ÖAMTC verlässt Pickerl-Gremium: "Pseudo-Diskussionen"

Verkehrsstadträtin Vassilakou arbeitet unterdessen an einer Parkraum-Lösung mit den schwarzen Bezirkschefs der Bezirke 13, 18 und 19.

Frostige Stimmung bei den Diskussionen: Der ÖAMTC steigt aus.
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Frostige Stimmung bei den Diskussionen: Der ÖAMTC steigt aus.
Frostige Stimmung bei den Diskussionen: Der ÖAMTC steigt aus. – (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Die Wiener Verkehsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) will gemeinsam mit den ÖVP-Bezirksvorstehern von Hietzing, Währing und Döbling an einer Lösung in Sachen Parkpickerl arbeiten. Das sagte die Ressortchefin nach einer gemeinsamen Sitzung am Freitag."Wir haben vereinbart, intensive Gespräche darüber zu führen", versicherte sie.

Abgesehen davon arbeitet bereits seit längerem eine Expertenkommission an einem neuen Parkraumbewirtschaftungsmodell, das den Wienern im Frühjahr bei der Volksbefragung zur Abstimmung vorgelegt wird. Eine "Rohfassung" soll es noch heuer geben. Der ÖAMTC wird dem Fachleute-Gremium aber sofort nicht mehr angehören, wie Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, am Freitag der APA mitteilte.

"Für Pseudo-Diskussionen stehen wir nicht zur Verfügung", ärgerte sich Wiesinger. Sein Problem: Man tausche sich stundenlang über Konzepte aus, politische Entscheidungen würden aber völlig losgekoppelt davon erfolgen und verkündet, bezog sich Wiesinger auf die erneute Ausweitung der Pickerlzone im 14., 16. und 17. Bezirk. Der ÖAMTC hatte schon einmal seine Teilnahme an der Expertenrunde verweigert, schließlich aber doch noch zugesagt. Nach einigen Sitzungen kommt nun der neuerliche Rückzug.

Wiesinger warb heute erneut für das Zonenmodell des Autofahrerclubs. Dieses sieht u.a. eine "Grüne Zone" für die bestehenden Bewirtschaftungsgebiete außerhalb des Gürtels vor. Dort soll Parken zwar was kosten, aber unbegrenzt möglich sein. Wiesinger schweben 50 Cent pro Stunde vor, das Anrainerpickerl soll um 30 Euro zu haben sein. Ein derartiges Konzept funktioniere auch in anderen Städten und würde in Wien zudem keine weitere Pickerlausweitung - auch nicht für Währing oder Döbling - nötig machen.

Wunsch nach mehr Park-and-ride

Die drei ÖVP-Bezirkschefs deponierten heute bei der Verkehrsstadträtin u.a. den Wunsch nach mehr P&R-Anlagen, wie die Volkspartei in einer Aussendung mitteilte. Während Währings Vorsteher Karl Homole bekräftigte, dass eine neuerliche Bürgerbefragung zur Pickerleinführung durchaus denkbar sei, ließ sein Döblinger Pendant Adi Tiller wissen, dass Parkgebühren für ihn weiterhin nicht infrage kämen. Hietzings Bezirkschef Heinz Gerstbach wünschte sich wiederum Anrainerparkplätze.

Über letztere will Vassilakou ebenfalls weitere Gespräche führen. "Wir haben vereinbart, eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben zu rufen, wie man dieses Konzept weiterentwickeln kann." Konkret soll juristisch geklärt werden, was "zeitlich, räumlich und prozentuell" möglich ist. Derzeit läuft im 6., 7. und 8. Bezirk ein Pilotprojekt, zehn Prozent der Parkplätze sind dabei für Anrainer reserviert. Die Innere Stadt und die Josefstadt - ebenfalls in ÖVP-Hand - hatten unlängst eine 50-Prozent-Quote bei Abstellplätzen für Bewohner gefordert.

 

(APA)

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