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Wien: Fußgängerbeauftragte tritt im November Dienst an

22.10.2012 | 18:28 |  von MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Die grüne Aktivistin Petra Jens soll neue Fußgängerbeauftragte in Wien werden und Mitte November ihren Dienst antreten. Wie Verkehrsexperte Gerd Sammer erklärt, wartet in diesem Bereich viel Arbeit.

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Wien. Die neueste Postenbesetzung von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou war ein Gesprächsthema am Rande der grünen Landesversammlung, die am Sonntag über die Bühne ging. Konkret geht es um den Posten eines Beauftragten, der die Situation für Fußgänger in Wien verbessern soll. Wie „Die Presse“ aus grünen Kreisen auf der Landesversammlung erfahren hat, ist die Entscheidung gefallen: Die grüne Aktivistin Petra Jens soll diesen Job übernehmen und Mitte November ihren Dienst antreten.

Jens ist für die Wiener keine Unbekannte, obwohl sie sich „nur“ in der Bezirksgruppe Brigittenau engagiert. Für wienweites Aufsehen sorgte sie 2006, als sie ihre Kampagne „Eltern gegen Hundekot“ startete. Rund 150.000 Unterschriften sammelten Jens und ihre Mitstreiter damals – mit Erfolg. Es kam zu einem persönlichen Treffen mit Bürgermeister Michael Häupl und Umweltstadträtin Ulli Sima. In der Folge wurde die groß angelegte Kampagne „Nimm ein Sackerl für dein Gackerl“ entwickelt. Auch wurde in der Folge eine „Aktion scharf“ gegen rücksichtslose Hundebesitzer gestartet, die ihre Vierbeiner ohne Leine und Beißkorb herumlaufen lassen – was in nicht wenigen Teilen der Stadt noch heute ein Problem ist.

Jens will ihre Bestellung nicht kommentieren: „In dieser Phase kann ich offiziell nichts sagen“, meint sie zur „Presse“. Dafür erklärt Gerd Sammer, Leiter des Institutes für Verkehrswesen, auf der Universität für Bodenkultur, welche Aufgaben auf eine neue Fußgängerbeauftragte warten.

•Bewusstsein schaffen. „Die Fußgänger sind die Letzten, die bei der Verkehrsplanung berücksichtigt werden“, meint Sammer. Denn sie hätten keine Lobby, obwohl sie die verletzlichsten Verkehrsteilnehmer sind, so Sammer. Deshalb sei es die Aufgabe, Bewusstsein für die Bedürfnisse der Fußgänger zu schaffen: „Ein Viertel der Wege in Wien wird zu Fuß zurückgelegt.“ Trotzdem werde auf die Bedürfnisse der Fußgänger nicht eingegangen – das betreffe auch Menschen mit Behinderungen, die zu Fuß unterwegs sind. Als Beispiel nennt Sammer Ampelschaltungen mit zu kurzer Grünphase und verkehrsreiche Straßen, die für Fußgänger nur mit einem enormen Umweg zu queren sind. Sammer: „Die meisten vergessen: Jeder Autofahrer und jeder Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel ist auch Fußgänger – mindestens auf dem Weg von zu Hause zum Auto oder der U-Bahn-Station.“

•Das unbekannte Wesen. Über Autofahrer, Radfahrer und die Benützer öffentlicher Verkehrsmittel gebe es zahlreiche Daten, um deren Bedürfnisse zu erkunden. Nicht aber bei Fußgängern, so Sammer. Beispielsweise hätten Forschungen ergeben, dass Radfahren pro Kilometer 80 Cent Nutzen bringt – durch verringerte Gesundheitskosten wegen der sportlichen Betätigung und der Schonung der Umwelt. Bei Fußgängern würden derartige Daten fehlen.

•Anwalt sein. Gerade für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder, müsste die neue Fußgängerbeauftragte als Anwalt auftreten. Denn: „Viele Kinder werden von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren, weil ihnen der Schulweg zu gefährlich ist“, erklärt Sammer. Hier müsste Lobbying für die Schulwegsicherheit betrieben werden, was in der Folge auch der Umwelt zugutekäme.

•Kooperation mit Stadtplanern. „Wir wissen aus Untersuchungen, dass viele ältere Menschen ihr Grätzel nicht verlassen, weil sie eine Hauptverkehrsstraße queren müssen, die kaum zu queren ist“, so Sammer. Die neue Fußgängerbeauftragte müsste sich mit Stadtplanern zusammensetzen, damit auch in deren Ausbildung der Fußgängeraspekt stärker berücksichtigt werde. Beispielsweise, wie es am besten möglich ist, dass querende Kinder am Gehsteig einen freien Blick auf näherkommende Autos haben bzw. Autofahrer Kinder am Straßenrand besser sehen. Auch sollen die Planer künftig Fußgängerachsen berücksichtigen. Also längere Strecken für den Fußgängerverkehr adaptieren.

Auf einen Blick

Wien sucht einen Fußgängerbeauftragten. Auf diesen wartet laut Experten eine Mammutaufgabe. Denn Fußgänger wurden von der Stadt in der Vergangenheit im besten Fall ignoriert. Nun soll sich die Situation verbessern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

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140 Kommentare
 
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nach universitäts- und fahrradsbeauftragten...

...nun also eine fußgängerbeauftragte.

stellt sich nun die frage, ob das stellenprofil ebenfalls aus mit über 200.000 € städtischer gelder dotierter passivität bestehen wird, wie das zumindest bei ersterem der fall war (ist?).

Gast: tadej Brezina
31.10.2012 14:24
0 0

FG hält die Stadt beinand

Die Fußgeher halten die Stadt beinand! Es ist wichtig, dass die Fussgeher einen erhöhten Stellenwert in der Umsetzung von urbanen Verkehrs- und Lebensraumkonzepten bekommen. Schau'ma mal, wie die Fr. Jens das angeht.

Gast: Gast:Billie
24.10.2012 17:27
0 0

Beauftragter mit Sondervertrag ohne Ausschreibung

das scheint ein Job in Wien mit Zukunft
zu sein.
am bestem gleich beim AMS einen
Kurs ins Program nehmen.
am besten gleich alle Grüninnen
und roten Minderleister umschulen.

Antworten Gast: Tadej Brezina
31.10.2012 14:19
0 0

Re: Beauftragter mit Sondervertrag ohne Ausschreibung

Es war sehr wohl ausgeschrieben.

Gast: Karoline 63
24.10.2012 13:06
0 0

Hintergründe?

Man mag mir den Vorwurf der Verschwörungstheorie machen können, aber mir ist der Gedanke gekommen, daß die Geschichte möglicherweise einen ganz anderen Hintergrund hat: Wenn der Posten der Fußgängerbeauftragten ausgerechnet mit der Berufs-Hundehasserin Petra Jens besetzt wird, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Wien zur Gänze Hundeverbotszone wird (denn es ist Fußgängern wahrscheinlich nicht zumutbar, Hunden zu begegnen). Da allerdings dann der Wegfall der Einnahmen aus der Hundesteuer zu kompensieren ist, wird im Gegenzug flächendeckend das gebührenpflichtige Parkpickerl eingeführt.

Ich gehe zwar häufig zu Fuß, möchte aber meine diesbezüglichen Interessen nicht von Petra Jens vertreten wissen. Im Gegenteil: Mir wird äußerst unwohl bei dem Gedanken, daß diese Frau in Wien etwas zu sagen hat. Und nein, ich bin keine Hundebesitzerin.

Gast: Hubertus
24.10.2012 09:59
1 0

Nicht überraschend

Wie bei allen Menschheitsbeglückern endet es schlußendlich immer im Zwang ( und willst du nicht mein Bruder sein, so hau ich dir den Schädel ein) oder im Unsinn. Ich erwarte das erste Flugblatt mit Ratschlägen für Fußgeher:1) Immer am Gehsteig gehen 2) Radfahrern immer Platz machen 3) Vor dem Spazierengehen Schuhe anziehen nicht vergessen4) Beim Verlassen des Hauses immer vorher nach rechts und links blicken-Fahrradfahrer haben Vorrang 5) Einrichtung eines Fußgängerlehrganges unter Einstellung von erprobten grünen Umweltsaktivisten. Diese Aufzälung ist natürlich als erster Ansatz66v nur demonstrativ und nach oben offen.

Gast: Orange-in-Wien
24.10.2012 00:14
0 0

und dann so tun

als wären wir nur mit uns selbst beschäftigt...
Was aber unwahr ist!

Da ist Sie unsere Stellungsnahme:

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121023_OTS0091/fussgaengerbeauftragte-bzoe-tscharnutter-naechster-schwachsinniger-versorgungsposten-fuer-gruen-aktivistin

dazu spontan:


Re: dazu spontan:

-was ist eine aktivistin? (noch dazu eine grüne)
-wer kümmerte sich bis jetzt um die belange der fußgänger? fußgänger sind ja keine heutige erfindung, gabs ja seit dem die lurche aus dem meer krochen.
-bekommt die frau fußgängerbeauftragte auch einen gratisdienstwagen um ihre schuhsohlen zu schonen?

Antworten Antworten Gast: Ein-Gast
23.10.2012 22:57
0 0

Re: Re: dazu spontan:

Keiner kümmerte sich um die Belange der Fußgänger. Drum schaut die Infrastruktur auch so aus.

Gast: Achmed Schober
23.10.2012 22:09
0 0

Ordnung muss sein

die Wiener sind zu beneiden..
endlich geschieht etwas um diese Stadt etwas sauberer zu machen...und dann wird nur gemeckert..
früher stieg man alle paar Meter in eine Hundek.
endlich gibt es dafür Sanktionen(auch wenn noch nicht alle Hundehalter das kapieren)
früher entsorgte man seinen Hausmüll im Gebüsch,etc..jetzt kann die MA48 dagegen einschreiten..
würden die Mitbürger mehr Sauberkeit pflegen(in Öffis,auf den Strassen,Gehsteigen,etc) bräuchte man keine Kontrollorgane...aber es gibt eben vielzuviele Ignoranten(Schweinderl).
Vorbild: Städte wie Tokyo oder N.Y. da würden manche blass werden und brennen wie die Luster..
Also gebt dem/den Kontrollorganen die nötigen Befugnisse...damit nicht jeder- ungestraft seinen Tschikk ,seine Papierl,seine Schlatze und sonstige Ausscheidungen hinterlassen darf--
ich frage mich: machen diese Leute das auch in ihren eigenen 4 Wänden?
p.s. ich bin kein Grünvogel

Gast: Help Clown
23.10.2012 22:06
1 0

Seit der Öffi Preiserhöhung gehe ich mehr zu Fuss

Seit die Preise für die Einzelfahrscheine und die 8Tages Umweltkarte erhöht wurden, gehe ich mehr zu Fuss. Wozu wir allerdings eine Fußgängerbeauftragte brauchen, ist mir ein Rätsel? Wahrscheinlich so ein Versorgungsposten für eine politische Farbe.

Gast: Tropsch M
23.10.2012 21:39
1 0

Ich versuche mich mal als Dichter, als Hölderlin Nachfolger quasi

Statt dem Gackerl,
Grüne rein ins Sackerl,
ihre Vorschläge sind so bled,
das die Welt sie nicht versteht!

wichtigsten beautragten habts vergesen

ich bin schon der meinung einen beauftragten beauftrager müste schon noch geben
einen steuergeldverschwendungsbeauftragten brauch ma auch noch ach nein den haben wir ja schon wampi und wasikuh
wens noch einen beauftragten erfinder brauchts ich melde mich für den job
da würd ich mal sagen einen blumenkistel beauftagten und dan noch einen laub beauftragten

Gast: Johann S
23.10.2012 13:56
4 0

Ungeklärt

scheint,ob der Fussgängerbeauftragten,die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erlaubt wird.

Re: Ungeklärt

wenn die auch jetzt noch rad faehrt, ist der ofen aus

9 0

Die Welt steht nicht mehr lange...

Fussgängerbeauftragte.... braucht da wer einen Versorgungsposten *kopfschüttel*

Gast: PÖHSE
23.10.2012 13:44
6 1

Einatmen, ausatmen....


Wo das herkommt, ist noch mehr drin, Grünlinge !

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Korruption

Manche nehmen Geld, andere Posten. Korruption ist es in beiden Fällen.

Gast: mir reichts
23.10.2012 13:02
14 1

grüne

sind dann erst so richtig glücklich, wenn sie was verbieten können, was für sie, die grünen, selbstverständlich nicht gilt.

10 % haben sie in wien erreicht und tyrannisieren eine ganze stadt.

häupl, dafür wird man dir ein denkmal setzen, dass immer wieder und wieder erneuert werden muss, weil es von wütenden bürgern beschädigt, besprüht, was auch immer werden wird.

ich hoffe, der rotwein in der toskana, ihrem alterswohnsitz schmeckt ihnen dann ganz sauer.

Antworten Gast: es reicht mir reichts
23.10.2012 16:12
0 0

wenn sie was verbieten können, was für sie, die grünen, selbstverständlich nicht gilt.

..das da wäre?

Gast: gast1984
23.10.2012 12:37
12 0

Jetzt gibt es keine Steigerung der Lächerlichkeit mehr!


Re: Jetzt gibt es keine Steigerung der Lächerlichkeit mehr!

Noch einmal, das ist NICHT lächerlich. Das ist Korruption, die zumindest genauso schamlos und präpotent ist, wie die Pension Dallis... ;-)

Gast: fjfjf
23.10.2012 12:36
1 14

objektive kritik

sucht man hier im forum vergeblich. egal.
ist ja grün, also ist es schlecht.-.-
und ist es blau, dann ist es gut, dann verteidigt man sogar die herabsetzung des spitzensteuersatzes auch wenn man nicht weiß wie hoch der entgang dadurch ist.
....
manip...

Antworten Gast: Der Worte sind genug gewechselt
23.10.2012 13:50
3 1

Re: objektive kritik

Die werden Sie auch nicht finden. Da die Grünen für die meisten Wiener schon mittlerweile schon längst unter selbiger sind.

alles gut und schön ...

aber hier ist ein klassischer Kompetenzkonflikt zwischen Fußgängerbeauftragten und Hundstrümmerlbeauftragten quasi "vorprogrammiert".

 
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