Das derzeit größte Radwegeprojekt in Wien ist nahezu fertig: Am Donnerstag ist eines der letzten noch fehlenden Teilstücke der neuen Radfahr-Route am Äußeren Ring offiziell eröffnet worden. Der 670 Meter lange und 800.000 Euro teure Abschnitt führt von der Babenberger Straße vorbei an Kunst- und Naturhistorischem Museum und Parlament bis zur verlängerten Babenberger Straße. Ausständig ist nun nur noch die Erschließung des "Jonasreindl" bei der Hauptuni.
Laut dem städtischen Fahrradbeauftragten Martin Blum wird der letzte Lückenschluss allerdings erst im kommenden Jahr erfolgen. Die Planungen laufen aber bereits. Abgesehen davon ist die Ringstraße nun durchgängig auch auf der stadtauswärts gelegenen Seite mit dem Rad befahrbar. Sie soll die vor allem im Sommer heillos überlastete und bereits in den 1980er-Jahren entstandene Ring-Innenseite entlasten.
6000 Radler an Spitzentagen
Durchschnittlich 2800 Radler strampelt täglich auf Wiens meistbefahrenem Radweg. An Spitzentagen sind es sogar mehr als 6000 Biker, was zwischenzeitliche Staus unvermeidlich macht. Dort, wo der äußere Radweg schon seit einiger Zeit fertiggestellt ist (etwa bei der Oper, Anm.), verzeichne man Frequenzsteigerungen von bis zu 20 Prozent, versicherte Blum bei einem Medientermin.
Gleichzeitig erteilte Wiens Chef-Radler dem Begehren von City-Bezirkschefin Ursula Stenzel (ÖVP), den Ring-Radweg im Winter zwecks Schonung der Alleebäume zu sperren, eine Absage. "Das ist nicht denkbar und wäre ein deutlicher Rückschritt", sagte Blum. Die Bäume entlang der Prachtstraße würden nicht allein wegen der Salzstreuung bei Schnee und Eis, sondern vor allem durch Kfz-Abgase, Bodenverdichtung infolge des Auto- und Straßenbahnverkehrs und die Zunahme von Hitzetagen Schaden leiden.
(APA)
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