Parkpickerl: Neue Gipfel geplant

16.11.2012 | 18:32 |   (Die Presse)

Kaum Resultate beim Parkpickerl-Gipfel: Fixiert wurden vorerst nur weitere Gesprächsrunden, gesondert nach Bezirk. Denn einige Bezirke wollen mehr als zehn Prozent der Parkplätze für die Anrainer reservieren.

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Wien/Stu/Kb. Es war ein groß angekündigtes Gipfeltreffen, das Ergebnis war eher dürftig. Am Freitag trafen sich mehrere Bezirksvorsteher mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne), um auch über die Probleme nach der Parkpickerlausweitung zu reden. Fixiert wurden vorerst nur weitere Gesprächsrunden, gesondert nach Bezirk, weil jeder Bezirk spezielle Probleme hat, so VP-Bezirkschef Karl Homole zur „Presse“.

Einziger Beschluss: Die Stadt Wien wird mit dem Verkehrsministerium Gespräche beginnen, um rechtliche Probleme beim Anrainerparken (das sind nur für Bezirksbewohner reservierte Parkplätze in kostenpflichtigen Kurzparkzonen) auszuräumen. Denn einige Bezirke wollen mehr als die gesetzlich mögliche Grenze von zehn Prozent für die Anrainer reservieren. Apropos Parkpickerl: Einer Erhebung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zufolge hat sich der Autoverkehr nach Wien durch die Einführung des Parkpickerls stark verringert. Demnach wurden auf der A2 (Südautobahn) bei Wr. Neudorf im Oktober 2012 um 5700 Pkw pro Tag weniger gezählt als im Oktober 2011. Auf der A1 (Westautobahn) bei Pressbaum ging der Autoverkehr um rund 670 Fahrzeuge pro Tag zurück, auf der S1 bei Rustenfeld um 445 und auf der A23 bei Inzersdorf um 900.

„Was Autofahrer bei den Stadteinfahrten nach Wien in den letzten Wochen gemerkt haben, wird durch die Zählstellen der Asfinag bestätigt. Das Parkpickerl hat den Autoverkehr verringert“, resümiert Markus Gansterer vom VCÖ und fordert mehr Bahnverbindungen für Pendler, die umgestiegen sind.

Ein Blick auf die Zählstellendaten der vergangenen Jahre zeigt allerdings, dass es auch früher schon Schwankungen in ähnlichem Ausmaß gab: Auf der A23 ging die Zahl der Pkw von 2010 auf 2011 um rund 1600 zurück, nachdem sie von 2009 auf 2010 um 4650 zugenommen und von 2008 auf 2009 um 3450 abgenommen hatte.

Die A1 dagegen verzeichnet seit Jahren Rückgänge. 2011 waren dort 630 Autos weniger unterwegs als 2010. Und 2010 wiederum um 600 weniger als 2009. Laut VCÖ hängt diese Entwicklung mit deutlichen Erhöhungen des Spritpreises zusammen. Lediglich auf der A2 nahm der Autoverkehr zwischen 2009 und 2011 jährlich (leicht) zu, um 2012 wieder abzunehmen.

Besonders bemerkenswert sind die Zahlen auf der S1. Zwar fuhren dort 2012 tatsächlich um rund 445 Autos weniger als im Jahr zuvor, aber immer noch um fast 4000 mehr als im Jahr 2010.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2012)

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10 Kommentare

Was wollen denn die dümmlichen ÖVP-Altapparatschiks machen? Entweder Parkpickerl oder Abflug bei der Wahl

Aber sie fliegen ja sowieso, weil die GRÜNINNEN ihnen allen gezeigt hat, dass GRÜN es wirklich kann und Schwarz als auch Blau unfähig sind.
Außer ein paar Apparatschiks, Ewiggestrigen die doch 105 Jahre geworden sind und die letzten Ständestaatidioten wählen eh alle Rot und GRÜNIN!

kein pickerl für ganz wien. kein gratisdienstwagen für die grünkommunistin.


Seien wir ehrlich:

Das Parkpickerl dient in den westlichen Bezirken schlicht und einfach zur Abzocke. Die leeren Kassen müssen gefüllt werden. Sonst gar nichts. Wer das beschönigen will, hält alle anderen für dumm. Wäre es nachvollziehbar aus verkehrsberuhigenden Zwecken, zu Tarifen, die man einsieht, eingeführt worden, hätte kaum jemand etwas dagegen gehabt. Nachdem das nicht der Fall ist, wird es noch unzählige Gipfel geben. Zufriedenstellende Lösungen jedoch nicht.

Werter/ Zensurbeauftragte der Presse,

es fällt auf, dass an den Wochenenden sehr viele Beiträge nicht durchkommen.
Ich versteh schon, dass Sie sich fürchten und unsicher sind, wenn der Chef nicht da ist,aber Kopf hoch, es ist nicht alles verboten oder wider die Netikette, nur weil Sie es nicht verstehen !

der VCÖ,

der jetzt ständig zitiert wird und groß mitredet, ist eine grüne Vorfeldorganisation mit 15.000 Mitgliedern (laut eigenen Angaben).

Wie repräsentativ die sind, kann man sich ausrechnen.

Wieder einmal : grüne Klientelpolitik ?

Gipfel

hoffentlich am Mt.Everest - ohne Zelte.

Diskriminierung von Bürgerrechten

Während ein Teil der Wiener Bevölkerung zum Parkpickerl abstimmen durfte,wurde ein weit größerer Anteil unserer Bürger in dieser causa chancenlos vergewaltigt!
Das ist der schwerste Amtsmissbrauch des zuständigen Behördenverantwortlichen in der 2.Republik.
Weder ein österreichisches noch ein europäisches Gericht wird dieser Ungleichbehandlung von Menschenrechten folgen und zustimmen können.
Als ultima Ratio verbleibt uns vorerst nur,dem Aufruf des Wr.Wirtschaftsbundes am 20.11.12 um 9 Uhr Hütteldorferstr./Leyserstr. zu folgen.

Kommunalsteuer

Es wäre fair, für NÖ Pendler die mit dem Auto nach Wien fahren in Wien keine Kommunalsteuer mehr zu verlangen. Sie nutzen weder die U Bahn und dürfen auch nicht parken, sondern müssen stattdessen extra für die Parkgarage bezahlen.

wenn es nur um den Effekt gehen würde

dann würde das Parkpickerl so viel kosten wie zB in Berlin (< 15 Euro im Jahr)

so wird wieder ein Grund heran genommen und billig an Geld zu kommen.

Wenn es so gedacht ist, dann sollte man halt auch ehrlich dazu stehen und nicht mit fadenscheinigen Ausreden daher kommen.

Außerdem würde ich es begrüßen, wenn die Bezirks-Vignette zur Wien-Vignette erhoben werden würde, also nicht nur für einen Bezirk gilt sondern für ganz Wien.

Re: wenn es nur um den Effekt gehen würde

wenn es nur um den Effekt gehen würde
..dann könnte die Griechin alle Autos mit einem "W"-Kennzeichen in ganz Wien KOSTENLOS und ohne Verwaltungsaufwand parken lassen!
Aber die Wiener sollen ja dafür zahlen, damit die Niederösterreicher und Burgenländer draußen bleiben ...
So etwas kann man auch als perverses Denken bezeichnen.

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