Feldkirch/Wien/Duö. Von oben betrachtet dürfte der morgendliche Pendlerverkehr ein abenteuerliches Bild abgeben: Liechtenstein in der Mitte als Arbeitsort, von links kommen die Pendler aus dem Schweizer Kanton St. Gallen, von rechts die Vorarlberger aus dem Raum Feldkirch. Und fast alle fahren mit dem Auto.
Im Kampf gegen Stau und CO2 haben jeweils ein Vertreter aus Vorarlberg, St.Gallen und Liechtenstein nun das Pilotprojekt „Alpstar“ vorgestellt: Bis 2014 sollen die öffentlichen Verbindungen zwischen den drei Ländern für Pendler attraktiver gestaltet werden. Dabei gebe es einiges zu tun, so Martin Reis vom Energieinstitut Vorarlberg und mit dem Projekt betraut: Die Busse stecken oft im Stau und der Fahrplan ist nicht an die Arbeitszeiten angepasst; seit viele Firmen keinen Werksverkehr mehr anbieten, gelte es nun, auch auf diese Lücke zu reagieren. Ab nächstem Jahr soll die S-Bahn-Linie St. Gallen–Bregenz eingerichtet werden. Das langfristige Ziel ist aber, eine direkte S-Bahn-Verbindung von Feldkirch nach Buchs (CH) durch Liechtenstein einzurichten. Auch die Radwege sollen ausgebaut werden.
Die Verkehrsbelastung in diesem Dreiländereck ist sehr hoch: Rund 15.000 Vorarlberger arbeiten in der Schweiz und in Liechtenstein. Hinzu kommen Pendler aus Deutschland, die in Vorarlberg – oder eben auch in der Schweiz arbeiten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2012)
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