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Danke für die Ungeduld!

08.10.2012 | 18:06 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Querelen um das Parkpickerl hätte man sich sparen können – mit etwas Geduld.

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Entweder man überlegt sich in aller Ruhe ein schlüssiges Gesamtkonzept, um ein Problem zu lösen. Oder man schnitzt an jeder Ecke ein bisschen herum, lässt die Bürokratie ein paar neue Regeln beschließen, die mit großem Aufwand umgesetzt werden, und testet dabei aus, wie sehr man die Nerven der Bevölkerung strapazieren kann – bis man sich schließlich darauf zurückzieht, dass es ein neues Gesamtkonzept braucht.

In Wien ärgern sich derzeit zahllose Bewohner und Pendler mit den neuen Parkzonen herum, die im Stil eines Fleckerlteppichs die Stadt überziehen. Die Stadt argumentiert die neuen Zonen damit, dass auf ein aktuelles Problem reagiert werden musste. Gut und schön, aber im Frühjahr gibt es eine Volksbefragung, bei der über völlig neue Modelle der Parkraumbewirtschaftung abgestimmt werden soll. Modelle, die alle bisherigen Fleckerlteppichlösungen ablösen sollen. Und die hoffentlich auch mit den Umlandgemeinden sinnvoll abgestimmt sind.

Auf diese Idee hätte die rot-grüne Stadtregierung eigentlich schon früher kommen können. Indem man sich in aller Ruhe ein schlüssiges Gesamtkonzept überlegt. Doch im Fall der Wiener Parkraumbewirtschaftung hat man sich für die Variante entschieden, die Nervenstärke der Bevölkerung einmal auszutesten. Danke für die Ungeduld!

 

erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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18 Kommentare
Gast: Wasserlaeufer
09.10.2012 17:43
0 0

Mit den elektro Autos ist es am Besten

mit dem Parken.

Die gibts naemlich "noch" nicht!


Antworten Gast: Wasserlaeufer
09.10.2012 21:41
0 0

Re: Mit den elektro Autos ist es am Besten

Na hoffentlich machens die neuen Parkplaetz
e-Car tauglich mit Ladekabel.

Gast: Ha Tsetung
09.10.2012 15:09
0 0

Wie sieht das aus, das "Gesamtkonzept", dass jeder "Experte" fordert?

Ich wär ja für das da: http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/studien/pdf/b008217c.pdf + ein bisschen Ausbau des öffentlichenb Verkehrs. Die Bezirkskaiser müsstens nur erlauben.

Warten auf Gesamtkonzept = Warten auf St. Nimmerleinstag

Wege entstehen indem man sie geht

Auf ein Gesamtkonzept zu warten und erst zu handeln, wenn es vorliegt und beschlossen ist, hieße die Sache auf die ewige Diskoussionsbank zu schieben.

Indem man einen Schritt in die richtige Richtung macht, kommt man weiter.

Das "Endziel" oder "Gesamtkonzept" ist sowieso nur Fiktion; immerhin ändern sich auch die Rahmenbedingungen ständig (Mobilität, Arbeitsweise, Bevölkerungszahl,......).

Gast: gäst
09.10.2012 03:12
2 1

"Fleckerlteppichlösungen"

Man kann der Erweiterung ja viel vorwerfen, aber "Fleckerlteppich" erschließt sich mir nicht. Abgesehen von Bahnhof Hütteldorf ist das doch eine zusammenhängende Zone von der Donau bis nach Breitensee. Was gibt es da nicht zu verstehen? Und auf NÖ zu hoffen, die irgendwann mal irgendwelche Maßnahmen über Park and Ride hinaus umsetzen geht nicht, dafür ist das Problem tatsächlich zu akut.

es ist die übliche rote

salamitaktik.
ein scheibchen und warten, ein scheibchen und warten.
auf das kurzzeitgedächtnis des wahlvolkes ist immer verlass. und dann kommt die - dezent gesteuerte - volksbefragung.
dass der öffentliche raum als verkehrsfläche knapp ist und wird, war schon vor 20 jahren klar.
und das diese benützung - ob fahrend oder stehend - was kosten muss, ebenso.
die einpendlerzahlen waren genauso bekannt, als auch die möglichkeiten einer steuerung.
passiert ist wenig.
das "aufhussen" der bezirke gegeneinander sollte zu folgender überlegung führen.
braucht wien soviele kleine einheiten mit unterschiedlichen grössen (m2 und bevölkerung) ?
verwaltungsreform:
bezirke 1-9 = ein bezirk, westbezirke könnten ebenfalls reduziert werden.
und ein haufen unnötiger bezirksvorsteher samt stellvertretern und bezirksräten weniger würden die demokratie keineswegs gefährden.
ausser das budget der parteien.

Scheibchenweise = Politik der kleinen Schritte

Das ist eine sehr erfolgreiche und gut erprobte Methode der politischen Arbeit.

Antworten Gast: gäst
09.10.2012 03:14
0 0

Re: es ist die übliche rote

Dann müssten aber auch die Bezirke als Einheiten aufgewertet werden. Heute kümmern die sich ja im Regelfall wirklich nur um Kleinstkram. Für diesen ist aber Detailkenntnis notwendig. Glaube nicht, dass der Bezirksvorsteher vom 2. die Nevillebrücke im 6. kennt.

4 1

Rossauer Lände vor 10 Jahren

Etwa vor 10 Jahren beschloss der Alsergrunder Bezirksvorsteher ohne wirklichen Grund, die äußerst linke Spur der Nordeinfahrt Rossauer Lände zu Parkplätzen zu machen. Bürgerinitiativen, Autofahrerclubs, Experten und jeder, der die Stadteinfahrt in der Früh nutzte, warnten wochen- und monatelang eindringlich davor. Wurscht!
Nachdem in der Rossauer Lände zwei Vormittage alles still stand, wurde die Spur wieder sang- und klanglos für den Verkehr freigegeben.
Merke: Betonköpfe der Gemeinde Wien (egal, welche Farbe) lassen sich nichts sagen. Rot-Grün erst recht nicht.

Re: Rossauer Lände vor 10 Jahren

in der nacht gibt es jetzt dort parkplätze noch immer.

aber nach der pilgramgasse auf der linken wienzeile gab es das auch mal.

war auch eine superschlaue idee...

Gast: fu hu
08.10.2012 20:00
2 2

offenbar macht es denen mehr spaß

die leute gegeneinander zu hetzen.

Gast: Wasserlaeufer
08.10.2012 18:32
2 5

Was heisst hier "rumaergern".

Nichts ist kostenlos ueberall heisst es bezahlen.

Da koennte man ja genauso sagen
ich musste mich "rumaergern" weil
ich einen Liter Milch bezahlen musste.


Antworten Gast: Martin_S
08.10.2012 20:14
3 2

Re: Was heisst hier "rumaergern".

Der Unterschied ist:
Die Milch kostet SOVIEL, SOVIEL bezahle ich UND kriege die Milch.
Das Parkpickerl kostet SOVIEL SOVIEL bezahle ich - ABER einen Parkplatz krieg ich dadurch noch lange nicht...

Antworten Antworten Gast: ger
14.10.2012 02:22
0 0

Re: Re: Was heisst hier "rumaergern".

Wieso erwarten Sie einen Prkplatz zu "kriegen" ? Ihr privates Vehikel steht auf öffentlichem Grund.

Ein Parkplatz in einer Garage ist fix.

Den kannst Du teuer bezahlen und er ist für Dich reserviert. Beim Parkpickerl kaufst Du das RECHT in einem bestimmten Bereich zu parken.

Ähnliches siehe Öffiticket, Kirchensteuer, usw. usf.

Re: Was heisst hier "rumaergern".

Der Sager waere gerecthfertigt, wenn die KFZ-Benutzung nicht ohnehin schon ueber nutzungsunabhaengige("NOVA" und "motorbezogene Versicherungssteuer") und nutzungsabhaengige (Mineraloelsteuer und USt auf Mineraloelsteuer) kostenpflichtig waere.

Oder was halten Sie von der (ebenso unsinnigen) Idee auch fuer die Nutzung von Geh- und Radwegen "Gebuehren" zu verlangen oder die Nutzung von Massenbefoerderungsmitteln, staedtischen Schwimmbaedern und anderen Freizeitanlagen (Donauinsel, Sportplaetze etc.) kostendeckend zu gestalten?

Anders gefragt: Wieso muss jemand, der NICHT in U-Bahnnaehe wohnt (im Prinzip die Mehrheit der Wiener Bevoelkerung und Arbeitsstaetten) ueber den Umweg der (ueber die Gehaltsnebenkosten einkassierten U-Bahn-steuer) dafuer bezahlen?

Und den oft zitierten 41% "Nicht-Auto-Haushalte" in Wien stehen ja zweifellos 59% "Auto-Haushalte" gegenueber.

Parkgebuehren moegen gerechtfertigt sein oder auch nicht, aber das Argument "ueberall heisst es bezahlen" ist es in dem Zusammenhang ganz sicher nicht.

Antworten Antworten Gast: gäst
09.10.2012 03:21
1 1

Re: Re: Was heisst hier "rumaergern".

Aus einem einfachen Grund: Der ÖV ist problemlos weiter ausbaufähig, der Autoverkehr nicht. Wieso kommt eine Mehrheit der Wiener Bevölkerung dazu, dass Hobby einer Minderheit zu unterstützen? Autofahren ist nicht nur nicht kostendeckend, es ist auch eine Plage für alle, die nicht vom Grünen aus täglich in die Arbeit pilgern. Auf Geh und Radwegen bewegen die Menschen abgesehen von sich selbst auch nicht noch eine Tonne Stahl, Plastik, Gummi und Textil mit sich herum.
Es geht hier nicht nur um Zahlen (wobei das Kfz als Massenverkehrsmittel hier katastrophal abschneidet) sondern zuvorderst um die Nutzung des öffentlichen Raums. Und hier sind halt immer weniger Menschen in Wien bereit, sich mit Minigesteigen und der Dominanz des Kfz auf den Fahrbahnen (Einbahnen abschaffen! Autoverbot in solchen Straßen!) und den Schikanen für alle anderen Verkehrsteilnehmer (z.B. Ampelschaltungen. Hat irgendwer in einer Blechkiste mal nachgedacht was die Planung und Ausführung einer grünen Welle für eine Gegend heißt? Wieso soll man sich das gefallen lassen?) abzufinden.

Re: Re: Re: Was heisst hier "rumaergern".

Ganz genau. Ich bin nicht mehr bereit, mich in der Früh zu waschen, um mir dann am Weg in die Arbeit ständig Dreck ins Gesicht blasen zu lassen. Ich bin nicht mehr bereit, den Gestank zu akzeptieren und Feinstaub einzuatmen. Autofahren, wenn es nicht unbedingt sein muss, ist eine durch und durch egoistische Handlung!!