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Stadthallenbad: Auf Kontrollen verzichtet

01.11.2012 | 17:05 |   (Die Presse)

Das Debakel bei der Sanierung des Wiener Stadthallenbades wäre vermeidbar gewesen. Das Kontrollamt übt heftige Kritik gegen den zuständigen Generalplaner. Ein Termin für eine Wiedereröffnung ist in weiter Ferne.

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Wien/stu/win. Ob es jemals wieder aufsperren wird? Es sieht nicht gut aus für das Wiener Stadthallenbad, ein Termin für eine Wiedereröffnung ist in weiter Ferne. Und wie viel Geld noch in das Projekt gesteckt werden muss, ist ebenso offen. Immerhin, nun ist wenigstens amtlich, was ohnehin schon jeder geahnt hat, der die Geschichte der Sanierung mitverfolgt hat: Die Arbeiten haben „keinen wünschenswerten Verlauf“ genommen.

Das ist die lakonische Umschreibung, die das Kontrollamt in seinem aktuellen Bericht gewählt hat. Den Ursprung der Probleme orten die Prüfer schon im Mai 2008 – damals wurde ein Planer beauftragt, die Beschädigungen des Stadthallenbades zu erheben. Gefunden wurden sicherheitstechnische Mängel, unzählige Bauschäden, defekte Schwimmbecken. Und das nur durch Sichtkontrollen.

Schäden blieben verborgen

Und obwohl schon auf den ersten Blick der katastrophale Zustand absehbar war, verzichtete die Stadthallenführung auf genauere Untersuchungen wie eine Entnahme von Materialproben oder Laborprüfungen an der Bausubstanz. Das wahre Ausmaß der Schäden blieb so verborgen. Eine laut Kontrollamt schwer nachvollziehbare Entscheidung, die sich entsprechend rächen sollte: Erst bei der Sanierung stellte sich das wahre Ausmaß der Schäden heraus. Mit dem Ergebnis, dass sich das Bad zunehmend zum Millionengrab entwickelt.

Heftige Kritik richtet das Kontrollamt auch gegen den zuständigen Generalplaner. Dieser wurde von der Stadthalle verpflichtet, weitere Untersuchungen vorzunehmen, sofern er solche für notwendig erachtet. Trotz der massiven Bauschäden an der Oberfläche verzichtete er aber darauf.

Den Bauzustand bzw. den Schadensgrad im Vorfeld von Sanierungsmaßnahmen so exakt wie möglich zu ermitteln, sei übliche Praxis, kritisiert das Kontrollamt. Weder Stadthalle noch Generalplaner hatten demnach die geringste Ahnung, was bei der Sanierung auf sie zukommen würde.

Der Grund für die unprofessionelle Vorbereitung: Für eine genaue Erhebung der Schäden hätte das Stadthallenbad, das zu diesem Zeitpunkt noch in Betrieb war, mehrere Monate gesperrt werden müssen. Das wollte die Stadthalle vermeiden. In ihrer Stellungnahme gegenüber dem Kontrollamt betont sie, das Ziel war, den Badebetrieb nicht zu beeinträchtigen. Die Stadthalle sicherte sich damit ab, dass der Generalplaner ja jederzeit tiefer gehende Untersuchungen machen könnte, sollte er sie für notwendig erachten. Die blieben allerdings aus – obwohl das Bundesdenkmalamt in seinem Bescheid vom 20. Mai 2010 festgehalten hat: Für die Sanierungsarbeiten der bauhistorischen Substanz muss eine tiefer greifende Untersuchung stattfinden. Grund für die fehlenden Untersuchungen dürfte auch Zeitdruck gewesen sein. Die Generalsanierung sollte bis zum Trainingsbeginn für die Europameisterschaft 2012 abgeschlossen sein.

Mit Bauaufsicht verbandelt

Die Wahl der Bauaufsicht sorgte beim Kontrollamt jedenfalls für Staunen. Laut Firmenbuch war der damalige technische Direktor der Stadthalle Geschäftsführer einer Firma, bei der das zum Zug gekommene Ziviltechnikerbüro Gesellschafter war. Die beiden Manager der Stadthalle, die das Sanierungsfiasko in die Wege geleitet haben, sind übrigens bereits in Pension.

Die ÖVP kündigte nun an, eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einzubringen und eine Sondersitzung des Gemeinderates zu beantragen. „Nicht nachvollziehbar“ nannte FP-Gemeinderat Dietbert Kowarik jüngste Angaben der Stadt, wonach das Sanierungsbudget 16,4 Mio. Euro betragen würde, während das Kontrollamt 18,26 Mio. festgestellt hatte. Im Büro des zuständigen  Stadtrats Christian Oxonitsch (SP) rechtfertigt man die Angaben mit unterschiedlichen Informationen. Oxonitsch hätte von der Stadthalle „anerkannte Projektkosten“ genannt bekommen. Das Kontrollamt hatte sich auf „prognostizierte Kosten“ der Generalplanung bezogen. Als Konsequenz denkt Oxonitsch über eine eigene „Bauabteilung“ im Sportamt nach, die Bauten besser kontrollieren soll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2012)

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36 Kommentare
 
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Gast: Franz56
31.10.2012 14:27
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Wie beim Putin, China oder einmal in der DDR

Vom AKH bis zum Flughafen und nun auch noch das Stadthallenbad.....

Diese überheblichen Parteibonzen können nicht einmal ein Schwimmbad bauen.... Ihre einzige Qualifikation ist das richtige Parteibuch.

Zahlt ja ohnehin immer wieder alles der Steuerzahler. Zum Dank wählen die Wiener diese Typen auch noch immer wieder.

Unser tiefrotes Staatsfernsehen beschönigt dieses Fiasko auch noch. Davon kann sogar der Putin noch einiges lernen.

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Re: Wie beim Putin, China oder einmal in der DDR


der vergleich zieht nicht:
in china würde ein kugerl das lichterl ausblasen

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GIbts in Wien irgendwas, was nicht in einem Fiasko endet?


Re: GIbts in Wien irgendwas, was nicht in einem Fiasko endet?

Ja, die Parkzonen.
Das endet in einer Katastrophe.

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Re: GIbts in Wien irgendwas, was nicht in einem Fiasko endet?

Ja. Die Absiedelung nach Niederösterreich.

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wie immer bei der spö

wacht auf leute weg mit den dreck.

Gast: Lachsack
31.10.2012 13:01
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Tja so wirtschaften eben die Grünossen

Blöd daß man da nicht auf die FPÖ hinhauen kann, also hält man schön das Maul.

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Re: Tja so wirtschaften eben die Grünossen

Frage: Was haben die Grünen mit dem Statdhallenbad zu tun?

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Re: Re: Tja so wirtschaften eben die Grünossen

Nachdem sich die Grünen geradezu als Heilige und Aufdecker jeglicher Mißstände darstellen, fällt es eben auf, daß sie gerade in Wien, wo ihre Machtfülle derzeit wohl am größten sein dürfte, exakt keinen der selbst für Blinde offensichtlich von den Wiener Roten verursachten Skandal - und deren gibt es genug - auch nur mit einem Wort erwähnt haben, geschweige denn einer Aufdeckung zuführen.

Damit ist mehr als ausreichend bewiesen, daß die Grünen zur Erlangung von Macht und in weiterer Folge der Regierungsbeteiligung auf Bundesebene jegliche korrupte Machenschaft ihrer Gönner billigend in Kauf nehmen. Von da bis zur aktiven Beteiligung (die vermutlich ohnehin bereits besteht) ist es kein großer Schritt, es ist vielmehr die logische Konsequenz.

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Re: Re: Tja so wirtschaften eben die Grünossen

wenn sie lesen könnten wäre ihre frage überflüssig.

ich nehme an in wohlverdienter beamtenpension,

als beamte, die sie vorher waren, plus abfertigung aus der privatwirtschaftsvwrwqltung.

wo sind die archivmeldungen derolitiker, die dies eingefaedelt haben?

wo die konsequenzen?


 
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