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Todesfall in Ottakring: Gefesselter Mann erstickt

10.11.2012 | 10:33 |  (DiePresse.com)

Der 54-Jährige Villacher wies Verletzungen im Gesicht auf. Er wurde gefesselt in Bauchlage gefunden und ist erstickt.

Von Mord wollen die Ermittler zumindest noch nicht sprechen: Freitag früh ist die Leiche eines gefesselten Mannes in einer Wohnung in Wien-Ottakring gefunden worden. Bei dem Toten handelt es sich um einen 54-jährigen gebürtigen Villacher namens Rudolf L., der seit einigen Jahren in Wien lebt. Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane ergab die Obduktion, dass er erstickt ist.

Wirklich viele Anhaltspunkte gab es bis zum frühen Samstagnachmittag noch nicht. Ein Geschäftspartner, der mit Rudolf L. regelmäßig Kontakt hatte, machte sich Sorgen und meldete den 54-Jährigen abgängig. Beamte fuhren zur Wohnung des Mannes in der Hubergasse 12 und entdeckten dort die Leiche. Der Tote war vollständig bekleidet und befand sich in Bauchlage mit auf den Rücken gefesselten Händen in seinem Bett. Auch die Füße waren offenbar zusammengebunden. Etwa drei bis vier Tage dürfte der Tote bereits in der Wohnung gelegen sein. Er wies Hämatome im Kopf- und Gesichtsbereich auf.

Woran er erstickt ist, war zunächst unklar. Einerseits könnte sehr wohl jemand direkt nachgeholfen haben, andererseits könnte der Tod auch mit der Position zu tun haben, in der der Mann gefunden wurde.

Das Appartement machte ansonsten einen sehr geordneten Eindruck. Spuren eines Kampfes gab es nicht. Geht man vom Grundbuchauszug aus, dürfte es sich um eine Mietwohnung gehandelt haben.

Rudolf L. war selbstständig tätig. Was genau er gemacht hat, wussten die Ermittler noch nicht. Eine Befragung seines 20-jährigen Sohnes, eines Studenten, erbrachte lediglich Hinweise in Richtung IT-Branche. Immer wieder dürfte sich Rudolf L. nach wechselnden Geschäftspartnern umgesehen haben. Zu seinem Sohn dürfte der 54-Jährige kein besonders gutes Verhältnis gehabt haben. Der 20-Jährige dürfte nicht einmal gewusst haben, wo sein Vater wohnt.

Rudolf L. hatte sich vor einigen Jahren von seiner Frau getrennt und war nach Wien gezogen, während sie in Kärnten blieb. Die Frau sollte noch am Samstag einvernommen werden. Offenbar war auch geplant, dass sie nach Wien kommt.

Unter Nachbarn des 54-Jährigen wurde gemunkelt, dass er eine Freundin hatte. Auch dazu konnte der Sohn keine Angaben machen. Die Polizei ermittelte laut Mircioane in Richtung bedenklicher Todesfall. Für einen Mord käme zumindest ein finanzielles Motiv eher nicht infrage. Bei dem 54-Jährigen war offenbar nicht viel zu holen.

 


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