätze

Also los, du Maulheld !


8 0

Re: Folgen für Wien:

"- geringere Arbeitslosigkeit"
Oder mehr Wien-NÖ-Pendler weil die Firmen ja auswandern ...

"- geringere Kosten (besonders in Spittalswesen)"
Erklären Sie das bitte, ich weiß nicht, was Sie damit meinen!

"-mehr Parkplätze"
Stimmt, diese brauchen die neuen Wien-NÖ-Pendler dann! :-)

Antworten Antworten Antworten Gast: Scherka
10.10.2012 15:19
1 0

Pendler

Es pendeln schon mehr Niederösterreicher in die Slowakei als umgekehrt. P. hat den NÖ_Arbeitsmarkt völlig ruiniert.

Antworten Antworten Antworten Gast: UKW
10.10.2012 12:41
2 6

bitteschön

- Wien hat genug qualifizierte Arbeitskräfte. Es herrscht kein unabdingbarer Bedarf an Pendlern.

- in Wien arbeiten, sich (besser) in Krankenhäusern behandeln lassen, einen gratis Parkplatz mitten in der Stadt verlangen, ...

Wiener Spittäler werden stark vön NÖ frequentiert, weil sie meist besser sind.
Das ist ja auch in Ordnung, nur bekommt Wien die Kosten nicht ausgeglichen.


10 1

Re: bitteschön

Wissen Sie überhaupt, WAS Sie da reden?!? Sind wir schon so weit, dass ich mich als NÖer schämen muss? Wir sind alles Österreicher und wir werden alle gemeinsam von den selben Politikern verar...!

Ich würde ja für ein Parkpickerl zahlen, das parken muss nicht gratis sein. Ich wäre auch dafür, dass Wiener gratis parken dürfen und halt Pendler zahlen. Dann würde aber weniger Geld fließen und das will die Regierung natürlich nicht!

Sie wollen also einem vielleicht fast schon toten Krebspatienten die bessere medizinische Versorgung verweigern? Und das, obwohl er schon Jahrzehnte in das System der Krankenkasse einzahlt?
Was sind denn Sie für einer?!?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: UKW
10.10.2012 16:12
0 1

"xmibi" kann nicht lesen


"Wiener Spittäler werden stark vön NÖ frequentiert, weil sie meist besser sind.
Das ist ja auch IN ORDNUNG, nur bekommt Wien die Kosten nicht ausgeglichen.!

2 0

Re: "xmibi" kann nicht lesen

Ich bin bei der WGKK versichert, reicht das nicht?!?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: fkb
10.10.2012 15:20
1 3

Wenn NÖ so toll ist,

dann bleiben sie im Bundesland und lassen Sie das arme Wien in Ruhe.

1 1

Re: Wenn NÖ so toll ist,

Ja, is klar!

Warum

Warum nimmt man sich nicht ein Beispiel an Großstädten (Washington, New York, Paris, London, Berlin...), wo die U-Bahn bis 25 km weit in das Einzugsgebiet der Pendler reicht. Das wäre von Wien bis ca. Großraum Tulln bzw. Baden, oder Eichgraben, bzw. Großraum Fischamend in die O-W Richtung. Entlang der Routen einige - übrigens weitaus billigere und großräumige Parkplätze bauen und man könnte sich in einigen Wiener Bezirken das Parkpickerl sonstwo hin picken. Aber dazu sind Häupl, Vassilakou und Pröll ja nicht imstande. Dafür belastet man in Wien die Bevölkerung mit Pickerlkosten und quält sie mit einer teuren Parkraumbewirtschaftung und in NÖ hat man noch immer Angst, dass durch den Ausbau effizienter Verkehrsmittel Kaufkraft aus den Wien - Umgebung Bezirken nach Wien abfließen könnte. Da baut man lieber großartige verkehrstechnisch völlig ineffiziente Umfahrungen (Klosterneuburg, Auskunft Knoflacher), sodass der Autofahrer erst recht in Wien zur Kasse gebeten werden kann.

 
12 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13