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Media Quarter Marx geprüft: "Keine Verstöße"

17.10.2012 | 22:15 |   (DiePresse.com)

Nun steht auch offiziell fest: Die Frau des umstrittenen kasachischen Ex-Botschafters Rakhat Aliyev ist Teilhaberin.

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Bei der Gründung der Wiener "Media Quarter Marx"-Gesellschaft (MQM) wurde gegen keine gesetzlichen Regeln verstoßen und die Sorgfaltspflicht eingehalten. Dies geht aus dem - der APA nun vorliegenden - Bericht der Wirtschaftsprüfungskanzlei Consultatio hervor, die das Unternehmen in den vergangenen Wochen unter die Lupe genommen hat. Interessant sind die Eigentumsverhältnisse aber sehr wohl: Denn klar ist nun auch, dass die Frau des umstrittenen kasachischen Ex-Botschafter Rakhat Aliyev in St. Marx investiert ist.

Das aus mehreren Gebäuden bestehende Media Quarter am Areal des einstigen Wiener Schlachthofs im Bezirk Erdberg wird von den Verantwortlichen als Erfolg gefeiert. Tatsächlich sind bereits eine Reihe namhafter Medienunternehmen dorthin übersiedelt. Spekulationen gab es jedoch zuletzt über die Besitzverhältnisse in der Gesellschaft. Diese ist als sogenanntes Public-Private-Partnership-Modell ausgeführt. 40 Prozent hält das ZIT, die Technologieagentur der Stadt, den Rest die VBM Beteiligungsmanagement GmbH.

Bei dieser lag sozusagen auch das Problem. Denn es wurde bereits früh gemunkelt, dass hinter den im Firmenbuch eingetragenen Personen andere Financiers stehen. Dem ist tatsächlich so, wie nun offiziell bestätigt wurde. Investor ist die A. V. Maximus Holding AG (AVM). Die "wirtschaftlich Berechtigte" dieses Unternehmens ist die Frau Aliyevs. Er selbst ist dort seit mehr als fünf Jahren nicht mehr tätig. Das geht aus einer Mitteilung des Anwalts der AVM an das ZIT hervor, die Anfang Oktober bei der Stadt eingelangt ist.

"Keinen Einfluss auf das Projekt"

Wobei in dem - der APA ebenfalls vorliegenden - Schreiben betont wird: "Im Zeitpunkt der Investition im Mai 2007 war das Projekt bereits abschließend fixiert, weshalb die A. V. Maximus Holding AG zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf das Projekt selbst ausüben konnte und daher auch nicht ausgeübt hat." Investiert wurden bisher übrigens an die 7 Mio. Euro, wie aus dem Brief hervorgeht.

In dem Schreiben wird dann auch auf die politische Vergangenheit des Ex-Diplomaten eingegangen: "Die in den Medienberichten genannten Vorwürfe der Geldwäsche entbehren jeglicher Grundlage und beruhen auf unbelegten Anschuldigungen durch das kasachische Regime gegen Dr. Rakhat Aliyev und sämtliche Personen aus seinem Umfeld." Hier setzt auch der Consultatio-Bericht an. In diesem wird festgehalten, dass gegen Aliyev trotz eines laufenden Strafverfahrens derzeit kein Haftbefehl vorliegt bzw. auch keine Kontensperre existiert.

Den Vorwürfen der Geldwäsche wurde von der Consultatio ebenfalls nachgegangen - und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Denn die im Handelsregister eingetragenen Gesellschafter-Unternehmen der AVM sitzen unter anderem in Malta (sowie in der fernen Karibik, in St. Kitts and Nevis). Zumindest in Malta waren die Prüfer persönlich. Hinweise auf unlautere Machenschaften wurden demnach aber nicht entdeckt. Die Eigenkapitalzufuhr der VBM an die MQM erfolgte übrigens von einem inländischen Konto bei der Raiffeisenbank Korneuburg.

Zusammenfassend führte die Consultatio aus, dass vonseiten des ZIT "keine Verstöße gegen gesetzliche Regelungen oder die Regelungen des Gesellschaftervertrages" festgestellt werden konnten.

(APA)

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6 Kommentare

Alijew agiert im Hintergrund

Es ist doch offensichtlich, dass das Geld letzten Endes in die Taschen von Alijew abwandert. Die längste Zeit war doch er Teilhaber, dann als es eng wurde, haben Freunde und Verwandte, so auch seine Frau, offizielle Positionen eingenommen. Die Fäden zieht aber Rachat Alijew im Hintergrund. Kann alles auf tagdyr. net nachgelesen werden. Die Sammeln alle Daten und Fakten über diesen Kerl. Und da ist einiges zusammengekommen.

Malta, Karibik, Wiener Rothaus ...

brauchts noch mehr?

Kaum zu glauben

dass sich die Stadt Wien nicht vorher informiert mit wem sie sich ins Bett legt - man tut nur ahnungslos.

Gast: Pips
18.10.2012 09:25
6 0

Typisch

österreichisch. Eine berüchtigte (Rote) Kanzlei stellt einen Persilschein für eine vorerst anonyme Investorin ( anonym weil kriminell) aus, die mit gestohlenem Geld sich als "Finanzier" bei der roten Garde feiern lässt. Der Balkan läßt Grüssen.

Consultatio

war das nicht einamal die Steuerberatungsfirma vom Androsch.

Gast: ich bin der meinung
17.10.2012 22:37
7 0

Na, wenn die Consultatio

hier den Persilschein ausstellt, dann ist das ja sicher so was wie wenn der Papst die Absolution erteilen würde.

Oder hätte ich den Lenin als Vergleich heranziehen sollen. Wenn die Consultatio im Auftrag von der Stadt Wien prüft dann ist es sicher in irgend einem Sinne.