Wien/apa/RED. Heftige Kritik an der neuerlichen Ausweitung der Parkpickerlzonen in Wien üben Rathausopposition und Wiener Wirtschaft. ÖVP-Chef Manfred Juraczka forderte erneut Neuwahlen, FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus bezeichnete die mit Jahresbeginn geplante Ausdehnung als „schamlos“. Auch die Wirtschaftskammer lehnt die Erweiterung ab, Kammerpräsidentin Brigitte Jank argumentierte, dass noch mehr Betriebe unter Druck kämen. Auf das Auto angewiesene Mitarbeiter in Neo-Pickerlbezirken würden schon jetzt oft keine Parkmöglichkeiten mehr finden oder über zusätzliche Kosten für Garagenplätze klagen und mitunter sogar kündigen, so Jank. Durch die Parkplatzgebühren würden also nicht nur Autos, sondern auch Arbeitsplätze und Unternehmen verdrängt, warnte sie.
Die zweite Ausweitung der Wiener Parkraumbewirtschaftung war am Mittwoch bei einem Treffen zwischen den betroffenen Bezirken, Rathaus- und Wirtschaftsvertretern beschlossen worden. Sie soll in Penzing, Ottakring und Hernals ab Beginn 2013 gültig sein, kündigte Parkpickerlkoordinator Leopold Bubak an. Obwohl Bürgermeister Michael Häupl nur von kleinen Addaptierungen gesprochen hatte, sieht das neue Abkommen noch einmal eine deutliche Ausweitung der flächendeckenden Kurzparkzonen vor. Die neuen Grenzen reichen teils bis an den Wienerwald und somit deutlich über die Straßenverläufe Maroltingerstraße bzw. Sandleitengasse hinaus, die derzeit als Begrenzungen dienen.
Vor allem im 14. Bezirk wird die Zahl der kostenpflichtigen Parkplätze massiv ansteigen. Künftig ist das zahlungspflichtige Gebiet nämlich von der Westbahntrasse, Hüttelbergstraße, Dehnegasse und der Sanatoriumstraße entlang des Otto-Wagner-Spitals begrenzt. Damit reicht die Pickerlzone noch ein Stück weiter als bis zur Höhe Hanappi-Stadion.

Der 16. Bezirk weitet seine Pickerlzone – wie angekündigt – bis zur Savoyenstraße aus. Damit liegt auch das Schloss Wilhelminenberg schon bald im Gebührengebiet. Der benachbarte 17. Bezirk wiederum dehnt die Zone bis zum Straßenverlauf Andergasse, Pointengasse und Promenadenweg, zur Straßenbahn-Endstation Dornbach und dann entlang der Dornbacher Straße bzw. Alszeile aus.
Meidling wartet noch ab
Mit der neuen Einigung ist die „Ausweitung der Ausweitung“ unter Dach und Fach. Laut Koordinator Bubak war bei dem Treffen auch Meidling dabei. Der 12. Bezirk, der das Pickerl erst im Oktober in Teilen des Bezirks eingeführt hatte, will aber vorerst einmal keine neuerliche Ausweitung durchführen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)
Buntes Treiben ''andersrum''
Rad-PicknickFaltrad-Rennen wie in Le Mans
Liu Bolin Der ''unsichtbare Künstler''
WienDie Votivkirche, eine ewige Baustelle