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Kulturfestival: Nahost-Konflikt erreicht Wien

18.10.2012 | 18:22 |  SARAH AL-HASHIMI (Die Presse)

Fünf arabische Musiker sagen ihre Auftritte beim Kulturfestival Salam.Orient in Wien ab - wegen Sponsoring durch die israelische Botschaft. Eine palästinensische Gruppierung ruft zum Boykott gegen Veranstaltungen auf.

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Wien. Der Konflikt zwischen Palästina und Israel schwappt nun (in abgeschwächter Form) auf Wien über. Das Logo der israelischen Botschaft auf der Homepage des Kulturfestivals Salam.Orient erzürnt arabische Musiker. Seit 2001 lädt die Kulturveranstaltung Musiker, Tänzer und Poeten aus dem orientalischen Raum ein, um den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern. Doch zum ersten Mal muss sich der Veranstalter Norbert Ehrlich mit Absagen herumschlagen.

Ehrlich lud eine Musikgruppe aus Israel ein, die von der israelischen Botschaft Wien gesponsert wird. Daher befindet sich das Logo der Botschaft auf der Homepage der Veranstaltung. Seitdem kursiert in der arabischen Internetwelt das Gerücht: Israel finanziert Salam.Orient. Prompt sagten fünf arabische Musiker ihre Auftritte ab. Mitschuld trägt die palästinensische Gruppierung „Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel“ (PACBI). Sie ruft zum Boykott gegen Veranstaltungen auf, die mit dem Staat Israel in Verbindung stehen. So auch gegen Salam.Orient, das von 16. Oktober bis 10. November in Wien stattfindet.

Der palästinensische Rapper MC Boikutt war der erste Künstler, der seinen Auftritt, der für den 2. November im Wiener „Ost Klub“ geplant war, strich und zum weiteren Boykott aufrief. So sagten die libanesische Rapperin Malikah, der palästinensische DJ Sotusura und die syrische Sängerin Lena Chamamyan ebenfalls ihre Auftritte bei Salam.Orient ab. „Ich habe kein Problem mit dem Judaismus, sondern mit der unmenschlichen Politik Israels“, lautet die offizielle Stellungnahme Chamamyans. Die Gruppierung PACBI bedankte sich bei Chamamyan für ihre Haltung und meinte, sie sei ein Vorbild für alle arabischen Künstler. „Dass es eine Gruppe gibt, die jede Veranstaltung boykottiert, die mit dem israelischen Staat in Zusammenhang steht, weiß ich erst seit den Absagen“, sagt Ehrlich über die seit 2004 bestehende PACBI. Enttäuscht nimmt er die Widerrufe zur Kenntnis, könne die große Politik mit seinem Kulturfestival aber nicht ändern.

„Es ist traurig, was hier passiert“, meint die israelische Botschaftsgesandte Galit Ronen zu den jüngsten Entwicklungen in Wien. Sie sei aber froh über die Entscheidung Ehrlichs, die israelische Musikgruppe nicht auszuladen. Außerdem sei die Botschaft daran interessiert, die Beziehung zu Palästina zu verbessern. „Immer wieder planen wir Veranstaltungen“, so Ronen, „aber die Palästinenser wollen unseren Einladungen nicht nachkommen. Sie werfen uns vor, lediglich an Publicity interessiert zu sein.“

 

Über Facebook bloßgestellt

Die fünfte Absage kam vom palästinensischen Musiker Marwan Abado, der seit 1985 in Österreich lebt: „Zwei Mal wurde ich bei der Einreise nach Israel verhaftet. Angeblich aus Sicherheitsgründen, obwohl ich österreichischer Staatsbürger bin.“ Doch dieser persönliche Konflikt mit Israel ist nicht der einzige Grund für seinen Rückzieher: „Ein libanesischer Journalist stellte mich in einem offenen Brief auf Facebook bloß, indem er mich gefragt hat, worauf ich warte und wieso ich Salam.Orient nicht absage.“ Abado musste dem Druck nachgeben und ist äußerst verärgert über die Geschehnisse.

Über Facebook schreibt er, dass er mit dem Boykott und der Art, wie mit ihm umgesprungen werde, ein Problem habe. „Einige Araber sind exzellente Rhetoriker. Ein vernünftiges Gespräch mit ihnen ist unmöglich. Sie handeln wie Autisten, die nur eine Sache im Kopf haben. Da muss man genau aufpassen, was man tut und sagt.“ Ronen sieht nur einen Weg, den Konflikt zu beenden: „Wenn wir endlich Frieden wollen, müssen sich die Palästinenser früher oder später mit uns auseinandersetzen.“ KONZERTKRITIK s. 29

Auf einen Blick

Salam.Orient. Das Kulturfestival, das seit 2001 Musiker, Tänzer und Poeten aus dem orientalischen Raum nach Wien lädt, verzeichnet dieses Jahr erstmals zahlreiche Absagen. Musiker aus Palästina, dem Libanon und Syrien ziehen ihre Auftritte zurück und rufen zum Boykott auf. Schuld ist das Logo der israelischen Botschaft, das auf der Salam.Orient-Homepage aufscheint.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.10.2012)

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51 Kommentare
 
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Erst jetzt?!!

"Der Konflikt zwischen Palästina und Israel schwappt nun (in abgeschwächter Form) auf Wien über. "

Nun? Was ist "nun"?

"Heinz Nittel war ein österreichischer Politiker. Der Präsident der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft und Mitbegründer des Jewish Welcome Service Vienna fiel einem terroristischen Mordanschlag zum Opfer."

1981...


Ziemlich weich drauf die Herrn Künstler.

Kunst ist immer auch ein Mittel zur Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen. Gerade wenn man als Künstler zu einem Festival eingeladen wird, dass in erster Linie zum Dialog dient, sag ich doch nicht beinhart ab, weil da jetzt vielleicht Leute involviert sind, die auf der Beliebtheitsskala nicht ganz oben stehen. Gerade als Künstler sollte man über solchen Dingen stehen und jede Möglichkeit zur Verständigung und zum Gespräch wahrnehmen.
Es bringt nichts, sich nur gegenseitig zu boykottieren.
Gerade in so einem brisanten Konflikt wie dem im Nah-Ost.

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Araber-Dialog und Multikulti-Versteher

Diese Episode ist wichtiger als das ganze Kulturfestival, denn
1) sie zeigt eindrucksvoll was Araber unter Dialog verstehen.
2) wird vielleicht die Multikulti-Versteher ein wenig aus ihren naiven Träumen aufwecken.

Antworten Gast: Kleisthenes3000
19.10.2012 14:06
1 0

Re: Araber-Dialog und Multikulti-Versteher

Sie meinen, ALLE Araber sind genauso dialogunfähig, wie ALLE Österreicher Nazis sind?

Gast: phj
19.10.2012 12:51
1 1

Typisches Beispiel

Kunst wird politisiert.
Hätten die 5 Künstler Mumm, hätten sie nicht abgesagt.

Das Problem, das die österreichischen links-grünen Gutmenschen noch nicht ganz gelöst haben ist,..

..wie man den arabisch-asraelischen Konlikt doch noch irgendwie den Österreichern in die Schuhe schieben könnte. Man arbeitet aber daran. Hilfreich wäre natürlich irgendein Moschitz Akitvist, der bei so einer Veranstaltung irgendwelche deutschen Parolen brüllt. Daraufhin könnte man dann mit dem üblichen links-grünen Österreich-Bashing beginnen.

Antworten Gast: Kleisthenes3000
19.10.2012 14:04
0 0

Re: Das Problem, das die österreichischen links-grünen Gutmenschen noch nicht ganz gelöst haben ist,..

Ja, sehr schön! Und wie geht's sonst so?

Dass es auch anders geht

sieht man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/West-Eastern_Divan_Orchestra. In diesem Orchester spielen junge Leute aus arabischen Ländern UND Israel. Dieses Orchester ist ein Friedensprojekt besonderer Güte und Daniel Barenboim hätte dafür den Friedens-Nobelpreis verdient. Doch nein, die EU-Bonzen stecken ihn nein. Warum geht es also in der sog. "klassischen" Musik und nicht in der "Pop-Musik".....?

Gast: Mouseklick
19.10.2012 10:40
4 0

Klare Ansage

Unsere arabisch/muslemischen Freunde kapieren einfach nicht, dass es abseits der Politik auch Möglichkeiten der Verständigung gibt. Dazu gehören Sport und Kultur..wo sich eben unterschiedliche Kulturen auf einer ganz anderen Ebene treffen und austauschen können und so zu einem friedlichen Zusammen arbeiten können.
Ob es jetzt Olympiaden oder anderen internationale Sportfesivals sind...es ist doch geradezu verblödet und zeigt von wenig Intellekt wenn sich bspl. iranische Schwimmer weigern, gegen israelische Sportler anzutreten.
Und so geht das dann auch hier weiter.
Jedenfalls hinterlassen solche Absagen einen mehr als schalen Nachgeschmack.....

Gast: Dreibogengleichdick
19.10.2012 08:50
6 0

Es keimt Hoffnung!

Ob dies auch bei anderen Dingenund Einrichtungen funktioniert?!
AMS, Sozialamt, etc

7 0

Re: Es keimt Hoffnung!

Ja, man bräuchte nur sagen, dass auch Juden Steuern zahlen und daher ein Teil des Geldes von denen kommt. Dann ergreifen sie die Flucht nach Anatolien oder wohin auch immer. Vielleicht ein Schild "Hier bekommen Sie auch Geld von Juden". Dafür sollte einmal Inseratgeld in die Hand genommen werden.

10 0

Am Festival für den Dialog der Kulturen

sind solche Typen ja sowieso falsch. Gut dass sie abgesagt haben, weil am Dialog sind sie ja nicht interessiert. Toll find ich, dass ich ohne der Pressemeldung nix von der Veranstaltung gewußt hätte.

jaja

da tun sich die Gutmenschen schwer wenn 2 Lieblinge von ihnen sich bis auf den Tod hassen

Re: jaja

stimmt - da haben es die stänkerer leichter, die sowieso alles und jeden hassen

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Vom Frieden reden und ihn tatsächlich leben...

Witzig an dieser Geschichte ist, dass einige der arabisch-stämmigen Gäste offensichtlich der Meinung sind, dass der Orient einzig und allein den Arabern vorbehalten ist. Panarabismus lässt Grüssen. Die Israelis haben genauso gut wie die Palästinenser das Recht an musikalischen/ künstlerischen Projekten teilzuhaben. Wo bitte schön bleibt da die künstlerische Freiheit... die machen damit erpressende Politik !!!

Gast: Bedauernd
18.10.2012 22:21
3 7

Schade!

Auf die Art bleibt dieser Teil der arabisch-orientalische Musik im Westen von einem größeren Publikum ungehört. Ich weiß nicht, ob das für die künstlerische Entwicklung immer günstig ist, im eigenen kulturellen Saft zu kochen.

Gast: gast11
18.10.2012 22:10
6 16

warum existiert dieser nahost konflikt überhaupt?

weil man mit israel einen pfahl in die arabische welt geschlagen hat, um diese dauerhaft zu destabilisieren.

Antworten Gast: Pfahl aus Stahl
19.10.2012 10:36
2 0

Re: warum existiert dieser nahost konflikt überhaupt?

nana, wie ich lese wohnten eigentlich während der ca 500 jährigen herrschaft der osmanen über diesen landstrich (Israel/palätina) JUDEn dort.
jetzt auch ca 50 % Vaus den orientalischen Ländern vertriebene sogen. "orientalische Juden".
Stimmt Araber sind, v.a im 19.Jh auch zalhreich zugewandert.
Soviel zum "pfahl"

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Re: warum existiert dieser nahost konflikt überhaupt?

Damit haben Sie wohl recht. Aber das sollen sie bitte gefälligst daheim austragen und nicht in Wien.

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Re: warum existiert dieser nahost konflikt überhaupt?

Die Welt ist keine "arabische" und nicht einmal der Nahe Osten ist es. Der war vielleicht einmal pharaonisch-ägyptisch, assyrisch, römisch, osmanisch, britisch... Und immer haben die einzelnen Gruppen einander vorgeworfen, schuld am Unfrieden zu sein!

Ui, gemein aber auch!

Die armen Diktaturen ringsherum haben unter der Demokratie Israel zu leiden...

Antworten Gast: PÖHSE
18.10.2012 23:25
4 6

Israel ist das einzig Stabile in dieser Region!

Mitsamt seiner zu 25% arabischen Bevölkerung.

Ich glaube die radikalisl. Hasspropaganda nicht !

Gast: AgentOrange
18.10.2012 22:09
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Wie soll man mit solchen Menschen Frieden schliessen ?

Die Araber führen an allen Fronten einen Kulturkrieg gegen den "bösen" Westen.

Wir sollten keine Toleranz mehr zeigen!
Stattdessen zahlt die EU hunderte Millionen (!!!) an korrupte Araber in Israel.

Re: Wie soll man mit solchen Menschen Frieden schliessen ?

Wie süß! Ich habe einen Fan!

Gast: blink
18.10.2012 21:45
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bin untröstlich


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Nein danke

Ich habe wirklich große Sympathien auch für Araber. Aber wenn die hier mit Antijüdischem Blödsinn anfangen wollen, dann sollen sie bitte lieber daheim bleiben.

Ich bin nicht einverstanden damit, wie sich die Israelis zeitweise aufführen. Aber ihre internen Streitereien mögen die Araber bitte im Orient ausfechten und nicht in Wien.

Das sollte nicht einmal ignoriert werden. So eine Frechheit, sich in einem fremden Land so aufzuführen.

 
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