Wien/Red. Fünf Tage nach Einführung des Parkpickerls im 15. und in Teilen des 12., 14., 16. und 17. Bezirks hat Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) eine erste Bilanz gezogen. Die Ausweitung der Gebührenzone habe den Bewohnern weniger Lärm und Durchzugsverkehr gebracht, die Auswirkungen seien „sensationell“.
Problematisch sei aber die Verdrängung der Parkplatznot vor allem in Richtung Währing. Deshalb appelliert sie an Bezirksvorsteher Karl Homole (ÖVP), eine „Kurskorrektur“ vorzunehmen und die Pickerleinführung zu beschließen. Homole hatte die Bezirksbewohner abstimmen lassen, ob sie künftig fürs Parken zahlen wollen. Die Mehrheit votierte mit Nein.
„Wir haben gewarnt“, zeigt sich Vassilakou wenig überrascht von der „drastischen Situation“. Eine Parkraumbewirtschaftung sei nur in großen zusammenhängenden Gebieten sinnvoll. Sie habe Verständnis für aufgebrachte Anrainer, diese sollten sich an die politisch Verantwortlichen – also an Homole – wenden. Provokante Statements liefert indessen der Grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo – so twittert er etwa: „zielgruppe von övp & fpö sind radikale autofundis, unsere zielgruppe sind menschen, die gut zu kindern sind. welche wächst in zukunft mehr?“
Insgesamt gibt es in den fünf neuen Bezirken bis jetzt knapp 39.000 Neo-Pickerlbesitzer. Gestraft wird seit Donnerstag. 1624 Organmandate wurden am ersten Tag ausgestellt. Am Freitag (bis 13.30 Uhr) waren es 563.
Von der Ausweitung der Gebührenzonen sind einer Studie des Landes Niederösterreich zufolge 16.000 niederösterreichische Pendler betroffen. Daher werde es Gespräche zwischen Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP) und Vassilakou über mögliche Konzepte geben, berichten die „Nön“. Eine Überlegung sei, dass sich Niederösterreich finanziell an Wiener Park-and-ride-Anlagen beteiligt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)
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